Ikea Markencheck - ARD Vorwurf: Ikea lasse in Weißrussland produzieren / Ikea streitet ab

Weiter schreit die Frau in der Möbelfabrik in Weißrussland in die heimlich in die Fabrik eingeschleuste ARD-Kamera: "12 Stunden Arbeit und dann so schlecht bezahlt zu werden, das ist nicht fair". 12 Stunden Holzarbeit für Ikea? Ikea selbst streitet das ab. Man lasse nicht in Diktaturen bauen, auch nicht in Weißrussland, sagt das schwedische Milliarden-Unternehmen, das selbst in Abu Dhabi Möbel verkauft.

ARD feuert gegen Ikea.

"Warum ist diese Arbeit so schlecht bezahlt", schreit eine Arbeiterin in Weißrussland in die ARD-Kamera. Die Frau ist eine Arbeiterin in einer Holzfabrik in Weißrussland – "der letzten Diktatur in Europa", so die ARD in ihrem Ikea Check, angekündigt als Ikea Markencheck:

Doch Weißrussland sei dafür bekannt, sagt der ARD Markencheck, dass es dort billiges Holz gebe, billige Energiekosten - billiger als beispielsweise in Litauen, fast halb so teuer. Der ARD Markencheck schließt seinen Besuch in Weißrusslands Holzfabrik mit den Worten ab, man zeige dem Zuschauer nun "die letzte Fahrt in Minsk, vorbei am KGB".

Unterstütz wird die ARD-These vom möglicherweise angeblich billigen Möbelbau Ikeas in Weißrussland durch Andreas Schulte vom Forstzentrum Münster. Der ARD Markencheck stellt ihn als Holzexperten vor. Er sagt, Ikea könne angeblich in Ländern wie Weißrussland "direkt die Holzpreise mit dem Staat verhandeln, der ihnen nicht nur die gewünschte Menge garantiert, sondern auch den Preis".

Trotz der ARD-Vorwürfe gegen Ikea und auch Drehs mit versteckter Kamera in einer Möbelfabrik in Weißrussland, sagt Sabine Nolde, die Ikea Pressesprecherin, man lasse grundsätzlich nicht in Diktaturen produzieren, dies verbiete schon der Verhaltenscodex.

Auf der Straße zitiert die ARD dann einen jüngeren Mann, der sagt: "Kein seriöses Unternehmen würde mit einer Diktatur zusammen arbeiten". Sollte Ikea in Weißrussland tatsächlich billig Möbel produzieren lassen, fände er das nicht gut:

Der ARD Markencheck Ikea schließt mit den Worten, wonach Fairness bei Ikea vorgetäuscht sei. Zur Qualität der Möbel sagt die ARD, wonach diese bei Ikea ausreichend sei. Zum Preis stellt der ARD Ikea Check fest, wonach beispielsweise das Billy Regal heute billiger sei als vor 30 Jahren. Einer der letzten Sätze, den wir zum Ikea Check der ARD hören, lautet sinngemäß: Ikea lasse dort produzieren, wo es billig sei, auch wenn es dort nicht demokratisch und fair zugehe.

Doch was die ARD vermissen lässt, ist eine Umfrage zum Thema: Wären die Leute denn bereit mehr für ihre Möbel zu zahlen, wenn sie wüssten, dass garantiert nicht in Ländern wie Weißrussland produziert wird? Eine interessante Anekdote im Ikea Check der ARD: Auch bei Möbel Höffner, einer großen deutschen Möbelhaus-Kette, könne man Möbel kaufen, die teils aussehen würden, wie Ikea-Möbel und auch preislich konkurrenzfähig sein. Als Beispiel zeigt der ARD Ikea Check ein Möbel Höffner Regal, weiß, das es für unter 90 Euro zu kaufen gebe.

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