Mozilla: Ex-Marketing-Chef Chris Beard Interims-CEO

Mozilla ernennt den ehemaligen Marketing-Chef des weltbekannten Internet-Browser-Anbieters, Chris Beard, zum neuen CEO. Die Berufung geschieht nicht ohne hektischen Aktionismus: Versucht Mozilla doch die Wogen zu glätten, die eine umstrittenen Spende des JavaScript Entwicklers und Mozilla Co-Gründers Brendan Eich hervorgerufen hatte, mit der er recht offen eine Anti-Schwulen-Aktivistengruppe mit 1000 Dollar unterstützte.

Die Gruppe hatte sich gegen die gesetzliche Gleichberechtigung von homosexuellen und heterosexuellen Paaren in Kaliforniern gestellt. Nach Bekanntwerden der umstrittenen Anti-Schwulen-Spende trat Brendan Eich auf Druck der Mitarbeiter, aber auch auf Grund des weltweiten Imageschadens an Mozilla schließlich zurück. Auch hektisch über seinen Blog gestreute Beteuerungen von Brendan Eich, wie überaus liberal er doch sei und dass sein Herz ein Zuhause für alle Kinder Gottes sei, hatten ihn nicht mehr retten können.

Aus Sicht vieler in der Internetszene passte das als liberal geltende Mozilla-Image nicht zu einem offensichtlich in sexuellen Fragen als reaktionär geltenden CEO. Derweil bemüht sich Mozilla Executive Chairwoman Mitchell Baker um sanfte Worte, ist ihr doch klar, wie überaus sensibel die Internetszene auf intolerante CEOs in IT-Unternehmen reagiert. So sagte sie: "Mozilla findet sich selbst mitten in einer unerwarteten Veränderung der Führungsstruktur".

Dass die Spende des zurückgetretenen Mozilla Co-Gründer Brendan Eich an eine Anti-Schwulen-Gruppe bereits 6 Jahre zurückliegt, spielt in der jetzigen Diskussion faktisch keine Rolle mehr. Die Zeit heilt in solchen Fragen oft eben nicht alle Wunden.

Der neue Interims-CEO von Mozilla, Beard, war bereits 10 Jahren im Team des Mozilla Firefox Browser dabei. Die Markteinführung des Firefox Browsers hatte er im Jahr 2005 wesentlich mit initiiert. Anschließend zeichnete er im Marketing verantwortlich für die Android-Version des Firefox Browsers und zwar den Webbrowser Firefox OS for mobile phones.

Baker lobt ihn denn auch: "Chris hat mit die klarste Vision, wie die Mozilla-Vision zu leben ist und wie man dieses in Programme und Aktivitäten einbringen kann und Produkte entwickelt, wie ich sie noch nie gesehen haben."

Der nun zum Interims-CEO von Mozilla berufene Chris Beard hatte das Unternehmen erst im Juni 2013 verlassen, um zur venture capital Firma Greylock Partners zu wechseln. Doch auch während der vergangenen 11 Monate war er Mozilla als Berater verbunden geblieben.

Weitere berufliche Stationen von Beard waren in seiner Vor-Mozilla-Zeit die amerikanischen IT-Unternehmen Hewlett-Packard sowie Sun Microsystems.