Mt. Gox Bitcoin Börse offline: Kraken, BitStamp, Circle, BTC China verteidigen Bitcoin-Handel

Derzeit werfen sowohl die USA sowie Russland den Bitcoin-Angels vor, sie würden durch ihr intransparentes Handelssystem der virtuellen Währung Bitcoin dazu beitragen, dass Geldwäsche anonym vorangetrieben werden könne. Außerdem teilte Russlands Generalstaatsanwalt vor zwei Wochen mit, man dulde keine Parallelwährung (aus den USA) zum eigenen Rubel. Ähnlich hatten sich China und Israel geäußert. Dort hieß es wie in Russland, man sehe Bitcoin als illegale Währung.

Die Webseite Mt. Gox ist seit wenigen Stunden offline. Die Gründe sind noch nicht klar.

Die in Tokio (Japan) ansässige bekannte Bitcoin-Börse Mt. Gox ("wallet operator") ist seit wenigen Stunden offline. Die Gründe dafür sind noch nicht klar. Doch es wird spekuliert, wonach die Offlinenehmung mit den massiven Angriffen des US-Staates, auch von Russland, zusammenhängen könnte. Andere Gerüchte nennen technische Probleme der Datensicherheit. Voreilig scheinen Berichte zu sein, die bereits das Ende von Bitcoin aufdämmern sehen.

Nicht ganz so klar positioniert sich die US-Regierung, die grundsätzlich wirtschaftsliberaler ist und für neue Systeme offener. Dennoch fällt der harte Gang der US-Justiz gegen Bitcoin derzeit auf – es gab sowohl Beschlagnahmungen wie Verhaftungen und auch komplette Webseiten-Schließungen. Dennoch sind sich Beobachter bislang einig, wonach die US-Regierung nicht das Ziel verfolge, Bitcoins generell "killen" zu wollen. Vor allem gehe es ihr darum, Auswüchse besonders im Bereich der Geldwäsche oder des illegalen Handels zu verhindern.

Aus dem Umfeld von Mt. Gox heißt es, man sei offline gegangen, da man größere technische Probleme ausgemacht habe ("bugs") und diese nicht zügig in den Griff bekommen habe. Der Bug habe darin bestanden, wonach Bitcoin-Händler ihre gekauften Bitcoins einfach wieder zurückziehen hätten können und damit ein verwundbares Feld für Computerhacker belassen hätten.

In einer gemeinsamen Stellungnahme sagten gleich vier der größten internationalen Bitcoin-Börsen, Kraken, BitStamp, Circle sowie BTC China, sie distanzierten sich ausdrücklich von Mt. Gox: "Die tragische Verletzung der Vertrauensbeziehung gegenüber unseren Nutzern durch Mt. Gox war ein Resultat der Handlungen eines Unternehmens und reflektiert nicht den nachhaltigen Wert von Bitcoin und der digitalen Währungs-Industrie."

Erst am Montag hatte Mark Karpeles, Chief Executive Officer von Gox, sein Mandat bei der Bitcoin Foundation abgegeben. Die Foundation gilt als eine zentrale Interessensgruppe der digitalen Währung.

Die Bitcoin Foundation kommentierte den Rücktritt ihres CEO mit den folgenden Worten: "Wir sind derzeit nicht in der Lage zu beurteilen, ob Mt. Gox nach den besten Richtlinien den Bitcoin-Handel betrieben hat oder nicht. Was wir aber sagen können ist, dass es klare Anweisungen gibt, wie der Handel mit Bitcoins umzusetzen ist."

Im Original heißt das Statement: "While we are unable to comment on whether or not Mt. Gox’s business operations employed operational best practices and reasonable accounting procedures, we can assure the public that the Bitcoin protocol is functioning properly."

Bei Mt. Gox handelt es sich um einer der ersten und mit Abstand erfolgreichsten weltweit akzeptierten Bitcoin-Börsen. Doch trotz der Gerüchte um Sicherheitslücken, verweisen andere Bitcoin-Börsen nach wie vor darauf, wonach man auf die Datensicherheit größten Wert lege. So schreibt zum Beispiel die Bitcoin-Börse kraken.com:

"Wenn es zu deinem Geld kommt und deinen Account-Informationen, Sicherheit ist alles. Kraken ist entwickelt worden von einer Gruppe sehr erfahrener Professionals und setzt lediglich state-of-the-art security features ein, um den Diebstahl von Geld oder Informationen zu verhindern. Wir offerieren zudem weitere umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen, unterhalten aber auch fundierte Beziehungen zu Banken und der Justiz, um den stabilen Bitcoin-Handel und die Regulierungs-Sicherheit zu gewährleisten".

Die digitale Währung Bitcoin - auch bekannt als Satoshi Nakamoto - ist seit 2008 am Start. Seit 2011 werden Bitcoins unter anderem gegen Dollar gehandelt.