Oxfam Report: 85 Reichsten gehört 50 Prozent des Weltvermögens

Oxfam ist eine in Britannien ansässige Charity-Organisation, die sich den Kampf gegen Armut zum Ziel gesetzt hat. Rechnet man um, was die Studie von Oxfam tatsächlich bedeutet, so heißt dies, wonach 3,6 Milliarden Menschen (3.600.000.000) lediglich über so viel verfügen, wie 85 Einzelpersonen.

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Palast erbaut von Milliardären: Das 7-Sterne-Luxus-Hotel und Privat-Wohnhaus der Scheichs der Vereinigten Arabischen Emiraten in Abu Dhabi: Emirates Palace.

Der neue Oxfam Report belegt, wonach lediglich 85 der reichsten Menschen auf dem Planeten über 50 % des Vermögens auf der Welt verfügen würden.

Weiter schreibt Oxfam: Jeder der 85 Personen habe Zugang zu so viel Wohlstand, wie ihn sich 42 Millionen Menschen (42.000.000) teilen müssten. Konkret heißt dies: Jeder der 85 reichsten Menschen verfügt über so viel Wohlstand, wie Deutschland geteilt Einwohner hat. Sinnbildlich könnte man auch sagen, dass jeder der 85 reichsten Menschen über so viel Geld und Besitz verfügt, wie Kanada gemeinsam mit den US-Bundesstaaten Kansas und Kentucky zusammen an Einwohnern haben.

Der neue Oxfam-Report wurde rechtzeitig im Vorfeld des berühmten World Economic Forums im Schweizer Ort Davos veröffentlicht, welches am Mittwoch startet. Zu diesem Forum treffen sich traditionell viele der reichsten und mächtigsten Menschen aus Wirtschaft und Politik zum gemeinsamen Austausch.

Die Studien-Autoren von Oxfam kommen zudem zum Fazit, wonach "die letzten 25 Jahre seit 1990 gezeigt haben, dass der Reichtum der Welt in immer weniger Händen sich vereint". Mittlerweile verfügen die 85 reichsten Menschen über ein Vermögen von 110 Trillionen US-Dollar das sind 1100 Milliarden Dollar oder rund 810 Milliarden Euro - das entspreche 65 Mal des gesamten Besitzes der Hälfte der Ärmsten der Welt.

Weiter sagt Oxfam, wonach 210 Menschen neu in den Klub der Dollar-Milliardäre hinzugestoßen seien, was bedeute, dass es nun weltweit 1.400 Dollar-Milliardäre gebe - darunter rund 100 aus Deutschland.

Kritik übt Oxfam an der Tatsache, dass die Weltwirtschaftskrise von den über 3,6 Milliarden der ärmsten Menschen auf der Welt, also der Hälfte aller Menschen auf dem Globus, "enorme weitere Wohlstandseinschränkungen und noch größere Armut" bedeutet habe.

Doch genau in umgekehrter Folge sei dieses Prinzip für die 85 reichsten Menschen zu sehen: So hätten die 1.400 reichsten Menschen 95 % des seit dem Ausbruch der Weltwirtschaftskrise (2008) angehäuften neuen Wohlstands für sich abgreifen können. Bemerkenswert ist, dass ausgerechnet in Portugal das 1 Prozent der reichsten Menschen es geschafft habe, seit Ausbruch der Weltwirtschaftskrise im Jahr 2008, ihren Wohlstand nahezu zu verdoppeln. Ähnlich sehe es in Ländern wie den USA oder China aus.

So erklärt Oxfam: "Um einen Einblick in die Konzentration des Wohlstands der Welt zu geben, muss man sich klar machen, dass alleine Europas 10 reichsten Menschen die kompletten Kosten des EU-Stimulus-Programms in den Jahren 2008 bis 2010 zum Kampf gegen die Eurokrise aufwiegen können."