Warnung: Neues Chikungunya Fieber in Karibik von Moskitos übertragen

Jetzt warnt beispielsweise das amerikanische CDC ("Centers for Disease Control and Prevention") vor der neuen Mückenkrankheit, dem Chikungunya Virus, gesprochen als chik-un-GUHN-ya. Der Chikungunya Virus wird von den Stechmücken, bekannt auch als Moskitos oder Mosquito, übertragen und löst das Chikungunya Fieber aus.

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In der Karibik sind sie häufig eine Plage: Moskitos. Einige übertragen gefährliche Krankheiten. Deshalb müssen Reisende vorsorgen. Hier ein Strand eines 5-Sterne-Hotels in Punta Cana, Dominikanischen Republik.

Während es in Europa oder in Nord-Amerika kalt ist, zieht es hunderttausende Europäer in die Karibik - in die Dominikanische Republik, Jamaika, nach Puerto Rico, St. Martin oder Kuba. In vielen Urlaubsressorts ist aber ab Einbruch der Dunkelheit gegen 18 Uhr Stechmücken-Alarm - und damit ist nicht zu spaßen, wie der neue Chikungunya Virus zeigt.

Bislang taucht der Chikungunya Virus vor allem in Asien (zum Beispiel auf Bali in Regionen wie Denpasar), Indien oder Afrika auf, doch kaum waren Fälle aus der Karibik bekannt. Doch das ändert sich nun. Erstmals sind Urlauber oder Geschäftsreisende zunehmend auch in karibischen Ländern wie der Dominikanischen Republik, Jamaika, St. Martin, Puerto Rico oder Kuba, vom Chikungunya Fieber heimgesucht worden. Was viele zudem nicht wissen: Die Karibikinsel St. Martin gehört zu Frankreich und den Niederlanden, Teile davon sogar zur Europäischen Union, EU.

Neben der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC ("Centers for Disease Control and Prevention") hat nun auch die Weltgesundheits-Organisation, die World Health Organization, offiziell vor dem gefährlichen Stechmücken-Virus Chikungunya in der Karibik vor allem die Urlauber gewarnt. Alleine in St. Martin sind 20 Fälle des gefährlichen Chikungunya Fiebers registriert. Ursprünglich hatten die örtlichen Ärzte vermutet, es könne sich um das bekannte und ebenfalls gefährliche Dengue Fieber handeln, welches auch von Stechmücken übertragen wird. Erst nach eingehenderen Untersuchungen stellten Wissenschaftler fest, wonach man nun gehäuft auch in der Karibik Krankheitsfälle vor sich hatte, ausgelöst durch das Chikungunya Virus.

Wie das Chikungunya Virus in die Karibik kam, ist nicht klar. Die amerikanische Gesundheitsbehörde CDC geht davon aus, dass man nicht Reisende für den Import dieses Moskitos-Fiebers als Urheber ansehe. Vielmehr gehe man davon aus, dass die Mücken längst in der Karibik heimisch seien aber eben bislang überwiegend unentdeckt blieben.

Typische Symptome für das Chikungunya Fieber ist eine hohe Körpertemperatur, häufig verbunden mit starken Kopfschmerzen, erheblichen Gelenkschmerzen, welche über Wochen anhalten können. In der Regel treten die Chikungunya Symptome innerhalb von 7 Tagen an Personen auf, die von einer infizierten Mücke gestochen worden sind. Die beteiligten Insekten sind meist Aedes aegypti und Ae. albopictus Mücken. Diese beiden Mückensorten sind zudem ursächlich für das in der Karibik recht weit verbreitete Dengue-Fieber.

Auch wenn es kaum konsequent umzusetzen ist, so empfehlen doch die Gesundheitsbehörden, sich in der Karibik möglichst gut vor Insektenbissen zu schützen: Die Türe zum Schlafzimmer sollte entweder geschlossen sein oder ein Fliegengitter sollte davor sein.

Zudem sollten europäische Reisende in der Apotheke Anti-Stechmücken-Steckdosen-Stecker kaufen und in ihrem Urlaubshotel neben dem Bett anbringen (Steckdosen-Adapter notwendig!). Außerdem wird empfohlen bei Einbruch der Abenddämmerung - eine bei Moskitos besonders beliebte Zeit - sich mit Stechmücken-Spray ("insect repellent") einzuschmieren - besonders am Hals und Nacken, den Armen und den Beinen sowie Füßen.

Da Stechmücken-Sprays weltweit unterschiedlich zusammengesetzte sind, kann es lohnend sein, zwar ein eigenes Stechmücken-Spray im Urlaubsgepäck zu haben, aber zusätzlich eines vor Ort im Urlaubsland zu kaufen. Diese sind häufig effektiver, da sie auf die örtlichen Stechmücken besser abgestimmt sind. Als weitere Empfehlung gibt die WHO an, möglichst ab der Abenddämmerung auf langärmelige Kleidung an Armen und Beinen auszuweichen.

Doch wissen geplagte Urlauber: Gerade in der Karibik, in der es abends noch häufig um die 28 Grad warm sein kann, ist die langärmelige Kleidung eher eine Qual und 20 Stiche an Armen und weitere 20 bis 30 Stiche an den Beinen sind keine Seltenheit - trotz langer Kleidung. Dennoch bieten beispielsweise Leinenhosen sowohl gegen Stechmücken etwas Schutz als auch bieten sie die nötige Luftdurchlässigkeit, um nicht schwitzend das Dinner im Ressort-Restaurant zu sich nehmen zu müssen.

Bislang notierte die WHO alleine im Zeitraum 2006 bis 2009 gut 106 US-Bürger, die mit einer Chikungunya-Infektion aus der Karibik in die USA zurückkamen. Tendenz: Von Jahr zu Jahr steigend. Jährlich reisen alleine rund 9 Millionen Amerikaner aus den USA in die Karibik und auch bei den Deutschen, Österreichern oder Schweizern gehört die Karibik gerade in der kühlen Winterzeit zu den beliebtesten Reisezielen.

Bislang gibt es weder eine Impfung gegen das recht neue Chikungunya Fieber, noch eine spezifische empfohlene medizinische Behandlung. Ein weiteres Problem: Zwar steigen längst in Sumpfgebieten oder Flussgebieten in Mitteleuropa, beispielsweise am Rhein in Deutschland, jeden Sommer Flugzeuge oder Hubschrauber in den Himmel, um von dort mit Pestiziden gegen Mückenplagen vorzugehen, doch ist der Kampf gegen die Mücken in der Karibik immer noch nicht so umfangreich und konsequent von den Behörden vorangetrieben, wie es wünschenswert wäre.

Ein Urlauber im Meliá Caribe Tropical Urlaubsressort in Punta Cana berichtet Netz-Trends: "Das Hotel ist in der Nähe einst sumpfiger Gebiete gebaut. Ich bin auf dem Balkon faktisch jeden Abend während dem Urlaub mehrmals von Stechmücken heimgesucht worden." Dies deute darauf hin, ist sich der Urlauber sicher, dass "auch Hotels immer noch viel zu wenig im Kampf gegen Mücken und damit gegen Krankheits-Überträger machen".

Derzeit gilt jedenfalls: Wer sich das Chikungunya Fieber eingefangen hat, muss gut eine Woche einplanen, um sich von der schmerzlichen Krankheit wieder zu erholen. Allerdings können die Gelenkschmerzen bis zu zwei Monate andauern.

Dennoch mahnen die Gesundheitsbehörden vor überhasteten Aktionen - denn in der Regel seien Menschen, die sich einmal mit dem Chikungunya Fieber infizierten, lebenslang immun. Ganz anders beim in der Karibik verbreiteten weiteren Stechmücken-Fieber, dem Dengue Fieber: Kommt es hier zu einer zweiten Infektion, kann diese tödlich verlaufen. In der Dominikanischen Republik sterben im Jahr rund 100 Menschen am Dengue Fieber und rund 1.500 infizieren sich damit durch Stechmücken.

Bislang ist allerdings nicht bekannt, dass das Chikungunya Virus von Mensch zu Mensch überspringen kann. Die Übertragung findet nach bisheriger Erkenntnis vorwiegend über Mückenstiche statt.