Entsalzung Fukushima Kernkraftwerk geht voran um Leck zu stoppen

Die Entsalzung des Fukushima Daiichi Atom-Kernkraftwerks in Japan geht voran. Der Kernkraftbetreiber TEPCO kündigte an, man würde derzeit 360 Liter kontaminierten Wassers pro Minute entsalzen. Vor eineinhalb Jahren hatte TEPCO mit 10 Milliarden Becquerel Wasser unter Zusatz von Tausenden Tonnen Salz einen tragischen Atomunfall in Fukushima mehr oder weniger erfolgreich bekämpft. Salz gilt als gutes Isolationsmaterial gegenüber atomarer Strahlung. Die 10 Milliarden Becquerel salzhaltiges Wasser waren aber auch deshalb in die Atomreaktoren von Fukushima geleitet worden, um die Reaktoren einer Kühlung zu unterziehen und eine Überhitzung zu vermeiden. Wäre dieses nicht gelungen, hätte sich der Atomunfall zu einem nicht mehr kontrollierbaren Supergau ausweiten können.

Wer im Internet nach Dokumenten zur Atomkatastrophe von Fukushima sucht, findet tausende Zeugnisse.

Was man vor eineinhalb Jahren jedoch nicht bedacht hatte: Salz greift Beton und Stahl an. Deshalb war es in den Atommeilern 1 und 2 von Fukushima in den vergangenen Monaten zu gefährlichen Lecks gekommen. Diese erfordern nun das Kunststück der technischen Rolle rückwärts: Das Salz muss wieder aus dem atomar verstrahlten Wasser. Eine Vergrößerung der Lecks in den Atommeilern muss unter allen Umständen verhindert werden. Schon jetzt wurde an den Austrittsstellen der Reaktoren eine gefährlich hohe Dosis Kobalt und radioaktives Cäsium nachgewiesen. Dieses hatte die japanische Nuclear Regulatory Commission alarmiert, welche daraufhin den Kernkraft-Betreiber TEPCO aufgefordert hatte, das Problem umgehend in den Griff zu bekommen.

TEPCO teilte man, wonach man derzeit vor allem im Atomkraftwerk Fukushima Nr. 1 dabei sei, das Wasser zu entsalzen. Insgesamt möchte der Betreiber der japanischen Atommeiler 10 Milliarden Becquerel radioaktiv verseuchtes Wasser einer Entsalzung unterziehen.

30 Meter tiefes Atomloch

Für Erleichterung sorgt bei TEPCO, dass man bislang, trotz der Entsalzungsmaßnahmen des kontaminierten Wassers, keine größeren Veränderungen der atomaren Belastung in der Umwelt feststellen habe können. Man sei permanent dabei, die Strahlung zu überwachen und zu überprüfen.

Welches gigantische Ausmaß der Atomunfall in Japan hatte, zeigt sich an der schieren Tiefe des Atomlochs in Reaktor 1 von Fukushima. So hatte sich die atomare Strahlung nach dem Atomunfall 30 Meter in die Tiefe gefressen – bei einer Breite von 12 Metern.

Der Atomunfall im Atomkraftwerk Fukushima Nr. 1 hatte weltweit für Schlagzeilen gesorgt und entsetzte Besorgnis erregt. Deutschland hatte wenige Wochen danach unter Protest der deutschen Energiekonzerne und Atom-Betreiber die deutschen Atommeiler vom Netz genommen. Gleichzeit hatte die Bundesregierung aus CDU und FDP die Energiewende, die sogenannte Ökowende, eingeleitet. Doch kommt diese nun die Bürger in Deutschland teuer zu stehen. Die Strompreise steigen für Privathaushalte und die Unternehmen seit Monaten drastisch.

Stadtrat verärgert Regierung wegen Fukushima: "Verleumdungen auf Twitter"

Derweil kämpfen Politiker in der Präfektur Fukushima mit "Verleumdungen auf Twitter". So gibt es zahlreiche Tweeds, die behaupten, die Politik hätte in den vergangenen 30 Tagen nicht genügend gemacht, um eine Vergrößerung der Atomlecks in Fukushima zu vermeiden. Hierzu sagte Hamada Masayoshi, Stellvertretender Minister der Agentur für Entsorgung in Japan, er wolle "arbeiten, um den Wiederaufbau in Fukushima voranzutreiben".

Dabei würde die Regierung von Japan "unser Bestes geben, auch um die durch Twitter beschädigte Glaubwürdigkeit wieder herzustellen". Besonders verstimmt sind Mitglieder der Regierung von Japan über Tweeds, die wohl ein Stadtrat aus Kawamata in der Präfektur Fukushima wiederholt abgesetzt hatte und damit für Aufsehen gesorgt hatte.