Kriminalität: Australien hackte Handy von Indonesiens Präsident Yudhoyono

In typisch anglikanisch überheblicher und arroganter Art stellte sich bereits Australiens Premierminister Tony Abbott, der erst seit zwei Monaten im Amt ist, vor sein Parlament und sage, er sehe keinen Grund, warum er sich für das australische Hacken des Handys des indonesischen Staatschefs, entschuldigen solle. Die Spannungen zwischen Indonesien und Australien sind derzeit erheblich und die Vertrauensbasis beider wichtigen Länder im Südosten Asiens ist massiv beschädigt.

Screenshot Twitter
Twitter spielt in Indonesien keine große Rolle: Obwohl über 200 Millionen Einwohner, kommt Präsident Susilo Bambang Y nur auf 11000 Follower. Selbst Deutschlands Umweltminister hat vier Mal so viele.

Indonesia - Es ist das Kartell der 5 kriminellen Hackerregierungen: USA, Australien, Kanada, Neuseeland, Großbritannien. Mitglieder des Kartells hackten nicht nur die Handys der Staatschefs von Deutschland (Angela Merkel), von Brasilien oder Mexiko, sondern Australien scheint auch das Handy von Indonesiens Präsident Susilo Bambang Yudhoyono gehackt zu haben. Die Wut in Indonesien ist entsprechend groß. Die geplante Freihandelszone könnte auf der Kippe stehen.

In reflexartiger Verteidigungsmanier, so wie es Richter von Wiederholungstätern, die vor Gericht stehen, kennen, verteidigte Australiens Premierminister Tony Abbott die kriminellen Hackeraktionen seiner Regierung mit den Worten, man würde lediglich sein Land verteidigen. Sprich: "Man biegt sich das Recht so hin, wie man denkt, dass es stimmen könnte. Doch was heißt, Australien müsse Land und Boden gegen Indonesien verteidigen: Es stand kein Krieg bevor", sagte ein Berliner Politologe gegenüber Netz-Trends.

Deshalb stoßen Abbotts Äußerungen sowohl in Australien wie in Indonesien auf wenig Verständnis, dafür zeigt es aber einen Hauch dessen, wie verquer die Moral und das Rechtsverständnis einiger Staatschef zu schein scheint. Zahlreiche indonesische und australische Medien hatten die kriminellen Hackeraktivitäten von Tony Abbotts Regierungsapparat aufgedeckt.

Immerhin sagte Abbott, er persönlich entschuldige sich bei Yudhoyono, dass seine Vorgängerregierung die kriminellen Hackeraktivitäten gegen das Handy des indonesischen Staatschefs in die Wege geleitet habe. Das Handy des indonesischen Präsidenten Susilo Bambang Yudhoyono wurde von Australiens krimineller Hackertruppe der Regierung möglicherweise seit rund vier Jahren, seit August 2009, systematisch ausgelesen - Telefonate, SMS, Whatsapp- oder Viber-Messages etc. Bewiesen sind bislang mindestens 14 Tage, die das Handy abgehört wurde. Doch gehen Beobachter davon aus, dass die eindeutig belegten Tage lediglich die Spitze des Eisbergs sind.

Bereits der deutsche Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hatte im Angesicht der US-Hackerangriffe gegen Merkels Handy erklärt, dass es sich dabei um einen kriminellen und strafrechtlich relevanten Tatbestand handele und er erwarte, dass die Täter vor Gericht gestellt würden.

Yudhoyono nimmt auch via Twitter Stellung

Derweil sagte Yudhoyono auf seinem Twitter-Account, er sei aufgebracht und wütend über solch kriminellen Aktionen aus Australien, sehe aber dennoch auch künftig einer staatlichen Zusammenarbeit mit Australien entgegen, sofern von dort ein ausreichendes Entschuldigung komme. Allerdingsp spielt Twitter in Indonesien keine große Rolle. So kommt Yudhoyono auf gerade einmal 11.000 Follower.

US-Präsident Barack Obama hat es bis heute nicht für nötig gehalten, sich persönlich und öffentlich bei Angela Merkel, der deutschen Kanzlerin, für das kriminelle Hacken durch die US-Stasibehörde NSA, zu entschuldigen. In einem Interview, publiziert im Magazin Der Spiegel, sagte der ehemalige Präsidentschaftskandidat der USA, der Republikaner John McCain, welcher auch Senator in Arizona ist, wonach er der Meinung sei, dass sich US-Präsident Barack Obama (Demokraten) bei Merkel hätte öffentlich und persönlich entschuldigen müssten, statt seinen Sprecher vorzuschicken.

Der indonesische Präsident kommentierte die staatliche Cyber-Kriminalität aus Australien: "I bedauere die bisherigen Äußerungen des australischen Premierministers, welche die Hackerangriffe auf Indonesien versuchen herunterzuspielen ohne einen Hauch des Bedauerns". Weiter sagte er. "Die U.S. und Australiens Hacker-Tätigkeiten beschädigen die strategische Partnerschaft mit Indonesien."

Die weltweit tätigen kriminellen Hackeraktivitäten der "5 Eyes" wurden durch den amerikanischen Staatsbürger und ehemaligen CIA-Mitarbeiter Edward Snowden, 30, bekannt gegeben. Seither fordern viele Bürger und Staatschefs den Friedensnobelpreis für Snowden. Er hat noch bis zum Sommer 2014 in Russland Asylschutz. Die USA möchten Snowden 30 Jahre hinter Gitter bringen und betrachten ihn als Staatsfeind Numero Eins - fast auf einer Ebene, wie den durch die USA in Pakistan eliminierten Terrorfürsten Osama bin Laden (Al Quaida).

Ähnlich wie zwischen der EU und den USA belastet die Hacker-Affäre Australiens die derzeitigen Gespräche rund um eine Freihandelszone (free-trade agreement) zwischen Australien und Indonesien. Sie könnte nun auf der Kippe stehen. Die geplante Wirtschaftseinheit im südostasiatischen Raum hätte ein Volumen von rund 14,6 Milliarden Dollar. Außerdem versucht Australien Hilfe durch Indonesien in der Frage der zunehmend illegal in Australien eintreffenden asiatischen Flüchtlinge zu erhalten. Ähnlich wie im europäischen Lampedusa, kommen immer mehr arme Bürger in Booten an Australiens Küste und versuchen dort Schutz vor Armut zu finden.

"Wir sind naiv, wenn wir denken, Nationen würden sich gegenseitig nicht ausspionieren, aber es nie schön dabei erwischt zu werden", versuchen australische Wissenschaftler, wie Zareh Ghazarian, ein Politologe an Melbournes Monash University, das Problem der Hackeraktivitäten der australischen Regierung gegen den Premierminister von Indonesien, herunterzuspielen. Immerhin räumte er ein, dass es "die beiden Regierungen frustriert und dazu führt, dass Indonesiens Regierung künftig härtere bilaterale Verhandlungen führt".

Indonesien ist neben China das zweitgrößte asiatische Land mit der größten muslimischen Bevölkerung. Indonesiens Außenminister Marty Natalegawa bemüht sich derzeit um Wogenglättung und Diplomatie, in dem er lediglich feststelle: "Dieses ist nicht weniger als ein unfreundlicher Akt, welcher schon jetzt einen sehr ernsthaften Einfluss auf unsere bilateralen Beziehungen hat. Es ist nicht irgendeine smarte Angelegenheit die hier geschehen ist, sondern es verletzt sehr detailliert Gesetze - und zwar jedes einzelne, das mir hier dazu einfällt."