McDonalds sieht rot: Aus für Heinz Ketchup nach 40 Jahren - neuer Lieferant

Der Wechsel des Ketchup gleicht einer Revolution bei McDonalds, zumal jeder, der einigermaßen sich zu den Feinschmeckern rechnet, weiß: Ein Ketchup ist nicht gleich Ketchup und das Heinz Ketchup gehört einfach weltweit zu den besten. Dennoch haben amerikanische Kunden wohl ihre zu den Big Macs bestellten Pommes schon seit längerer Zeit nicht mehr mit Heinz Ketchup bekommen, heißt es in US-Medien ("American customers buying Big Macs aren't getting Heinz ketchup with their fries anyway", schreibt z.B. die Pittsburgh Post Gazette).

Foto: Heinz
Die berühmte Heinz-Ketchup-Flasche.

Der King of Burgers, McDonalds, geht einen gewagten Schritt: Nach rund 40 Jahren wird das berühmte amerikanische Ketchup Heinz (H. J. Heinz Company) von den McDonalds-Burgern und McDonalds-Pommes angeblich weltweit gestrichen. McDonalds betreibt weltweit im Franchise-System 34.000 Schnellrestaurants. Allerdings wird in den USA schon seit längerem Heinz Ketchup nicht mehr in allen McDonalds-Restaurants in Form der kleinen Packungen, der Dip & Squeeze Portionen, ausgeliefert.

Welches Ketchup künftig bei McDonalds angeboten wird, ist noch nicht klar. Heinz Ketchup wurde 1869 von dem damals 25-Jährigen Deutsch-Amerikaner Henry John Heinz gegründet. Er war eines von acht Kindern des deutschen Einwanderers Johann Heinrich Heinz. Er war gemeinsam mit seiner Frau aus der kleinen deutschen pfälzischen Stadt Kallstadt, berühmt für seine Weine, in die USA ausgewandert. Der jetzige amerikanische Außenminister John Kerry ist mit der ehemaligen Frau, Teresa Simoes Ferreira, des verstorbenen Urenkels und Erbens des Heinz-Imperiums, Henry John Heinz III, verheiratet. Henry John Heinz ist 1991 gestorben.

Die Ketchup-Revolution bei McDonalds wird ausgerechnet von einem Mann in die Wege geleitet, der vom Konkurrenten kommt: Vom ehemaligen Burger King Worldwide-CEO Bernardo Hees. Er agiere, heißt es in Medien, nach wie vor als Vizepräsident des Aufsichtsrats von Burger King, dessen Stammsitz in Miami ist. Dass die Nachricht vom angeblichen Ende des Heinz Ketchup bei McDonalds mit als erstes in der Pittsburgh Post Gazette erschienen ist, hat einen einfachen Grund: Pittsburgh ist der Hauptsitz der H.J. Heinz Company.

Heinz vertreibt seine Ketchups in über 50 Ländern. 15 der wichtigsten Heinz-Produkte sind für Zwei Drittel des Heinz-Umsatzes verantwortlich. Insgesamt verkauft das Ketchup-Imperium jährlich nach eigenen Angaben 650 Millionen Flaschen Ketchup weltweit. Das dürfte mit dem möglichen Abgang von McDonalds wohl nun etwas zurückgehen.

Bereits im Jahr 1986 verwies John F. Love in seinem Buch "McDonald's: Behind the Arches" auf die wichtige Bedeutung von McDonalds für Heinz Ketchup hin. Zum jetzigen spekulierten Ende des Liefervertrages von Heinz an McDonalds dürfte auch beigetragen haben, dass Heinz in Zeiten von Tomatenengpässen, wird zumindest behauptet, nicht ausreichend Ketchup hätte liefern können. Ob das Gerüchte sind, die nur durchs Internet wabern, oder Realität, kann Netz-Trends nicht nachprüfen.

Möglicherweise trägt aber eine Verschiebung der wichtigsten Anteilseigner an Heinz Ketchup eine tragende Rolle in der spekulierten Beendigung der Geschäftsbeziehung zwischen Heinz und McDonalds. So hatte die Mehrheit am Unternehmen in diesem Jahr die 3G Capital sowie die über 200 Milliarden US-Dollar schwere Berkshire Hathaway von Warren Buffett übernommen. 3G Capital hatte bereits vor einigen Jahren Burger King sich einverleibt.

Derweil wird Lisa McComb, Director der McDonald's U.S. Media Relations, mit den Worten zitiert, wonach die Auswirkungen für Heinz eher international seien. So zitiert die Pittsburgh Post Gazette McComb mit den Worten: "Es ist eine globale Verschiebung zu anderen Lieferanten. Heinz wurde in den USA in nur zwei Märkten genutzt." Die beiden Märkte seien in Pittsburgh und Minneapolis gelegen. Auch weltweit sei Heinz Ketchup nicht in allen Ländern in McDonalds Filialen ausgeliefert worden. In Deutschland hingegen bekommen Kunden zu ihrem Pommes Frites auch Heinz Ketchup - ob das allerdings für alle deutschen McDonalds Filialen gilt, ist unklar.

Allerdings wird Heinz Ketchup weltweit auch von anderen Fastfood-Ketten benutzt. Hierzu gehören zum Beispiel Wendy's oder Chick-fil-A. Bislang findet sich im Pressebereich von Heinz kein Statement zur neuen Geschäftsentwicklung. Auch hier muss deshalb wiederum ein Zitat herhalten, das in US-Blogs zu finden ist. Demnach habe Michael Mullen, der Senior Vice President der Hein Corporate and Government Affairs, gesagt, wonach "es zum Grundsatz gehört, dass Heinz keine Kommentare zu seinen Geschäftsbeziehungen und Kunden verlautbart".