Nachtflugverbot Noch mehr Fluglärm in Leipzig - FedEx kommt mit 128 Maschinen

Nach Berichten der BILD-Zeitung könnte die Ansiedlung des US-amerikanischen Logistikkonzerns am Flughafen Leipzig/Halle kurz bevor stehen. Ginge es nach den Wünschen der „Wirtschaftsförderer“, unter ihnen der Leipziger Amtsleiter Schimansky, sollte im September der Deal in Sack und Tüten sein. BILD verspricht den Leipzigern „hunderte neue Jobs“. Tatsächlich aber sind Dienstleistungsfirmen aus den USA gerade nicht für auskömmliche Entlohnung und ein gutes Arbeitsklima bekannt – amazon lässt grüßen. Aber warum ist Leipzig/Halle so interessant für FedEx? Wegen der unbegrenzten Nachtflugerlaubnis auch für ihre überalterten, super-lauten Frachttransporter der Typen MD-10 und MD-11. FedEx besitzt 128 Maschinen davon und ist damit deren weltgrößter Betreiber.

www.Nachtflugverbot-Leipzig.de
Die Fluglärmgegner treffen sich am Mittwoch, dem 18. September, um 12:30 Uhr vor dem Haupteingang des Leipziger Neuen Rathauses.

Faß ohne Boden

Aber auch FedEx würde dem Flughafen Leipzig/Halle nicht aus den tiefroten Zahlen helfen. Denn wenn der Flughafen, wie andere Flughäfen auch, wenigstens kostendeckende Start- und Landegebühren erheben würde, hätte er im Konkurrenzkampf keine Chance. Weil die mit ca. 1 Mrd. € öffentlichen Geldern errichteten Anlagen völlig überdimensioniert sind, erwirtschaftet der Flughafen alljährlich einen Verlust in Höhe von 40 bis 60 Mio. € - mit zunehmender Tendenz! Jedes private Unternehmen wäre schon längst Konkurs gegangen. Aber der Flughafen überlebt, weil willfährige Politiker von CDU, FDP und SPD immer wieder neue Zuschüsse gewähren! Die Begründung: Die (krank machenden, mit Hungerlöhnen vergüteten) Jobs müssen erhalten bleiben! Dafür plant man schon mal die Schließung von Wissenschaftsstandorten wie die Uniklinik Halle, um anderswo das hier herausgeworfene Geld zu sparen. Die Ärzte und Krankenpfleger haben ja gute Chancen auf einen Job bei DHL!

Katastrophe vorprogrammiert

Am 9. August ist die Gegend um den Flughafen Leipzig/Halle nur knapp einer Katastrophe entgangen. Denn was passiert wäre, wenn die 44 Jahre alte AN-12 nicht am Boden, sondern in der Luft in Flammen aufgegangen wäre, will man sich lieber nicht vorstellen. Die ukrainischen “Seelenverkäufer” haben seit 2007 zehn größere Unglücke verursacht. Deshalb wurden sie in Russland bereits 2011 aus dem Verkehr gezogen. Nur das deutsche Luftfahrtbundesamt sieht keine Veranlassung dafür, die Maschinen endlich auch in Deutschland zu verbieten – die Papiere seien ja in Ordnung. Besonders schlimm: Nur 9 Tage nach der Havarie landete wieder eine AN-12 in Leipzig – ohne wenigstens die Feststellung der Unglücksursache abzuwarten!

Man muss sich auch fragen, ob es besonders ethisch, ökologisch oder auch nur wirtschaftlich sinnvoll sein kann, 50.000 Kücken um die halbe Welt zu transportieren! Maximalprofit ist für die Verantwortlichen offenbar in jeder Hinsicht wichtiger als die Ehrfurcht vor dem Leben!

Beweis: Fluglärm macht krank!

Dass Fluglärm krank macht, wissen Viele aus eigener schlimmer Erfahrung. Seriöse Wissenschaftler, die das durch statistische Untersuchungen untermauerten, wurden bisher von der Luftfahrtlobby diffamiert. Eine neue Studie der Uniklinik Mainz hat jetzt erstmals gezeigt, welche körperlichen Mechanismen durch Fluglärm ausgelöst werden. Schon nach kurzer Einwirkung von Nachtfluglärm wird verstärkt das Stresshormon Adrenalin ausgeschüttet. Die Erweiterungsfähigkeit der Arterien nimmt ab, was den Blutdruck erhöht. Bei vielen Personen wird, ähnlich wie bei Rauchern, die Gefäßinnenwand geschädigt. Damit ist der Wirkmechanismus aufgeklärt und der Beweis erbracht, dass Fluglärm wirklich krank macht.

Nicht nur am Flughafen Leipzig/Halle steht damit die Luftfahrtlobby mit dem Rücken zur Wand! Anders als von ihnen und den Regierenden in Berlin geplant, werden Nachtflugverbote immer mehr zur Regel an europäischen Flughäfen werden. Die IG Nachtflugverbot Leipzig/Halle wird diese neue Studie in das vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg anhängige Klageverfahren einbringen!

Unterstützen Sie die IG Nachtflugverbot Leipzig/Halle :

Spenden zur weiteren Finanzierung des Prozesses vorm Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte richten Sie bitte an:

Förderverein für Lärm-, Umwelt- und Gesundheitsschutz

Kontonummer 1100 875 774, BLZ 860 555 92 / Sparkasse Leipzig.

Weitere Informationen finden Sie unter www.Nachtflugverbot-Leipzig.de.

Die Fluglärmgegner treffen sich am Mittwoch, dem 18. September, um 12:30 Uhr vor dem Haupteingang des Leipziger Neuen Rathauses.