Michael Dell kauft Computer Dell für 18 Mrd. Euro zurück

US-Medien berichten, wonach Michael Dell gemeinsam mit einem Partner Dell-Anteile im Wert von 24,8 Mrd. US-Dollar (18,1 Mrd. Euro) übernehmen werde, um schließlich auf einen Gesamtanteil von 75 Prozent an Dell Computer zu kommen. Mit einer Zweidrittel-Mehrheit könnte Dell von der Börse genommen werden.

Dell Presse
Berühmt und von vielen als qualitativ hochwertig aber günstig geschätzt: Dell-Notebooks.

Michael Dell, der legendäre Gründer des gleichnamigen US-amerikanischen Computerkonzerns Dell, kauft das einst von ihm gegründete Unternehmen Dell wieder zurück. Das Ziel könnte sein, dass Michael Dell den Computerhersteller Dell anschließend von der Börse nimmt und damit Druck vom Unternehmen nimmt, alle drei Monate Quartalszahlen der Öffentlichkeit vorlegen zu müssen. Damit wäre Dell als "publicly traded company" Geschichte.

Milliardär Michael Dell, der gleichzeitig als CEO von Dell agiert, sagte am Donnerstag, ein Rückkauf der Anteile an Dell sei der einzig richtige Weg, um dem Computerhersteller eine gute Zukunft gewährleisten zu können. Dell hatte das Unternehmen vor bald 30 Jahren, 1984, in seinem College-Zimmer gegründet und hatte seitdem einen rasanten Aufstieg erlebt. Doch seit wenigen Jahren geht es bergab. Die Verkäufe der berühmten Dell-Notebooks gehen zurück, ebenso die Verkäufe der sonstigen Dell-Computer. Legendär war Dell, da seine Computer vor allem über das Internet vertrieben wurden und zwar zu recht günstigen Konditionen bei guter Qualität.

Michael Dell sagte zu seinem Rückkauf: "Indem wir Dell wieder privatisieren, gehen wir zurück zu unserer Basis, fokussieren uns auf unseren großen Gründungs-Spirit, welcher Dell zu einem der am schnellsten wachsenden und erfolgreichsten Unternehmen in der Geschichte gemacht hatte".

Insgesamt möchte Dell gemeinsam mit einem Investor 25 Mrd. US-Dollar (18,1 Mrd. Euro) für den Rückkauf von Dell Computer investieren. Allerdings war dieser Rückkauf nicht einfach über die Bühne gegangen. Vielmehr hatten sich bisherige Dell-Großaktionäre, wie der Milliardär Carl Icahn sowie die Southeastern Asset Management, deutlich gegen Dells Pläne eines Rückkaufs ausgesprochen.

Dell soll Dienstleister und Software-Hersteller werden

Michael Dell übernimmt die Anteile von Dell gemeinsam mit der Private Equity Firma Silver Lake. Dabei möchte Michael Dell künftig den Computerhersteller Dell von einem Hardware-Produzenten zu einem Software-Produzenten umgestalten, sowie zu einem Dienstleistungskonzern und zwar nach dem Vorbild von IBM oder Hewlett-Packard. Zu Dells neuen Dienstleistungen sollen Cloud Computing, Sicherheits-Software, Big Data sowie Mobile Dienste gehören.

Wie dramatisch die Lage rund um Dell ist, zeigt sich daran, dass der letzte Quartalsgewinn um weitere 72 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal eingebrochen ist. Michael Dell wird nun gemeinsam mit seinem Partner, der Private Equity Firma Silver Lake, den bisherigen Aktionären 13,75 US-Dollar je Aktie bezahlen - zuzüglich einer Sonder-Dividende in Höhe von 13 Cent pro Anteilsschein.

Abgeschlossen werden soll der Milliarden-Rückkauf von Dell-Aktien zum 1. November 2013. An diesem Tag möchte Michael Dell wieder 75 Prozent an Dell Computer besitzen.

Kenner des PC-Marktes befürchten allerdings, dass Michael Dell mit seinem gigantischen Übernahmepaket in Höhe von rund 18 Mrd. Euro sich übernehmen könnte. Denn das Gelingen einer Restrukturierung von Dell Computer gilt alles andere als gewiss.