IBM erweitert watsonx Orchestrate um Funktionen, die KI-Agenten auf mehreren Plattformen auffinden, isolieren und bewerten sollen. Vault soll ihre Zugriffe zusätzlich begrenzen.
Das Wichtigste in Kürze
- IBM kündigt neue Funktionen für die Verwaltung von KI-Agenten über verschiedene Plattformen an.
- „Discover“ und „Contain“ sind laut IBM zunächst als Tech Preview vorgesehen.
- „Evaluate“ soll Qualität, Genauigkeit und Regelkonformität prüfen sowie Modell- und Tokenkosten sichtbar machen.
Unternehmen setzen KI-Agenten zunehmend für Aufgaben ein, bei denen Software Daten abruft, Werkzeuge nutzt und Arbeitsabläufe ausführt. IBM will solche Agenten künftig auch dann auffinden und kontrollieren lassen, wenn sie außerhalb der eigenen Plattform entstanden sind. Die angekündigten Funktionen für watsonx Orchestrate reichen von einer zentralen Übersicht bis zur Abschottung auffälliger Agenten.
IBM stellte die Neuerungen am 27. Oktober 2026 auf seiner TechXchange-Veranstaltung vor. Im Mittelpunkt stehen drei Bereiche: Agenten entdecken, Laufzeitverhalten begrenzen und Ergebnisse bewerten. Die Erkennung und Abschottung bezeichnet IBM als Tech Preview; einen allgemeinen Verfügbarkeitstermin nennt die Ankündigung nicht. Quelle: IBM Newsroom, 27. Oktober 2026

Was Orchestrate neu können soll
Mit „Discover“ soll watsonx Orchestrate Agenten finden, die in Drittanbieterumgebungen erstellt wurden. IBM nennt dafür Amazon Bedrock, Microsoft Foundry und Google Gemini. Die Funktion soll außerdem Modelle und MCP-Server erfassen. Ziel ist, Agenten sichtbar zu machen, ohne sie einzeln von Hand in ein Verzeichnis einzutragen. Auch diese Erkennungsfunktion führt IBM ausdrücklich als Tech Preview.
„Contain“ soll Agenten in isolierten Umgebungen ausführen, damit ein fehlerhafter oder kompromittierter Agent nicht ohne Weiteres andere Agenten beeinträchtigt. IBM nennt zudem einen zentralen Abschaltknopf, mit dem Teams einen Agenten stoppen können. Auch dieses Angebot ist laut IBM zunächst eine Tech Preview. Die Ankündigung nennt weder einen konkreten Starttermin für die allgemeine Verfügbarkeit noch Preise.
Der dritte Bereich heißt „Evaluate“. IBM beschreibt damit Tests von Qualität, Genauigkeit und Regelkonformität vor dem Einsatz sowie eine Überwachung im laufenden Betrieb. Eine Kostenübersicht soll zeigen, welche Modelle und wie viele Tokens ein Agent nutzt. In der Mitteilung wird diese Bewertungsfunktion nicht als Tech Preview bezeichnet; daraus lässt sich jedoch kein konkreter Verfügbarkeits- oder Vertragsumfang ableiten.
Identität und Zugangsdaten begrenzen
Die Orchestrate-Funktionen sind Teil eines größeren Kontrollansatzes. IBM beschreibt Agent Identity als Register mit Angaben dazu, wem ein Agent gehört, in welchem Lebenszyklusstatus er sich befindet und welche Befugnisse ihm erteilt wurden. Zusammen mit HashiCorp Vault sollen kurzlebige Zugangsdaten und Berechtigungen nach dem Prinzip der geringsten nötigen Rechte eingesetzt werden. Laut IBM kann der Zugriff verweigert und eine Sitzung beendet werden, wenn ein Agent eine nicht genehmigte Aktion versucht.
Das unterscheidet die Ankündigung vom separaten IBM-Beitrag vom 26. Oktober: Dort meldete IBM die allgemeine Verfügbarkeit von Agent Identity. Die Meldung vom Folgetag konzentriert sich auf die zusätzlichen Orchestrate-Funktionen für plattformübergreifende Erkennung, Abschottung und Bewertung. IBM-Mitteilung zur allgemeinen Verfügbarkeit von Agent Identity
Die Verbindung mit Vault soll außerdem den Umgang mit dauerhaften Geheimnissen reduzieren. IBM zufolge kann Vault zielbezogene, kurzlebige Zugangsdaten bereitstellen; Vault 2.2 soll Agenten eigene geschützte Konten geben und Zugangsdaten automatisch erneuern. Diese Funktionen ersetzen keine sorgfältige Rechtevergabe: Sie wirken nur im Rahmen der angebundenen Systeme und eingerichteten Richtlinien.
Was Unternehmen beachten sollten
Für Unternehmen in Deutschland, die Agenten über mehrere Cloud- und Entwicklungsumgebungen verteilen, kann eine zentrale Übersicht helfen, Zuständigkeiten und Zugriffswege besser zu dokumentieren. Das ist eine Einordnung aus IBMs beschriebenem Funktionsumfang, kein unabhängiger Wirksamkeitsnachweis. Die Ankündigung enthält keine vergleichenden Testergebnisse und nennt keine deutschen Kunden oder konkreten Einsparungen.
Vor einem produktiven Einsatz sollten IT- und Sicherheitsteams deshalb prüfen, welche Plattformen tatsächlich angebunden sind, welche Aktionen ein Agent ausführen darf und wie sich ein Fehlverhalten stoppen lässt. Bei „Discover“ und „Contain“ ist zusätzlich zu berücksichtigen, dass IBM sie zunächst als Tech Preview kennzeichnet. Eine Vorschau ist kein Beleg dafür, dass die Funktionen bereits für geschäftskritische Abläufe allgemein verfügbar sind.
Die Produktseite beschreibt IBM Agent Identity als Lösung zur Registrierung, Authentifizierung, Autorisierung und Verwaltung von Agenten über ihren Lebenszyklus. Sie nennt außerdem Delegation, Laufzeitkontrollen und Prüfprotokolle als Bausteine. IBM Agent Identity: Produktbeschreibung
Häufige Fragen
Welche neuen KI-Agenten-Funktionen stellt IBM vor?
IBM kündigt für watsonx Orchestrate die Bereiche „Discover“, „Contain“ und „Evaluate“ an. Damit sollen Agenten auf mehreren Plattformen gefunden, isoliert ausgeführt und vor sowie während des Betriebs bewertet werden können.
Sind „Discover“ und „Contain“ bereits allgemein verfügbar?
Nein. IBM bezeichnet beide Funktionen in der Ankündigung vom 27. Oktober 2026 als Tech Preview. Ein Termin für die allgemeine Verfügbarkeit wird dort nicht genannt.
Welche Rolle spielt HashiCorp Vault?
Vault soll Agenten mit kurzlebigen und aufgabenbezogenen Zugangsdaten versorgen. IBM beschreibt außerdem eine Verknüpfung mit Agent Identity, damit Berechtigungen begrenzt und bei nicht genehmigten Aktionen entzogen werden können.
Welche Kontrollen wären für KI-Agenten in Ihrem Unternehmen am wichtigsten – eine vollständige Übersicht, enge Zugriffsrechte oder ein sofortiger Abschaltweg? Teilen Sie Ihre Einschätzung gern in den Kommentaren.
Quellen und Stand
- IBM Newsroom: neue Identitäts- und Kontrollfunktionen für KI-Agenten, 27. Oktober 2026
- IBM: Agent Identity ist allgemein verfügbar, 26. Oktober 2026
- IBM Agent Identity – Produktbeschreibung
Recherche- und Datenstand: 31. Oktober 2026.
Transparenz: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz recherchiert und formuliert und ist zur menschlichen redaktionellen Prüfung vorgesehen.