Chipwerte verlieren bis zu 20 Prozent binnen einer Woche, der DAX gibt rund 3 Prozent vom Rekordhoch ab – Finanztest rät zum Durchhalten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der DAX ist vom Rekordhoch bei 26.692 Punkten am Donnerstag auf rund 25.880 Punkte am Freitagvormittag gefallen, ein Rückgang von etwa 3 Prozent.
  • In den USA verlor der Halbleiterindex SOX am Donnerstag mehr als 12 Prozent, der Nasdaq 100 schloss 6,4 Prozent im Minus.
  • Als Auslöser gelten die US-Zwischenwahlen: In mehreren Bundesstaaten ging es auch um den umstrittenen Ausbau neuer KI-Rechenzentren, was besonders Chip-Aktien trifft.
  • Für Sparerinnen und Sparer mit ETF-Sparplan ändert ein einzelner Kursrutsch laut Stiftung Warentest grundsätzlich nichts am langfristigen Plan.

Der DAX ist am Freitag deutlich unter sein Rekordhoch vom Vortag gefallen, nachdem die US-Zwischenwahlen neue Zweifel am KI-Boom geweckt haben. Besonders Chip-Werte in den USA und Asien gerieten unter Druck.

Wer über einen ETF-Sparplan in Aktien investiert, bekommt solche Tage direkt im eigenen Depot zu spüren. Dieser Artikel ordnet ein, was am Freitagvormittag tatsächlich passiert ist, warum die US-Wahl damit zu tun hat – und was Finanzexpertinnen und -experten von Stiftung Warentest Sparerinnen und Sparern in solchen Phasen raten.

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Wie tief die Kurse gefallen sind

Am Donnerstag hatte der DAX im Handelsverlauf mit 26.692 Punkten ein neues Rekordhoch erreicht. Am Freitagvormittag rutschte der deutsche Leitindex laut Kursdaten der Frankfurter Wertpapierbörse (Xetra) zeitweise bis auf rund 25.880 Punkte ab, ein Rückgang von gut 800 Punkten oder knapp 3 Prozent gegenüber dem Rekordhoch. Stand der Zahlen: Freitag, 6. November 2026, Vormittagshandel.

In den USA war der Einbruch am Donnerstag deutlich schärfer: Der Nasdaq 100 schloss 6,4 Prozent niedriger, der Philadelphia Semiconductor Index (SOX), der die größten Chip-Hersteller zusammenfasst, verlor mehr als 12 Prozent an einem einzigen Handelstag. Der Dow Jones gab rund 3,4 Prozent ab. Auf Wochensicht steht bei einzelnen Chip-Titeln ein noch deutlicheres Minus: Der Kurs von AMD lag trotz einer Erholung am Freitagmorgen von rund 3,5 Prozent auf Wochensicht noch etwa 20 Prozent im Minus, Nvidia rund 11 Prozent. In Südkorea wurde der Handel mit den Chip-Herstellern Samsung und SK Hynix zeitweise ausgesetzt, der japanische Nikkei-Index verlor mehr als 5 Prozent.

Auch deutsche Industriewerte blieben nicht verschont: Die Aktie von Daimler Truck fiel um rund 5 Prozent auf etwa 39,30 Euro – obwohl das Unternehmen im Nordamerika-Geschäft zuletzt solide Zahlen vorgelegt hatte. Das zeigt, wie stark ein breiter Ausverkauf auch fundamental gesunde Werte mit nach unten zieht. Analystinnen und Analysten verweisen zudem auf die hohe Bewertung vieler Technologiewerte, die solche Rücksetzer wahrscheinlicher macht als in ruhigeren Marktphasen.

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Warum die US-Wahl die Kurse drückt

Am Dienstag fanden in den USA die Zwischenwahlen statt, bei denen unter anderem mehrere Gouverneursposten und Teile des Kongresses neu besetzt wurden. In einigen Bundesstaaten – darunter Texas – war der weitere Ausbau großer Rechenzentren für Künstliche Intelligenz im Wahlkampf ein zentrales Thema, da deren Strombedarf und Flächenverbrauch vor Ort zunehmend auf Widerstand gestoßen waren. Das genaue, amtlich festgestellte Ergebnis einzelner Rennen lag zum Stand dieses Artikels noch nicht vollständig vor.

Für die Finanzmärkte reichte bereits die Unsicherheit über den Ausgang als Signal: Ein Großteil der Kursgewinne von Chip-Herstellern wie Nvidia und AMD in den vergangenen zwei Jahren beruhte auf der Erwartung, dass Technologiekonzerne ihre Investitionen in KI-Rechenzentren weiter ausbauen. Jede politische Bremse bei neuen Rechenzentren würde unmittelbar die Umsatzerwartungen der Zulieferer treffen. Hinzu kommt, dass ein erheblicher Teil der jüngsten Kursgewinne an der US-Börse auf vergleichsweise wenige große Technologiewerte entfiel – ein sogenanntes Klumpenrisiko, das Rückschläge in diesem Sektor besonders deutlich auf die Gesamtindizes durchschlagen lässt. Am Nachmittag standen zudem neue US-Arbeitsmarktdaten an, die als nächster Hinweis auf die künftige Zinspolitik der US-Notenbank galten.

Was das für den ETF-Sparplan bedeutet

Für Anlegerinnen und Anleger mit einem langfristigen ETF-Sparplan auf einen breit gestreuten Welt-Aktienindex ändert ein einzelner, auch kräftiger Kursrutsch an der grundsätzlichen Strategie zunächst nichts. Die Stiftung Warentest empfiehlt in ihren Finanztest-Veröffentlichungen, einen Aktien-ETF-Sparplan als Faustregel mindestens 20 Jahre laufen zu lassen; nach ihrer Auswertung gab es für weltweit streuende Aktien-ETF-Sparpläne historisch keinen 20-Jahres-Zeitraum mit einem Verlust am Ende der Laufzeit.

Wer dagegen gezielt in einzelne Branchen wie Halbleiter oder Künstliche Intelligenz investiert hat, trägt laut Stiftung Warentest ein deutlich höheres Klumpenrisiko und sollte seine Fondsauswahl in ruhigeren Marktphasen überprüfen. Für Geld, das kurzfristig benötigt wird – etwa für eine Anschaffung im kommenden Jahr –, eignen sich nach dieser Einordnung ohnehin keine Aktien-ETF, sondern Tagesgeld oder Festgeld.

Modellrechnung: Weitersparen trotz Kursrutsch

  • Ausgangslage: 150 Euro monatlicher ETF-Sparplan auf einen Welt-Aktienindex.
  • Bei einem Kursrückgang von 3 Prozent: Für dieselbe Sparrate von 150 Euro werden rechnerisch rund 3 Prozent mehr Anteile gekauft als vor dem Rückgang.
  • Wer aussetzt: verzichtet auf diesen zusätzlichen Anteilskauf und beteiligt sich entsprechend auch nicht an einer möglichen späteren Erholung dieser Rate.

Modellrechnung von NETZ-TRENDS, keine Anlageberatung und keine Prognose für die tatsächliche Kursentwicklung. Ob und wie stark sich Kurse erholen, ist offen.

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Wichtig bleibt dabei die Unterscheidung zwischen einem kurzfristigen Kursrutsch wie an diesem Freitag und einer länger anhaltenden Korrektur. Erst wenn sich über Monate ein klarer Abwärtstrend zeigt, stellt sich für Sparerinnen und Sparer überhaupt die Frage, ob die ursprüngliche Risikoeinstufung noch zur eigenen Lebenssituation passt.

Checkliste für Tage wie diesen

  • Sparplan nicht aus Reflex pausieren oder ETF-Anteile verkaufen, nur weil der Kurs an einem Tag fällt.
  • Prüfen, ob das eigene Depot breit gestreut ist oder stark auf einzelne Branchen wie Halbleiter setzt.
  • Geld, das in den nächsten ein bis drei Jahren gebraucht wird, nicht in Aktien-ETF halten.
  • Entscheidungen nicht am Tag des Kursrutschs treffen, sondern mit Abstand und anhand der eigenen Anlagedauer.

Wer unsicher ist, ob die eigene Geldanlage noch zur persönlichen Risikobereitschaft passt, findet bei unabhängigen Verbraucherorganisationen wie der Verbraucherzentrale oder in den Analysen der Stiftung Warentest eine erste, werbefreie Orientierung – beide sprechen keine Empfehlung für einzelne Aktien oder Fonds aus.

Häufige Fragen

Sollte ich meinen ETF-Sparplan jetzt stoppen?

Für einen langfristig angelegten, breit gestreuten Aktien-ETF-Sparplan gibt es laut Stiftung Warentest keinen Grund, wegen eines einzelnen Kursrückgangs zu pausieren. Historisch glichen sich Kursverluste bei weltweit streuenden ETF-Sparplänen über Zeiträume von mindestens 20 Jahren aus.

Warum reagiert die Börse so stark auf eine US-Wahl?

Weil der Ausbau von KI-Rechenzentren in mehreren US-Bundesstaaten zum Wahlkampfthema wurde und die Unsicherheit über den Ausgang als mögliche Bremse für dieses Geschäft gedeutet wurde. Da die Kursgewinne von Chip-Herstellern wie Nvidia und AMD stark auf der Erwartung eines wachsenden Rechenzentren-Geschäfts beruhten, reagieren deren Aktien besonders empfindlich.

Ist mein Geld auf dem Tagesgeldkonto von so einem Kursrutsch betroffen?

Nein. Ein Kursrückgang bei Aktien und Aktien-ETF betrifft nur Geld, das tatsächlich in solche Wertpapiere investiert ist. Guthaben auf Tagesgeld- oder Festgeldkonten ist davon unabhängig und bis 100.000 Euro pro Kundin oder Kunde und Bank gesetzlich über die Einlagensicherung abgesichert.

Wie erkenne ich, ob mein ETF-Depot ein Klumpenrisiko hat?

Ein Blick in die Zusammensetzung des Fonds zeigt, wie stark einzelne Branchen oder Länder gewichtet sind. Wer statt eines breit gestreuten Welt-ETF gezielt in Themenfonds etwa zu Halbleitern oder Künstlicher Intelligenz investiert hat, trägt laut Stiftung Warentest ein höheres Risiko als mit einem breit gestreuten Index.

Quellen und Stand

  • Kursdaten DAX: Frankfurter Wertpapierbörse (Xetra), Stand 6. November 2026, Vormittagshandel.
  • Kursdaten Nasdaq 100, Philadelphia Semiconductor Index (SOX), Dow Jones, Nikkei: jeweilige Indexanbieter, Stand Handelsschluss 5. November 2026 bzw. Vormittag 6. November 2026.
  • Stiftung Warentest / Finanztest: „Börsenkrise: Mit dem Crash umgehen“, Pressemitteilung vom 21.4.2020.
  • Stiftung Warentest / Finanztest: „Sparpläne: Zeitgemäß Vermögen aufbauen“, Pressemitteilung vom 21.7.2020.

Recherche- und Datenstand: 6. November 2026.

Transparenz: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz recherchiert und formuliert und ist zur menschlichen redaktionellen Prüfung vorgesehen.

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