Rollläden sind out, Außenjalousien sind in. Jeder der heute ein Haus baut, weiß: Ein Rollladen ist nicht nur ästhetisch nicht unbedingt erste Wahl, sondern auch praktisch. So sammeln sich im Laufe der Zeit Spinnen, Blätter, Spinnennetze und unzählige Schmutzpartikel auf der Innenseite zum Fenster. Da heute aber immer größere Glasflächen in Häusern verbaut werden, die in der Regel sich nicht in jedem Fall öffnen lassen, ist ein Putzen der Rollläden von der Innenseite nicht mehr möglich. Wenig schön ist zudem, dass klassische Rollläden ein Haus oder eine Wohnung entweder komplett abdunkeln oder komplett der Sonneneinstrahlung bei geöffnetem Zustand aussetzen. Doch beim Kauf der teureren Außenjalousien muss auf einiges geachtet werden. Netz-trends.de gibt Tipps.
Mit den seit rund zehn Jahren auch in Privathäusern immer häufiger eingebauten Außenjalousien sind gleich mehrere Probleme im Vergleich zu einem Rollladen behoben: Sie lassen sich variabel einstellen und verhindern somit eine grundsätzliche komplette Abdunkelung. Durch die flexible Lamelleneinstellung ist es sehr einfach, die Außenjalousien zu putzen – beziehungsweise sie von Profifirmen putzen zu lassen. Aus Sicherheitsgründen verbaut man heute in der Regel sowieso weder Jalousien noch Rollläden, da die Fenster immer besser verarbeitet sind. Gute – beispielsweise verschließbare Fenster mit mehreren Sicherheitsnocken, die in einer Schiene einklicken – lassen sich weder leicht aufhebeln noch leicht zerschlagen.
Außenjalousie oder Rollladen?
Wer sich beim Hausbau für Außenjalousien entscheidet, der sollte unbedingt daran denken: Es kann eine teure Angelegenheit sein – und eine nervige. So fahren vollautomatische Systeme häufig bereits bei leichtestem Wind die Außenjalousien wieder nach oben – selbst wenn die Sonne blendend auf den Küchentisch im Esszimmer prallt. Zwar kann die Sensibilität der Automatik eingestellt werden, doch empfehlen Hersteller und auch erfahrene Hausbesitzer: Lieber fährt die Außenjalousie einmal zu oft bei Sturmböen nach oben, als einmal zu wenig.
Grund: Die Systeme sind extrem anfällig und äußerst teuer in der Unterhaltung. Gerade bei Fertighäusern kann das zu einem Problem werden. Hier sind Außenjalousien in der Regel Standard. Doch sollte unbedingt darauf geachtet werden:
Die Lochrillen, in denen die Jalousien an dünnen Seilen nach oben oder unten fahren, müssen unbedingt viereckig und nicht rund sein. Auch müssen sie, ähnlich dem Loch eines Schnürsenkels an einem Schuh, eine Öse – beispielsweise aus Plastik – aufweisen. Grund: Ist keine Öse, also eine Art Schutzhülle um das Metall-Loch, vorhanden, schabt sich das Lastenseil recht schnell ab. So fallen sehr leicht mehrere Hundert Euro an Reparaturkosten an. Dabei gilt: Je mehr Außenjalousien desto teurer der Unterhalt. Als am besten haben sich viereckige Löcher mit Ösen – also Schutzhüllen aus Plastik rund um die Lamellen-Seil-Öffnungen – herausgestellt, da in viereckigen Ösen das Trägerseil einfacher und mit weniger Widerstand herunter oder herauf fährt.
+Sicherheit – Schlafen bei offenem Fenster
Umso erstaunlicher ist es, dass beispielsweise in einem großen Ärztezentrum in Bad Dürkheim, das derzeit gebaut wird, von den Architekten sich zwar für Außenjalousien entschieden wurde, die aber erstens die extrem anfälligen runden gestanzten Löcher in den Metalllamellen aufweisen und zweitens die scharfen Lochkanten nicht durch einen kleinen Plastikring oder ähnliches am Seil-Schaben behindert werden. Die Ärzteschaft wird sich durch entsprechend folgende Reparaturkosten wenig freuen.
Wichtig zu wissen ist zudem: Je winkeliger eine Fensterfront, desto teurer ist die Außenjalousie. Gerade bei Fertighäusern gehen Außenjalousien häufig kurz nach Ablauf der Garantie – also nach zwei Jahren – kaputt. Wer in einem Hausgiebel eine eckige Fensterfront mit einer Außenjalousie vor grellem Sonnenschein schützen möchte, muss dann auf eigene Kosten eine solch kompliziert und maßgeschneiderte Außenjalousie ersetzen. Die Kosten liegen dabei leicht pro Giebelhälfte bei 3.000 Euro.

Frischluft des Nachts garantiert und trotzdem sicher –
Dank solcher Rollläden mit breiten Schlitzen.
Weiterer netz-trends.de-Lilfestyle-Tipp: Je kleiner die Fenster sind, desto weniger sinnvoll ist es, sich für eine Außenjalousie zu entscheien. Hier sollte auf ein vollelektronisch gesteuertes Rollladen-System ausgewichen werden. Dabei gilt wiederum: Gerade in Schlaf- oder Gästezimmern sollte sich für Rollläden entschieden werden, die nicht nur die üblichen dünnen Millimeter hohen Licht- und Luftschlitze aufweisen, sondern große Luft- und Lichtöffnungen.
Jalousien und Schlafen bei offenem Fenster
Da immer mehr Verbraucher bei geöffnetem Fenster schlafen, sind so zwei Finge gewährleistet: Die Sicherheit vor Einbrechern des Nachts sowie die permanente Frischluft-Zufuhr. Da jedoch gerade moderne elektronische Rollläden sich sehr leicht von außen nach oben schieben lassen, ist hier gegebenenfalls auch noch auf eine Sicherheitsvorkehrung zu achten. So gibt es in den Fensterrahmen integrierte nur von innen bedienbare Schiebepfeiler, die sich im Rollladen verhaken und somit ein Heraufschieben von außen verhindern.
Wer sich für so ein System entscheidet, der sollte sich aber auch versichern, dass der Rollladenmotor ab einem gewissen Widerstand sich nicht weiter dreht. Das gilt auch für die Möglichkeit von Vereisungen auf Fensterbrettern. Ein typisches Problem ist dabei, dass es regnet, nachts friert und der Fensterladen auf der Fensterbank oder dem Bodensims festklebt. Wird nun per Zentralschalter oder Zeitschaltuhr der Rollladen nach oben beordert, kommt es häufig vor, dass der Motor so stark zieht, dass der Rollladen im wahrsten Sinne des Wortes an seinen Trägern auseinander gerissen wird. Auch hier sind dann teure Reparaturkosten die Folge. Schon bei einem schmalen Zimmer mit einem Fenster, welches circa 130 Centimeter breit ist, kommen leicht 350 Euro Kosten zusammen.
Ein Hausbesitzer berichtet: „Ich habe circa 185 Quadratmeter Wohnfläche in einem Neubauhaus das nun neun Jahre alt ist. Jährlich habe ich mindestens 300 bis 500 Euro Kosten für Reparaturen an den Außenjalousien. Was mich persönlich ärgert ist, dass die Reparaturdienste fast immer gleich mit zwei Personen anrücken – zum Stundenlohn für beide von mindestens 100 Euro. Ich habe das Gefühl, dass das auch bewusst gemacht wird, um die Kosten noch weiter nach oben zu schrauben.“
Keine Lösung sei es, empfiehlt der Bauherr, sich für Innen-Jalousien zu entscheiden: „Dann gibt es zwar weniger Folgereaparaturen durch Windböen und Wettereinflüsse, aber im Sommer staut sich in den Innenräumen des Hauses viel intensiver die Hitze.“