Die britische Aufsicht prüft fairen NFC-Zugang für Wallets und neue Dienste – in Deutschland gelten bereits EU-Zusagen an Apple
Das Wichtigste in Kürze
- Die britische Wettbewerbsbehörde CMA schlägt vor, Drittanbietern einen fairen und transparenten Zugang zur NFC-Technik des iPhones zu sichern.
- Die Konsultation läuft bis zum 17. November 2026. Erst nach der Auswertung der Antworten will die CMA über eine endgültige Vorgabe entscheiden.
- In Deutschland gilt eine separate, 2024 von der EU-Kommission verbindlich gemachte Apple-Zusage für konkurrierende kontaktlose Zahlungs-Wallets im Europäischen Wirtschaftsraum.
Die britische Competition and Markets Authority (CMA) will den Zugang zur NFC-Technik des iPhones für konkurrierende Anbieter erleichtern. Ihr Vorschlag könnte neben Zahlungs-Wallets auch digitale Ausweise, Tickets und digitale Schlüssel betreffen. Noch ist das keine geltende Verpflichtung: Die Konsultation läuft bis zum 17. November 2026.
Für iPhone-Nutzer in Deutschland ändert sich durch das britische Verfahren zunächst nichts unmittelbar. Hier gilt eine eigene EU-Regelung, die Apple bereits 2024 rechtlich bindende Zusagen für konkurrierende Bezahl-Apps auferlegt hat. Der Vergleich zeigt, dass die Öffnung von NFC je nach Region und Anwendungsfall unterschiedlich geregelt ist.
Was die britische CMA vorschlägt
Die britische CMA beschreibt ihren Vorschlag als neue Zugangsregel für Apples iPhone-Plattform. Entwickler sollen NFC – die Nahfeldkommunikation für den Datenaustausch über kurze Distanzen – zu fairen, angemessenen, transparenten und diskriminierungsfreien Bedingungen nutzen können. Die Behörde nennt dabei die beiden verbreiteten technischen Standards Secure Element (SE) und Host Card Emulation (HCE).
Beim HCE-Verfahren bildet Software eine Zahlungskarte nach; die Zahlungsdaten werden dabei nicht in einem iPhone-Secure-Element hinterlegt. Beim Secure Element werden sensible Daten dagegen in einer geschützten Umgebung auf dem Gerät verarbeitet. Nach dem Vorschlag soll Apple den Zugang über beide Standards ermöglichen. Die CMA will außerdem Grundsätze für die kommerziellen Bedingungen festlegen. Sie plant nach eigener Darstellung keine konkrete Preisfestsetzung, erwartet aber deutlich niedrigere Zugangsgebühren als bislang.
Die möglichen Anwendungen reichen laut Konsultationsunterlagen der CMA über das Bezahlen hinaus: genannt werden digitale Ausweise und Altersnachweise, Fahrkarten, digitale Auto-, Hotel- und Büroschlüssel sowie Kundenbindungsprogramme. Das sind denkbare Produkte, die Entwickler anbieten könnten – keine bereits zugesicherten Apps oder Funktionen.
Warum die Konsultation noch keine Entscheidung ist
Die CMA bittet Unternehmen und andere Beteiligte um Stellungnahmen zu ihrem Entwurf und dessen Verhältnismäßigkeit. Eingaben sind bis zum 17. November 2026 möglich. Die Behörde will die Antworten zunächst auswerten und danach entscheiden, ob sie eine verbindliche Vorgabe erlässt. Apple muss daher nicht schon aufgrund der am 20. Oktober gestarteten Konsultation neue Bedingungen einführen. Den Stand führt die Fallübersicht der CMA.
Auch niedrigere Gebühren stehen noch nicht fest. Die CMA erwartet, dass ihre vorgeschlagenen Grundsätze die Kosten senken könnten; sie hat aber weder einen konkreten Preis noch eine verbindliche Reduktion angekündigt. In den veröffentlichten CMA-Mitteilungen ist keine gesonderte Stellungnahme Apples zum Vorschlag enthalten. Die Mitteilungen geben die Sicht der Aufsicht wieder, nicht eine abschließende Bewertung durch ein Gericht.
Was für iPhones in Deutschland gilt
Die EU-Kommission machte am 11. Juli 2024 Verpflichtungszusagen von Apple verbindlich. Sie betreffen den Zugang konkurrierender Anbieter zur NFC-Technik für kontaktlose Zahlungen in Geschäften. Apple muss qualifizierten Drittanbietern im Europäischen Wirtschaftsraum den NFC-Zugang für HCE-Zahlungs-Apps kostenlos ermöglichen und Nutzern erlauben, eine solche App als Standard für Zahlungen im Geschäft festzulegen. Die Zusagen gelten nach Angaben der Kommission zehn Jahre und schließen iOS-Nutzer mit einer im EWR registrierten Apple-ID ein.
Für Deutschland folgt daraus ein anderer Rechtsweg als für Großbritannien: Die CMA-Konsultation ist ein britisches Verfahren; die EU-Zusage gilt im Europäischen Wirtschaftsraum. Sie betrifft kontaktlose Zahlungen und ist keine pauschale Öffnung sämtlicher iPhone-NFC-Funktionen. Ob eine konkrete alternative Zahlungs-App verfügbar ist, hängt außerdem vom jeweiligen Anbieter ab.
Die britischen Pläne können deshalb als möglicher nächster Schritt für Entwickler interessant sein, sagen aber noch nichts über eine Änderung auf deutschen iPhones aus. Für digitale Ausweise, Tickets oder Fahrzeugschlüssel lassen sich die EU-Zusagen zu Zahlungen nicht automatisch übertragen.
Häufige Fragen
Ändert sich durch den CMA-Vorschlag etwas an deutschen iPhones?
Nein, nicht unmittelbar. Die CMA führt ein britisches Verfahren. Für Deutschland gilt die separate EU-Zusage an Apple, die vor allem konkurrierende kontaktlose Zahlungs-Apps im Europäischen Wirtschaftsraum betrifft.
Ist Apple bereits verpflichtet, die iPhone-NFC-Technik in Großbritannien zu öffnen?
Nein. Die CMA konsultiert bis zum 17. November 2026 zu einem Vorschlag. Eine endgültige Entscheidung über eine verbindliche Vorgabe steht noch aus.
Welche Funktionen könnten von einer Öffnung profitieren?
Die CMA nennt neben Zahlungs-Wallets unter anderem digitale Ausweise, Altersnachweise, Tickets, digitale Auto- und Hotelschlüssel sowie Treueprogramme. Das sind mögliche Anwendungen, keine bereits angekündigten Produkte.
Ihre Meinung ist gefragt: Sollte Apple die NFC-Technik des iPhones auch in Großbritannien zu klar geregelten Bedingungen für andere Anbieter öffnen?
Schreiben Sie uns Ihre Meinung gerne in die Kommentare.
Quellen und Stand
- Competition and Markets Authority: Vorschlag für mehr Zugang zu kontaktloser iPhone-Technik, 20. Oktober 2026.
- Competition and Markets Authority: Konsultation zur NFC-Zugangsregel, eröffnet am 20. Oktober 2026.
- Competition and Markets Authority: Fallübersicht zu Apples mobiler Plattform.
- Europäische Kommission: Verbindliche Apple-Zusagen zur „Tap-and-go“-Technik auf iPhones, 11. Juli 2024.
Recherche- und Datenstand: 30. Oktober 2026.
Transparenzhinweis: Bei Recherche, Strukturierung und Erstellung dieses Beitrags kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die verwendeten Quellen sind im Artikel aufgeführt. Die Veröffentlichung erfolgt erst nach manueller redaktioneller Freigabe.
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