Es ist das Sylt von New York – nur größer, nicht aber unbedingt immer teurer: Long Island. Bekannt auch als die Hamptons. Berühmt sind die beiden Regionen East Hampton und Southampton. Hier wohnen fast ausschließlich Millionäre, vereinzelt auch Milliardäre. Die Weltwirtschaftskrise ist aber auch hier nicht spurlos vorübergegangen. Hier stehen derzeit Hunderte Villen zum Verkauf. Noch nie war es für die Reichen und Wohlhabenden deshalb so leicht auf Long Island in New York eine Villa zu kaufen. netz-trends.de hat sich einmal einige Tage hier umgeschaut und wollte von den Maklern wissen: Was ist derzeit am teuersten auf Long Island in New York.
Einen guten Überblick, welche Villen und Häuser auf Long Island zum Verkauf stehen, bieten die kostenlosen Real Estate Zeitschriften, die auf Long Island überall ausliegen. Eine der bekanntesten und edelsten ist die 1987 gegründeten Zeitschrift „Homes of the Hamptons“.
Hier bietet der Hausmakler Sotheby’s auf einer ganzen Magazinseite im August 2012 eine exklusive Riesen-Villa für 16,2 Mio. Dollar (12,9 Mio. Euro) zum Kauf an. Die Traumvilla ist umspielt von 3,5 Acres Land. Das entspricht 14.163 Quadratmetern – genug Raum also für auch größere Gartenpartys. Das Haus selbst umfasst 11.600 square meters Wohnfläche, also rund 1.290 Quadratmeter.
Den Gästen stehen, wie in guten Haushalten in den USA üblich, ausgiebig Gästezimmer zur Verfügung. In der aktuell für 16,2 Mio. US-Dollar angebotenen Villa sind das 7 Gästezimmer. Selbstverständlich verfügt jedes Gästezimmer über ein eigenes Bad. Wie in den Hamptons in den besseren Häusern ab 1 Mio. Dollar ebenfalls üblich, gibt es für die Abkühlung in den heißen Sommermonaten einen beheizbaren Pool. Wer genügend Geld übrig hat, der könnte ihn also auch in den Wintermonaten auf 30 Grad hochpuschen.
Das kostet bei den derzeitigen Energiepreisen rund 1000 Euro in den USA – in der Woche. Überhaupt sind Fixkosten nicht gerade niedrig für Grund und Boden auf Long Island. Eine durchschnittliche Villa schlägt leicht mit 1000 Euro Grundsteuer im Monat zu Buche. Dabei gilt: Je größer das Anwesen und das Haus desto teurer. Eine Super-Villa mit über 15.000 Quadratmeter Grundstück frisst leicht 10.000 Euro Grundsteuer im Monat oder rund 120.000 Euro im Jahr.
Für 12,3 Mio. US-Dollar (9,8 Mio. Euro) preist im August 2012 in der Zeitschrift „Homes of the Hamptons“ die Maklergruppe corcoran aktuell ebenfalls eine Luxusvilla zum Kauf an – „High Tide in the Dunes“. Wer die Villa auf Long Island kaufen möchte dem stünden ein großer Privatstrand und 3.500 square meter Wohnfläche – also 390 Quadratmeter zur Nutzung bereit. Auch hier können Besucher in fünf exklusiven Gästezimmern nächtigen. Wobei die dazu gehörigen luxuriösen Bäder „French doors“ hätten.
+Eine 100-Mio-Dollar-Traumvilla fällt auch in den Hamptons aus dem Rahmen…
Auf einer ganzen Zeitschriftenseite versucht auch der Makler Vincent Horcasitas aus Bridgehampton in der Zeitschrift „Homes of the Hamptons“ eine Luxusvilla los zu werden (VincelnTheHamptons.com). Der Preis hier: 8,5 Mio. US-Dollar (6,8 Mio. Euro). Geboten werden: 15.000 square meter Wohnfläche – also rund 1.700 Quadratmeter und 2,8 acre Land (11.331 Quadratmeter). Selbstverständlich können sich Sportbegeisterte auf einem „all weather tennis court“ austoben.
Zudem steht ein großer 25 x55 Meter Swimmingpool zur Verfügung, der selbstverständlich beheizbar ist, sowie drei Garagen. Zum Anwesen gehört auch ein drei Etagen umfassendes Gästehaus („recreational pavilion“). Insgesamt können Besucher des Hauses auf elf Gästezimmer und elf Bäder verteilt werden. Weitere Annehmlichkeiten: Ein Weinkeller, eine Sauna, ein TV-„Theatre“, Angestellten-Unterkünfte und vieles mehr.
Der Makler Alan Schnurman bietet für schlappe 21,9 Mio. US-Dollar eine Villa auf Long Island zum Kauf an, die er auch gleich mit eigener Homepage bewirbt (376DanielsLane.com). Die Häuser, die hier neue Inhaber suchen, entstammten dem Architekten George Gavalas und seien nur für die „most discriminating buyers“ bestimmt.
Die Luxusvilla „Sagaponack Ocean Breeze“ verfügt über bescheidene 10.000 square meter Wohnfläche – also 1.100 Quadratmeter – bei sieben Schlafzimmern, denen wiederum 12 Badezimmer auf drei Etagen zugeordnet sind. Selbstverständlich verfüge das Haus auch über einen Aufzug und ein Privat-Theater für Filmaufführungen. Hinzu kommt ein großer Tennisplatz und ein „heated 60′ salt beach entry pool with spa“.
Ein Juwel ist auch das schlossartige Anwesen Gin Lane Georgian in Southampton (Makler: Sotheby’s International Reality). Zum Anwesen gehören 2,5 acre, also 10.117 Quadratmeter. Auch wenn die große Villa, die jetzt auf den Hamptons zum Kauf bereit steht, einen Innen-Pool aufweisen kann, ebenso neun Schlafzimmer und dazugehörige neun Bäder, ist der Preis von 28 Mio. US-Dollar (22,3 Mio. Euro) doch arg hoch gegriffen. Grund: Der Park besteht zu einem großen Teil aus einfallsloser Wiese. Obendrein gibt es nicht einmal einen Outdoor-Pool.
Der US-Makler Harald Grant wartet hingegen mit einer echten Traumvilla auf den Hamptons auf – allerdings auch zu einem entsprechend hohen Preis: 29,5 Mio. US-Dollar (23,5 Mio. Euro). Die Villa verfügt über einen eigenen Strand bei 3,3 acre Land (13 354 Quadratmeter). Die Villa selbst bietet üppige 1.111 Quadratmeter Wohnfläche (10.000 Square Foot). Für die Gäste stehen 7 Schlafzimmer und 9 Bäder bereit. Klar gibt es auch mehrere Garagen – zwei – und einen eigenen Tennisplatz und Swimmingpool.
Als Gradmesser gilt auf den Hamptons: Je moderner der Architekturstil, desto teurer die Villa.Die teuersten Villen in den Hamptons kosten bis zu 100 Mio. US-Dollar. Davon ist allerdings derzeit zumindest öffentlich keine im Angebot. Ein Milliardär, Manager eines Fonds, baute fünf Jahre lang seinen modernen Traum direkt am Strand der Hamptons – in einem hochmodernen Stil. Die Villa besteht aus mehreren Häuserkomplexen, die sich wie an einer Perlenschnur aneinanderreihen. Insgesamt sei das Haus 100 Meter lang, erzählt der Selfmade-Mann. Zwischen den Hauptgebäuden ist ein großer Outdoor-Spa-Bereich im Loungestil.
Die Super-Villa wirkt allerdings eher wie ein moderner Museumskomplex. Der Bauherr nennt den Grund: Er wolle eine längerfristige gute Wohnoption bieten – und das sei halt eher machbar bei einem modernen Neubau, der sehr offen im Design sei. Bodenhohe Scheiben sind bei ihm deshalb ein Muss. Klar sind diese auch einbruchsicher. Man könnte bis zu 70 Mal mit einem Backstein dagegen knallen und käme nicht herein. Allerdings mag die US-Feuerwehr solch festungsartig gesicherte Gebäude weniger. Grund: Auch sie käme im Brandfall nicht mehr ohne weiteres in die Gebäude.
Das futuristische Design dieser Top-Villa ist zwar komplett untypisch für die meist im traditionellen Hampton-Stil erbauten Villen, aber möglicherweise zukunftsweisend. Denn viele der großen Hampton-Villen, auch die teuersten, sind stilistisch teils arg in die Jahre gekommen und können deshalb häufig nicht mehr mit dem Standard aufwarten, den man aus modernsten Häusern kennt.
Ebenfalls ungewöhnlich: Während in Deutschland solche Super-Villen eingezäunt wären, ist hier häufig alles offen. Dennoch sollten sich Diebe nicht täuschen: Die Super-Villen auf Long Island sind überall mit Kameras gesichert – auch mit zahlreichen Minikameras, die man nicht mehr sieht. Auch gibt es überall Bewegungsmelder – vom Haus bis zum Strand.
Allerdings irrt, wer denkt, dass nur in Long Island bei New York derzeit viele Supervillen stehen oder Villen zum Kauf angeboten werden. Auch andere Bundesstaaten der USA, besonders jene, die viel Sonne zu bieten haben, stehen hoch im Kurs bei den Reichen und Superreichen. Hierzu gehören zum Beispiel die US-Staaten Florida oder Arizona.
Die Preise der Villen in diesen Gebieten stehen denen auf Long Island in nichts nach. Zwar liegen die meisten Villen-Angebote auch hier zwischen zwei und vier Mio. Euro. Doch nach oben sind die Grenzen offen. In der in Arizona kostenlos ausliegenden Real Estate Zeitschrift „Homes and Land of Scottsdale and Phoenix“ (homesandland.com) werden derzeit ebenso Hunderte Villen zum Kauf angeboten.
Eine der teuersten ist die Supervilla „Silverleaf“ im Bergörtchen Silverleaf. Ihr stolzer Preis: 13,5 Mio. US-Dollar (10,6 Mio. Euro). Die Villa liegt direkt an einem exklusiven Golfplatz. Geboten werden acht Gästezimmer und 10 dazu gehörige Bäder. Die Wohnfläche des schlossartigen Anwesens umfasst 13.865 Square Meter (1.540 Quadratmeter). Wie es sich für Schlösser gehört, ist der Eingang durch einen Springbrunnen verschönert.
+Long Island bietet mehr als nur Villen und Luxus
Dennoch sollten diese Luxusvillen für die Superreichen nicht darüber hinwegtäuschen, dass Long Island, beziehungsweise die Hamptons, keinesfalls nur ein Platz für die Superreichen ist, sondern auch für die Wohlhabenden oder reicheren Bürger. So kostet durchschnittlich ein Haus oder eine Villa in den Hamptons zwischen 2 bis 4 Mio. US-Dollar. Es wohnen also auch viele dort, die sich nicht einmal als „reich“ bezeichnen würden.
Außerdem bieten die Hamptons nicht nur schöne Häuser, sondern auch herrliche Strände, sehr viel lichten Waldbestand, wunderbare Restaurants, Märkte mit unterschiedlichsten schön angerichteten Gemüse- und Obstangeboten, verspielte Holzkirchen und vieles mehr. Dennoch: Die Hamptons sind nichts für Menschen, die gerne Trubel um sich haben. Abends kann es schon einmal langweilig werden – auch im schönesten Haus.
Ein gutes soziales Netzwerk, Freunde, Bekannte oder Familie, die ab und an zu Besuch kommen und vielleicht auch einmal einige Tage bleiben, ist ein Muss. Sonst wird es gerade in den Abendstunden sehr schnell öde. Denn auch der größte Luxus kann eines nicht ersetzen: Soziale Kontakte machen das Leben auch im Reichtum um ein vielfaches schöner und abwechslungsreicher. Das wissen auch die Bewohner der Hamptons, die häufig vor allem die Sommermonate hier verbringen. So gehören Gartenpartys oder abendliche Dinners auf der Terrasse zum Standard.
Long Island ist aber nicht nur für Villenbesitzer oder solche, die es gerne werden möchten, immer wieder eine Reise wert, sondern auch für Touristen, die die USA bereisen. Allerdings gibt es nicht viele Hotels auf den Hamptons. Deshalb sollten Reisende sich hier rechtzeitig um eine Hotelbuchung kümmern, sofern sie keine private Bleibe dort haben. Für Hotelbuchungen gibt es zahlreiche Onlineportale wie beispielsweise hotelreservierung.de (Unister) oder weg.de.