Mehr Menschen leben allein – trotzdem sinkt die Zahl der Privathaushalte je nach Szenario

Das Wichtigste in Kürze

  • Destatis erwartet bis 2050 je nach Bevölkerungsannahme zwischen 2 Prozent weniger und 1 Prozent mehr Privathaushalte als 2024.
  • Bei moderater oder relativ alter Bevölkerungsentwicklung fällt die Gesamtzahl um 2 bis 5 Prozent; die Einpersonenhaushalte nehmen in allen drei Varianten zu.
  • Die Vorausberechnung ist ein nationales Langfristmodell. Sie sagt weder lokale Wohnungspreise noch die Zahl künftig verfügbarer Wohnungen voraus.

Deutschland könnte bis 2050 weniger Privathaushalte haben, obwohl künftig mehr Menschen allein wohnen. Das ist kein Widerspruch: Die Zahl der Haushalte hängt nicht nur von der Bevölkerungszahl ab, sondern auch davon, wie viele Menschen gemeinsam oder getrennt leben. Die neue Vorausberechnung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zeigt, warum eine einzelne Schlagzeilenzahl weder die Wohnungsnachfrage vor Ort noch die eigene Kaufentscheidung beantwortet.

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Was Destatis bis 2050 berechnet

Im Ausgangsjahr 2024 zählte Destatis 41,8 Millionen Privathaushalte. In zwei der drei berechneten Bevölkerungsvarianten sinkt diese Zahl bis 2050: Bei moderater Entwicklung der Geburten, Lebenserwartung und Zuwanderung um 2 Prozent auf 40,9 Millionen, bei einer relativ alten Bevölkerung um 5 Prozent auf 39,7 Millionen. Nur bei einer relativ jungen Bevölkerung steigt die Gesamtzahl gegenüber 2024 leicht um 1 Prozent.

Dieses dritte Szenario setzt eine deutlich steigende Geburtenrate und hohe Nettozuwanderung voraus. Die Variante „relativ alt“ geht dagegen von einer anhaltend niedrigen Geburtenrate, steigender Lebenserwartung und einem niedrigen Wanderungssaldo aus. Die mittlere Annahme verändert diese Faktoren moderat. Die Zahlen sind also keine drei gleich wahrscheinlichen Vorhersagen, sondern zeigen, wie sich Haushalte unter unterschiedlichen Annahmen entwickeln könnten.

Mehr Einpersonenhaushalte trotz Rückgang

Die Zahl der Einpersonenhaushalte lag 2024 bei 17,9 Millionen. Bis 2050 steigt sie laut Destatis je nach Variante auf 18,5 bis 19,2 Millionen. Der Anteil aller Menschen in Privathaushalten, die allein wohnen, wächst demnach von 21 Prozent auf 23 bis 24 Prozent. Bei Fortsetzung der Trends in der Haushaltszusammensetzung sinkt gleichzeitig die Zahl der Zwei-, Drei- und Vierpersonenhaushalte in allen drei Berechnungsvarianten.

Die Entwicklung unterscheidet sich nach Alter. Bei den 20- bis unter 40-Jährigen erwartet Destatis weniger Einpersonenhaushalte, unter anderem wegen der Bevölkerungsentwicklung in dieser Altersgruppe und späterer Familiengründungen. Zuwächse ergeben sich in allen Varianten bei den Menschen ab 60 Jahren, besonders bei den 60- bis unter 70-Jährigen und den Hochaltrigen ab 80.

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Auch regional ergibt sich kein einheitliches Bild. Für die ostdeutschen Flächenländer sinkt die Zahl der Privathaushalte in allen drei Varianten. Im Szenario einer relativ alten Bevölkerung liegt sie 2050 dort um bis zu 12 Prozent unter dem Wert von 2024. In westdeutschen Flächenländern und Stadtstaaten hängt die Richtung stärker von der jeweiligen Variante ab.

Was die Zahl für den Wohnungsmarkt aussagt

Die Haushaltszahl beschreibt die Entwicklung von Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaften. Für sich genommen ist sie keine Prognose des künftigen Wohnungsbedarfs oder -angebots. Destatis definiert einen Privathaushalt als zusammenwohnende Personen, die eine wirtschaftliche Einheit bilden, oder als allein wohnende und wirtschaftende Person. Menschen mit mehreren Wohnsitzen werden an jedem Wohnsitz als Haushalt gezählt. Gemeinschaftsunterkünfte zählen nicht als Privathaushalte.

Die Vorausberechnung misst daher weder den künftigen Wohnflächenbedarf noch das Angebot an Wohnungen, Leerstand, Baukosten oder Mieten. Ein bundesweiter Rückgang um bis zu 5 Prozent lässt nicht erkennen, ob in einer bestimmten Stadt Wohnungen fehlen oder frei werden. Ebenso lässt sich daraus kein verlässlicher Preisverlauf für Kauf oder Miete ableiten. Die steigende Zahl kleiner Haushalte kann neben einer sinkenden Gesamtzahl bestehen, weil Haushaltsgrößen und Bevölkerungsentwicklung verschiedene Dinge messen.

Für Menschen, die über einen Umzug, Kauf oder Umbau nachdenken, ist die Modellrechnung deshalb vor allem langfristiger Kontext. Für eine konkrete Entscheidung braucht es Daten zur jeweiligen Region und zum verfügbaren Wohnraum. Die Destatis-Zahl allein ist keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.

So lässt sich die Prognose einordnen

Destatis schreibt in der Trendvariante Veränderungen im Haushaltsbildungsverhalten fort und kombiniert sie mit drei Varianten der Bevölkerungsvorausberechnung. Die Ergebnisse beruhen auf heutigen Altersstrukturen und Annahmen zu Geburten, Lebenserwartung und Wanderung. Das Statistikamt betont ausdrücklich: Langfristige Vorausberechnungen können die Zukunft nicht vorhersagen. Sie zeigen Wenn-dann-Folgen unter gesetzten Annahmen.

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Wer die Ausgangslage einer Region prüfen möchte, findet weitere Ergebnisse der Haushaltsvorausberechnung in der GENESIS-Online-Themenstatistik 12421. Die Datenbank enthält Ergebnisse nach Ländern und Haushaltsgröße; sie ersetzt keine lokale Marktanalyse. Die aktuelle Pressemitteilung und ihre methodischen Hinweise stehen beim Statistischen Bundesamt.

Häufige Fragen

Sinkt die Zahl der Haushalte bis 2050 sicher?

Nein. Destatis berechnet einen Rückgang um 2 bis 5 Prozent bei moderater oder relativ alter Bevölkerungsentwicklung. Bei der Annahme einer relativ jungen Bevölkerung steigt die Zahl gegenüber 2024 um 1 Prozent.

Heißt das, dass Wohnungen künftig günstiger werden?

Nein. Die Haushaltsvorausberechnung macht keine Vorhersage zu Mieten, Kaufpreisen, Neubau, Leerstand oder Wohnungsangebot. Sie bezieht sich auf Privathaushalte in Deutschland und ist keine lokale Marktprognose.

Wie entwickeln sich Einpersonenhaushalte?

Ihre Zahl steigt in allen drei Varianten von 17,9 Millionen im Jahr 2024 auf 18,5 bis 19,2 Millionen im Jahr 2050. Besonders bei Menschen ab 60 Jahren erwartet Destatis Zuwächse.

Wie nutzen Sie langfristige Bevölkerungs- und Haushaltsdaten bei Wohnentscheidungen – und welche lokalen Informationen wären für Sie dabei wichtiger? Schreiben Sie uns Ihre Einschätzung in die Kommentare.

Quellen und Stand

Recherche- und Datenstand: 8. November 2026.

Transparenz: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz recherchiert und formuliert und ist zur menschlichen redaktionellen Prüfung vorgesehen.

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