SK Hynix verdreifacht seinen Umsatz binnen eines Jahres, Samsungs Speichersparte wächst um 15 Prozent zum Vorquartal – TrendForce erwartet für das vierte Quartal 2026 weitere Preissprünge bei DRAM und NAND-Flash.
Das Wichtigste in Kürze
- SK Hynix meldete für das dritte Quartal 2026 einen Rekordumsatz von 104,6 Billionen Won, ein Plus von 328 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, bei einer operativen Marge von 80 Prozent.
- Samsung Electronics erzielte im gleichen Zeitraum mit 195,3 Billionen Won ebenfalls einen Rekordumsatz; die Speichersparte Device Solutions wuchs um 15 Prozent zum Vorquartal auf ein Rekordniveau.
- Das Marktforschungsinstitut TrendForce rechnet für das vierte Quartal 2026 mit weiteren Preissteigerungen von 10 bis 15 Prozent bei DRAM-Vertragspreisen und 15 bis 20 Prozent bei NAND-Flash.
- SK Hynix geht davon aus, dass die weltweite Speicherknappheit bis mindestens 2030 anhält – mit Folgen für die Preise von PCs, Laptops und SSDs auch in Deutschland.
Samsung und SK Hynix melden für das dritte Quartal 2026 Rekordergebnisse im Speicherchip-Geschäft. Marktforscher erwarten für den Winter weitere Preissprünge bei Arbeitsspeicher und SSDs in Deutschland.
Beide südkoreanischen Konzerne profitieren vom weltweiten Boom der Nachfrage nach Speicherchips für Künstliche Intelligenz. Rechenzentren benötigen für KI-Training und KI-Anwendungen inzwischen so viel Arbeits- und Flash-Speicher, dass die Hersteller Mühe haben, auch den klassischen Markt für PCs, Laptops und Smartphones zu beliefern.
Wie stark sich das auf die Preise auswirkt, zeigt ein Blick auf den deutschen Einzelhandel: Ein gängiges 32-Gigabyte-Arbeitsspeicher-Kit der Marke Corsair kostete beim günstigsten gelisteten Händler am 8. November 2026 laut Preisvergleich auf geizhals.de 613,61 Euro – ein Vielfaches dessen, was vergleichbare Module noch vor der aktuellen Knappheit kosteten.
Die Rekordquartale von Samsung und SK Hynix
SK Hynix, nach Samsung der zweitgrößte Speicherchip-Hersteller der Welt, meldete am 28. Oktober 2026 für das dritte Quartal 2026 einen Umsatz von rund 104,6 Billionen Won. Das ist ein Plus von 32 Prozent gegenüber dem Vorquartal und von 328 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal – erstmals überschritt der südkoreanische Konzern damit die Marke von 100 Billionen Won in einem einzelnen Quartal.
Der operative Gewinn stieg laut der Mitteilung des Unternehmens auf einen Rekordwert von 83,3 Billionen Won, ein Plus von 38 Prozent zum Vorquartal und 632 Prozent zum Vorjahr. Die operative Marge erreichte damit 80 Prozent. Der Nettogewinn fiel dagegen um 58 Prozent auf 39,8 Billionen Won, da im Vorquartal ein Sondereffekt aus dem Verkauf von Kioxia-Anteilen den Vergleichswert erhöht hatte.
Samsung Electronics, der größte Speicherchip-Hersteller der Welt, meldete am 29. Oktober 2026 für denselben Zeitraum einen Konzernumsatz von 195,3 Billionen Won – nach eigenen Angaben ein neues Allzeithoch für ein Quartal. Die für Speicherchips zuständige Sparte Device Solutions wuchs dabei um 15 Prozent zum Vorquartal und erreichte sowohl beim Umsatz als auch beim operativen Ergebnis einen Rekordwert. Die Consumer-Elektronik-Sparte Device eXperience verzeichnete dagegen einen operativen Verlust von 0,8 Billionen Won.
„Das durch unsere technologische Wettbewerbsfähigkeit aufgebaute Kundenvertrauen führt zu langfristigen Verträgen.“
Kwak Noh-Jung, CEO, SK Hynix (Südkorea), bei der Vorlage der Quartalszahlen am 28. Oktober 2026
SK Hynix bezifferte in seiner Mitteilung, dass langfristige Lieferverträge mit 14 Großkunden inzwischen mehr als die Hälfte der weltweiten Produktionskapazität für die Jahre 2027 und 2028 abdecken. Für 2026 plant der Konzern eine Ausschüttung von rund 100 Billionen Won an die Aktionäre.
Warum Speicherchips gerade so knapp sind
Beide Unternehmen nennen als Haupttreiber die Nachfrage nach Hochleistungsspeicher (High Bandwidth Memory, HBM) für KI-Rechenzentren. SK Hynix teilte mit, sein Werk M15X solle bis Jahresende maximal ausgelastet werden, die neue HBM4-Generation solle im vierten Quartal die Vorgängergeneration HBM3E sowohl bei Stückzahl als auch Umsatz übertreffen.
Weil Fabriken für modernste Fertigungsprozesse Jahre an Vorlaufzeit brauchen, lässt sich das Angebot nicht kurzfristig ausweiten. SK Hynix erwartet deshalb, dass die Nachfrage nach Speicherchips bis mindestens 2030 über dem verfügbaren Angebot liegt. Kurzfristig treibe die Nachfrage von Unternehmen und Privatkundschaft nach KI-Diensten den Markt, mittelfristig kämen Anwendungen wie autonomes Fahren und Robotik hinzu, so das Unternehmen.
Dieselbe Knappheit war zuletzt bereits bei Apples jüngsten Quartalszahlen ein Thema, als steigende Speicherkosten als Grund für höhere iPhone- und Mac-Preise genannt wurden. Die Knappheit wirkt sich nach Berichten von Marktbeobachtern inzwischen auch auf günstigere Geräte aus: In Billig-Smartphones soll laut einer Analyse des Marktforschers TrendForce der Anteil wiederaufbereiteter Speicherchips bis 2027 auf bis zu 9 Prozent steigen.
Was das für RAM- und SSD-Preise bedeutet
Nach einer Prognose des Marktforschungsinstituts TrendForce sollen die Vertragspreise für klassischen DRAM-Arbeitsspeicher im vierten Quartal 2026 gegenüber dem Vorquartal um 10 bis 15 Prozent steigen, die Preise für NAND-Flash-Speicher – die Basis von SSDs – um 15 bis 20 Prozent. Vertragspreise sind die Preise, die Chiphersteller von Großkunden wie Notebook- und Smartphone-Herstellern verlangen; sie schlagen sich zeitversetzt in den Endkundenpreisen nieder.
Bereits im Oktober 2026 erreichte laut TrendForce-Daten der durchschnittliche Festpreis für einen gängigen DDR4-8-Gigabit-PC-Speicherbaustein mit 27,50 US-Dollar einen neuen Rekordwert, ein Plus von 5,77 Prozent gegenüber September. Beim NAND-Flash-Speicher endete im selben Monat dagegen vorläufig eine 21 Monate andauernde Serie von Preissteigerungen – die Preise für den beobachteten 128-Gigabit-Speicherbaustein blieben im Oktober stabil.
Einordnung: Was ein weiterer Preissprung bedeuten könnte
- Aktueller Preis: 613,61 Euro für ein 32-Gigabyte-DDR5-Arbeitsspeicher-Kit der Marke Corsair, günstigster gelisteter Händler laut geizhals.de, Stand 8. November 2026.
- Rechenweg bei einem weiteren Anstieg um 15 Prozent: 613,61 € × 1,15 ≈ 705,65 €, also rund 92 Euro mehr für dasselbe Produkt.
Modellrechnung der Redaktion auf Basis der TrendForce-Prognose für Vertragspreise. Vertragspreise und Einzelhandelspreise entwickeln sich nicht zwangsläufig im Gleichschritt, die Rechnung ist daher eine Orientierung und keine Prognose für dieses einzelne Produkt.
Was Käuferinnen und Käufer in Deutschland jetzt wissen sollten
Für alle, die einen neuen Computer kaufen oder Arbeitsspeicher beziehungsweise eine SSD nachrüsten wollen, verändert sich das Preisgefüge gerade spürbar. Eine pauschale Kaufempfehlung lässt sich aus den Zahlen der Chiphersteller nicht ableiten, da Einzelhandelspreise von Angebot, Händler und Modell abhängen. Die gemeldeten Markttrends geben aber eine Orientierung.
Praktische Checkliste vor dem PC- oder Laptop-Kauf
- Aktuelle Preise mehrerer Händler über ein Preisvergleichsportal gegenüberstellen, bevor man kauft.
- Bei Nachrüstung von RAM oder SSD die Kapazität eher großzügig wählen, da ein späteres Nachrüsten nach den aktuellen Prognosen teurer werden könnte.
- Lieferzeiten und Garantiebedingungen beim Händler prüfen, besonders bei stark nachgefragten Speicherkapazitäten.
- Wer einen ohnehin geplanten Kauf nur wegen erhoffter sinkender Preise aufschiebt, sollte die aktuellen Prognosen der Marktforscher berücksichtigen, die eher weiter steigende als sinkende Preise erwarten.
Diese Punkte ersetzen keine individuelle Beratung durch den Fachhandel, geben aber angesichts der schnell steigenden Speicherpreise eine erste Orientierung.
Häufige Fragen
Warum werden Arbeitsspeicher und SSDs gerade teurer?
Samsung und SK Hynix lenken einen wachsenden Teil ihrer Produktion in Hochleistungsspeicher für KI-Rechenzentren. Weil neue Fabriken Jahre an Vorlaufzeit brauchen, lässt sich das Angebot für klassischen Arbeitsspeicher und SSD-Speicher kurzfristig nicht ausweiten, während die Nachfrage weiter steigt.
Wie lange soll die Speicherknappheit nach Einschätzung der Hersteller anhalten?
SK Hynix geht nach eigenen Angaben davon aus, dass die Nachfrage nach Speicherchips bis mindestens 2030 über dem verfügbaren Angebot liegt. Langfristige Lieferverträge mit Großkunden decken laut dem Unternehmen bereits mehr als die Hälfte der für 2027 und 2028 geplanten Produktion ab.
Betrifft die Preisentwicklung auch Smartphones?
Ja. Steigende Speicherkosten wurden zuletzt auch bei den jüngsten Quartalszahlen von Apple als ein Grund für höhere iPhone- und Mac-Preise genannt. Bei günstigeren Smartphones wird laut Marktbeobachtern zunehmend auf wiederaufbereitete Speicherchips zurückgegriffen.
Wie stark sollen die Preise im vierten Quartal 2026 konkret steigen?
Nach einer Prognose des Marktforschungsinstituts TrendForce sollen die Vertragspreise für DRAM-Arbeitsspeicher im vierten Quartal 2026 gegenüber dem Vorquartal um 10 bis 15 Prozent steigen, die Preise für NAND-Flash-Speicher um 15 bis 20 Prozent. Wie schnell sich das in Einzelhandelspreisen niederschlägt, ist einzelfallabhängig.
Quellen und Stand
- Samsung Electronics: Pressemitteilung „Samsung Electronics gibt Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 bekannt“, Samsung Newsroom Deutschland, 29. Oktober 2026.
- SK hynix: „SK hynix Announces 3Q26 Financial Results“, news.skhynix.com, 28. Oktober 2026.
- Marktforschungsinstitut TrendForce: Prognose zu DRAM- und NAND-Vertragspreisen für das vierte Quartal 2026, veröffentlicht am 30. September 2026.
- Marktforschungsinstitut TrendForce: Oktober-Daten zu DRAM- und NAND-Preisen, Stand 31. Oktober 2026.
- Preisvergleich geizhals.de: Corsair Vengeance 32-GB-DDR5-6000-Kit, Abruf 8. November 2026.
Recherche- und Datenstand: 8. November 2026.
Transparenz: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz recherchiert und formuliert und ist zur menschlichen redaktionellen Prüfung vorgesehen. Die verwendeten Quellen sind im Artikel aufgeführt.
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