Vierteljahresgewinn von 2,10 Dollar pro Aktie bei 12 Prozent mehr Umsatz – doch steigende RAM-Preise drücken die Dezember-Prognose auf 45 bis 46 Prozent Marge.
Das Wichtigste in Kürze
- Apple meldete am 2. November 2026 für das Fiskalquartal bis 26. September 2026 einen Umsatz von 114,5 Milliarden US-Dollar (+12 Prozent) und eine Bruttomarge von 47,9 Prozent.
- Für das Weihnachtsquartal (Dezember 2026) rechnet Apple nur noch mit 45 bis 46 Prozent Marge – Finanzchef Kevan Parekh nennt steigende Speicherkosten als Hauptgrund.
- Die globale Speicherkrise (DRAM/NAND) trifft längst nicht mehr nur PC-Bastler: Selbst der wertvollste Tech-Konzern der Welt kann sie nicht mehr vollständig abfedern.
- Für Käuferinnen und Käufer in Deutschland heißt das: iPhones, Macs und PCs mit viel Arbeitsspeicher bleiben auf absehbare Zeit teuer – eher nicht billiger.
Apple hat im vierten Fiskalquartal 2026 einen Rekordumsatz von 114,5 Milliarden US-Dollar erzielt. Doch für das wichtige Weihnachtsgeschäft warnt der US-Konzern vor einer sinkenden Gewinnspanne wegen steigender Speicherkosten.
Die Zahlen stammen aus der offiziellen Pressemitteilung, die Apple am 2. November 2026 in Cupertino veröffentlichte, sowie aus der anschließenden Telefonkonferenz mit Finanzanalysten. Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist vor allem eines wichtig: Die Gründe, die Apple selbst für die schwächere Prognose nennt, sind dieselben, die seit Monaten auch die Preise für Notebooks, PCs und Speicherbausteine in Deutschland treiben.
Apple ist dabei nicht die Ursache der Speicherkrise, sondern eines ihrer prominentesten Opfer – und ein Gradmesser dafür, wie lange sie noch anhalten könnte.
Rekordquartal mit Schattenseite
Laut der Pressemitteilung von Apple Inc. erzielte der Konzern im Quartal bis zum 26. September 2026 einen Umsatz von 114,5 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der verwässerte Gewinn je Aktie stieg um 14 Prozent auf 2,10 US-Dollar. Apple bezeichnete es als das umsatzstärkste Septemberquartal der Unternehmensgeschichte.
Die Bruttomarge des Konzerns lag bei 47,9 Prozent. Darin enthalten war nach Angaben von Apple ein Effekt von rund einem Prozentpunkt aus Zollrückerstattungen; bereinigt um diesen Sondereffekt lag die Marge bei etwa 46,9 Prozent. Der operative Cashflow betrug 28 Milliarden US-Dollar, die vollständig an die Aktionäre zurückflossen.
Warum die Marge im Weihnachtsquartal sinkt
Für das laufende Dezemberquartal – traditionell das umsatzstärkste Quartal des Jahres mit dem Weihnachtsgeschäft – rechnet Apple mit einem Umsatzwachstum von 7 bis 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei der Bruttomarge erwartet der Konzern dagegen einen Rückgang auf 45 bis 46 Prozent.
„Die niedrigere Marge im Dezemberquartal geht vor allem auf steigende Speicherkosten zurück – zusätzlich belasten die Ausgaben für den Ausbau der KI-Funktionen von Siri.“
Kevan Parekh, Finanzvorstand (CFO) der Apple Inc., Telefonkonferenz vom 2. November 2026 (übersetzt)
Apple erwartet laut eigenen Angaben, dass die Speicherkosten mindestens bis zum Jahresende weiter steigen. Konzernchef Tim Cook hatte bereits auf früheren Telefonkonferenzen eingeräumt, dass selbst mehr Lieferanten die Preise nicht zwangsläufig drücken würden – ein Hinweis darauf, dass Apple keine schnelle Entspannung erwartet.
Woher der Preisdruck kommt
Hinter der Apple-Prognose steht eine Entwicklung, die die gesamte Computerbranche seit Monaten beschäftigt: Speicherchips (DRAM) und Flashspeicher (NAND) sind weltweit knapp, weil Hersteller ihre Fertigungskapazitäten zunehmend für Speicherbausteine in KI-Rechenzentren reservieren. Für klassische Endgeräte wie Smartphones, Notebooks und PCs bleibt dadurch weniger Kapazität übrig.
SK-Hynix-Chef Kwak Noh-Jung bezeichnete 2027 bereits im Juli 2026 als „aus Sicht des Angebots das schlimmste Jahr“ in der Geschichte der Speicherbranche. Nach seinen Angaben ist vor dem Jahr 2030 keine durchgreifende Besserung zu erwarten, selbst wenn Südkorea seine Fertigungskapazitäten wie geplant binnen fünf Jahren verdoppelt.
In Deutschland bekommen Käuferinnen und Käufer diese Entwicklung längst zu spüren. Nach einer Auswertung von Händlerpreisen auf dem Vergleichsportal Geizhals.de lagen die Preise für gängige 32-Gigabyte-DDR5-Arbeitsspeicher-Kits Mitte Juni 2026 bei rund 440 bis 460 Euro – und damit nach Angaben von Marktbeobachtern mehrere Hundert Prozent über dem Niveau von Juli 2025.
Was das für Käufer in Deutschland bedeutet
Apple hatte bereits im Juni 2026 als Reaktion auf die steigenden Speicherkosten mehrere Preise angehoben: Der Mac Studio mit M3-Ultra-Chip verteuerte sich in den USA um 1.300 auf 5.299 US-Dollar, das MacBook Neo stieg von 599 auf 699 US-Dollar. Auch beim iPhone 18 Pro und iPhone 18 Pro Max kamen jeweils 100 US-Dollar hinzu.
Auf der deutschen Apple-Website kostet das iPhone 18 Pro aktuell ab 1.449 Euro (256 Gigabyte), das größere iPhone 18 Pro Max ab 1.599 Euro – jeweils bis zu 2.949 beziehungsweise 3.099 Euro in der größten Speicherausführung.
Für Käuferinnen und Käufer von Notebooks und Desktop-PCs mit viel Arbeitsspeicher gilt: Wer in den vergangenen Monaten über eine Aufrüstung oder einen Neukauf nachgedacht hat, sollte nicht auf fallende Preise warten – nach Einschätzung von SK Hynix ist das Gegenteil wahrscheinlicher.
Checkliste: Jetzt kaufen oder warten?
- Wer ein neues Notebook, einen PC oder ein Smartphone mit viel Arbeitsspeicher plant, sollte aktuelle Angebote eher jetzt prüfen als auf sinkende Preise hoffen.
- Bei Komponenten-Aufrüstungen (RAM-Nachrüstung) lohnt ein Preisvergleich über mehrere Händler – die Spannen sind wegen der Knappheit größer als sonst.
- Einsteiger-Geräte mit wenig Arbeitsspeicher (8 Gigabyte) sind besonders stark betroffen, weil Hersteller Speicher bevorzugt in höherwertige Modelle stecken.
- Wer ohnehin kein neues Gerät braucht, muss nicht aus Sorge vor der Speicherkrise vorzeitig kaufen – Apples eigene Prognose reicht nur bis zum Jahresende 2026.
Die Entwicklung betrifft nicht nur Apple-Kundinnen und -Kunden: Weil Hersteller wie Samsung, Micron und SK Hynix ihre Lieferverträge für 2027 nach Brancheneinschätzungen bereits größtenteils vergeben haben, dürfte der Preisdruck auch bei Windows-Notebooks, Gaming-PCs und Android-Smartphones mit viel Speicher anhalten.
Häufige Fragen
Warum sinkt Apples Gewinnspanne trotz Rekordumsatz?
Apple verdient zwar mehr Umsatz, aber die Kosten für Speicherbausteine steigen laut eigenen Angaben schneller als die Verkaufspreise ausgleichen können. Dazu kommen zusätzliche Ausgaben für den Ausbau der KI-Funktionen von Siri.
Werden iPhone und Mac jetzt teurer?
Apple hat die Preise für einzelne Modelle – etwa Mac Studio, MacBook Neo sowie iPhone 18 Pro und Pro Max – bereits im Juni 2026 angehoben. Für weitere Preiserhöhungen zum Weihnachtsgeschäft 2026 hat Apple selbst nichts angekündigt.
Wie lange soll die Speicherkrise noch dauern?
SK-Hynix-Chef Kwak Noh-Jung bezeichnete 2027 im Sommer 2026 als voraussichtlich schwierigstes Jahr der Branche und rechnete vor dem Jahr 2030 nicht mit durchgreifender Besserung.
Was sollten Käuferinnen und Käufer in Deutschland jetzt tun?
Wer ein neues Gerät mit viel Arbeitsspeicher plant, sollte aktuelle Angebote vergleichen, statt auf sinkende Preise zu warten. Wer kein neues Gerät braucht, muss wegen der Speicherkrise allein nicht vorzeitig kaufen.
Quellen und Stand
- Apple Inc., Pressemitteilung „Apple reports fourth quarter results“, 2. November 2026: Apple Newsroom
- Angaben von Apple-Finanzvorstand Kevan Parekh und Apple-Chef Tim Cook aus der Telefonkonferenz vom 2. November 2026
- iPhone-18-Pro-Preise laut Apple-Store Deutschland, Stand 6. November 2026
- Aussagen von SK-Hynix-Chef Kwak Noh-Jung vom Juli 2026
- Händlerpreise für DDR5-Arbeitsspeicher laut Vergleichsportal Geizhals.de, ausgewertet Mitte Juni 2026
Recherche- und Datenstand: 6. November 2026. Alle Preis- und Prozentangaben beziehen sich auf den jeweils genannten Stichtag.
Transparenzhinweis: Bei Recherche, Strukturierung und Erstellung dieses Beitrags kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die verwendeten Quellen sind im Artikel aufgeführt. Die Veröffentlichung erfolgt erst nach manueller redaktioneller Freigabe.
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