Das Wichtigste in Kürze

  • In Deutschland starben im 1. Halbjahr 2026 laut vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts 1.233 Menschen im Straßenverkehr – 122 weniger als im Vorjahreszeitraum. Auf E-Scootern starben 28 Menschen, 13 mehr.
  • In Österreich starben 2025 laut Statistik Austria 403 Menschen im Straßenverkehr, 52 mehr als 2024; sechs davon waren E-Scooter-Fahrende (2024: sieben). Verletzt wurden 2025 auf E-Scootern 2.597 Menschen, 24 Prozent mehr. Im 1. Quartal 2026 weist Statistik Austria keinen E-Scooter-Toten aus.
  • Österreich hat bereits geregelt, was Deutschland noch offenlässt: Seit 1. Mai 2026 gilt für Rollerfahrende unter 16 Jahren eine Helmpflicht, dazu eine Promillegrenze von 0,5. In Deutschland greifen neue E-Scooter-Regeln erst ab dem 1. März 2027.

Die Halbjahresbilanz des deutschen Straßenverkehrs liest sich zunächst als Erfolgsmeldung. Von Januar bis Juni 2026 kamen nach den vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes 1.233 Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr ums Leben. Das sind 9 Prozent oder 122 Todesopfer weniger als im 1. Halbjahr 2025, als 1.355 Menschen starben. Nur bei einem Verkehrsmittel stieg die Zahl: bei E-Scootern, wo 28 Menschen starben, 13 mehr als im Vorjahreszeitraum. Rechnerisch waren es im 1. Halbjahr 2025 also 15 – die Zahl hat sich in Deutschland binnen eines Jahres fast verdoppelt.

Für Österreich gibt es eine solche Halbjahreszahl zu E-Scootern nicht; NETZ-TRENDS hat bei Statistik Austria keine Halbjahresauswertung gefunden. Die österreichischen Zahlen stammen aus der Jahresstatistik 2025 und der Quartalsmeldung für das 1. Quartal 2026. Beide Länder lassen sich deshalb nur mit Vorbehalt nebeneinanderstellen.

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Deutschland: Bei jedem anderen Verkehrsmittel gingen die Zahlen zurück

Der Kontrast ist in Deutschland deutlich, weil er auf allen übrigen Feldern in die Gegenrichtung läuft. Die Zahl der getöteten Pkw-Insassen sank um 20 auf 531, bei den Menschen auf amtlich zugelassenen Krafträdern um 32 auf 216, im Fahrradverkehr um 22 auf 211 und bei denen, die zu Fuß unterwegs waren, um 44 auf 150.

Balkendiagramm: Veränderung der Zahl der Getöteten im deutschen Straßenverkehr im 1. Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum, nach Verkehrsbeteiligung
Die Grafik zeigt die Lage in Deutschland: Von den fünf ausgewiesenen Gruppen verzeichnet nur die der E-Scooter-Fahrenden einen Anstieg. Grafik: NETZ-TRENDS. Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 337 vom 24. September 2026, vorläufige Ergebnisse.
Land und Zeitraum Getötete insgesamt davon auf E-Scootern Anteil
Österreich, Gesamtjahr 2025 403 6 1,5 %
Deutschland, 1. Halbjahr 2026 (vorläufig) 1.233 28 2,3 %
Schweiz, Gesamtjahr 2025 214 3 1,4 %
Quellen: Statistik Austria (Straßenverkehrsunfälle 2025), Statistisches Bundesamt (Pressemitteilung Nr. 337 vom 24. September 2026), ASTRA (Straßenverkehrsunfall-Statistik 2025). Anteil = E-Scooter-Tote geteilt durch alle Verkehrstote, Berechnung NETZ-TRENDS. Die Zeiträume sind nicht deckungsgleich; ein Halbjahr ist mit einem Gesamtjahr nicht direkt vergleichbar.

Österreich: 6 getötete E-Scooter-Fahrende 2025, 2.597 Verletzte

Die Jahresstatistik von Statistik Austria für 2025 zeigt für Österreich ein anderes Muster als in Deutschland. Im Jahr 2025 starben 403 Menschen im Straßenverkehr, 52 mehr (plus 15 Prozent) als 2024 und so viele wie zuletzt 2019. Auf E-Scootern starben sechs Menschen, einer weniger als 2024; drei davon verunglückten allein, die anderen in Unfällen mit einem Pkw, einem Lkw und einem Fußgänger. Die Zahl der verletzten E-Scooter-Fahrenden stieg dagegen um 24 Prozent auf 2.597; rund jede/-r 18. verletzte Verkehrsteilnehmer/-in war auf einem E-Scooter unterwegs. Ein Viertel der Verletzten waren Kinder unter 15 Jahren; bei den 10- bis 14-Jährigen stieg die Zahl um 85 Prozent von 328 auf 606. Nur 10 Prozent der verletzten E-Scooter-Fahrenden trugen einen Helm (E-Bike: 57 Prozent). Die meisten Unfälle gab es in Wien mit 622 (23 Prozent), die stärksten Zuwächse in Kärnten (plus 47 Prozent) und Niederösterreich (plus 36 Prozent). Im 1. Quartal 2026 starben laut Quartalsmeldung von Statistik Austria 67 Menschen im Straßenverkehr (1. Quartal 2025: 63); E-Scooter-Tote weist die Meldung für beide Quartale nicht aus.

Gemessen an der Gesamtzahl bleibt der E-Scooter in beiden Ländern ein kleiner Posten. In Deutschland ist die Richtung die entscheidende Information, weil sie der Gesamtentwicklung widerspricht. In Österreich liegt der Anstieg bei den Verletzten, nicht bei den Toten – bei sechs Todesopfern sind die Fallzahlen zu klein für eine Aussage über einen Trend.

Deutschland: 28 Todesopfer in sechs Monaten, 38 im ganzen Vorjahr

Wie ungewöhnlich der deutsche Halbjahreswert ist, zeigt der Blick auf die Jahresstatistik. Für 2025 hatte das Statistische Bundesamt am 16. Juli 2026 gemeldet, dass bei E-Scooter-Unfällen im gesamten Jahr 38 Menschen ums Leben kamen, nach 27 im Jahr 2024. Die 28 Todesopfer der ersten sechs Monate 2026 entsprechen rechnerisch rund drei Vierteln des gesamten Vorjahreswerts. Ein Halbjahr ist kein Jahr, und die Zahlen sind vorläufig. 2025 registrierte die Polizei in Deutschland 16.496 E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden, 38,1 Prozent mehr als 2024. Diese Redaktion hat die Jahreszahlen am 10. September ausführlich ausgewertet.

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Kinder und Jugendliche: in Deutschland die zweite Zahl gegen den Trend

Der zweite Ausreißer in der deutschen Statistik betrifft das Alter. Bei Kindern unter 15 Jahren stieg die Zahl der Verunglückten um rund 450 auf 14.900, bei Jugendlichen zwischen 15 und 17 Jahren um knapp 390 auf fast 9.900. Bei den 15- bis 17-Jährigen war der E-Scooter das häufigste Verkehrsmittel – 2.076 Verunglückte oder 21 Prozent dieser Altersgruppe, und damit 70 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Auch in Österreich sind Kinder auffällig: Ein Viertel der verletzten E-Scooter-Fahrenden war 2025 jünger als 15 Jahre.

Was die Statistik nicht sagt

Die veröffentlichte Unfallstatistik zählt Unfälle, keine Fahrten. Weder die deutsche Mitteilung vom 24. September noch die gesonderte E-Scooter-Auswertung vom Juli 2026 weisen aus, wie viele Elektrokleinstfahrzeuge in Deutschland unterwegs sind oder wie viele Kilometer damit zurückgelegt werden. Auch die österreichische Jahresstatistik zählt Unfälle, nicht Fahrten. Ob das Risiko je Fahrt gestiegen ist oder schlicht mehr gefahren wird, lässt sich aus den veröffentlichten Zahlen deshalb nicht ableiten. Das Statistische Bundesamt hatte im Juli 2026 selbst darauf hingewiesen, dass der hohe Anteil junger Verunglückter auch damit zusammenhängen dürfte, dass jüngere Menschen häufiger mit E-Scootern unterwegs sind.

Die Regeln: Österreich seit Mai 2026 mit Helmpflicht für unter 16-Jährige, Deutschland ab März 2027

In Österreich beschloss der Nationalrat in Wien am 25. März 2026 ein Verkehrssicherheitspaket, nach dem Rollerfahrende unter 16 Jahren einen Helm tragen müssen, nur eine Person auf dem Fahrzeug fahren darf und eine Grenze von 0,5 Promille gilt. Nach Darstellung des österreichischen Automobilclubs ÖAMTC gelten die Regeln seit dem 1. Mai 2026 (36. StVO-Novelle).

In Deutschland datiert die Verordnung zur Änderung der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung vom 30. Januar 2026 und wurde am 6. Februar 2026 im Bundesgesetzblatt verkündet. Nach den Angaben des deutschen Bundesverkehrsministeriums trat Artikel 1 am 1. April 2026 in Kraft; die übrigen Artikel folgen am 1. März 2027. Dazu zählen Fahrtrichtungsanzeiger für neu produzierte Elektrokleinstfahrzeuge, die Geltung des Grünpfeils und die Erlaubnis zum Nebeneinanderfahren, sofern der Verkehr nicht behindert wird; ein erhöhtes Verwarnungsgeld droht, wenn mehrere Personen auf einem Fahrzeug fahren. Eine Helmpflicht führt das Ministerium nicht auf. Bestehende Fahrzeuge dürfen weiter genutzt werden, eine Nachrüstpflicht gibt es nicht.

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Wie es weitergeht

Die am 24. September veröffentlichten deutschen Zahlen sind vorläufig. Ob sich der Halbjahrestrend bei den Elektrokleinstfahrzeugen fortsetzt, zeigt sich in den Zahlen für das zweite Halbjahr. Für Österreich wird sich erst mit den Jahreszahlen 2026 zeigen, ob die seit 1. Mai geltenden Regeln bei den Verletzten eine Wirkung haben; die Zahlen für 2025 stammen aus der Zeit vor der Helmpflicht.

Fahren Sie selbst E-Scooter oder ärgern Sie sich über sie – und halten Sie die Regeln in Österreich für ausreichend? Schreiben Sie uns Ihre Meinung gerne in die Kommentare.

Quellen

Transparenzhinweis: Bei Recherche, Strukturierung und Erstellung dieses Beitrags kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die verwendeten Quellen sind im Artikel aufgeführt. Die Veröffentlichung erfolgt erst nach manueller redaktioneller Freigabe.

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