NHTSA registrierte den Rückruf am 21. Oktober 2026; für die betroffenen VW-Modelle in Deutschland gilt dieselbe 80-Prozent-Ladegrenze
Das Wichtigste in Kürze
- Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA registrierte am 21. Oktober 2026 einen Rückruf für 9.048 Audi Q4 e-tron und Q4 Sportback e-tron der Modelljahre 2024 und 2025.
- Grund ist laut NHTSA-Dokument eine Hochvoltbatterie, die bei einem Ladezustand über 80 Prozent eine thermische Ausbreitung und damit einen Fahrzeugbrand auslösen kann.
- Bis zur endgültigen Abhilfe gilt dieselbe 80-Prozent-Ladebegrenzung wie bei den im Oktober in Deutschland zurückgerufenen VW-Modellen ID.3, ID.4, ID.7, ID. Buzz und Cupra Born.
Audi ruft in den USA 9.048 Elektro-SUV der Baureihe Q4 e-tron zurück. Die US-Behörde NHTSA nennt als Ursache eine Hochvoltbatterie, die sich bei zu hohem Ladezustand entzünden kann.
NETZ-TRENDS hatte am 26. Oktober über den Rückruf von 9.881 VW- und Cupra-Elektroautos in Deutschland berichtet und notiert, dass laut ADAC bei Audi noch eine Prüfung laufe. Für die USA liegt das Ergebnis jetzt vor; für Deutschland ist noch offen, ob ein eigener Rückruf folgt.
Was die US-Behörde NHTSA meldet
Die US-amerikanische Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) führt den Rückruf unter der Nummer 26V698, herstellerintern als Code 93SK. Gemeldet hat ihn die Volkswagen Group of America als für Audi zuständige US-Tochter, mit Eingang am 21. Oktober 2026.
Betroffen sind laut NHTSA-Dokument 7.040 Audi Q4 e-tron und 2.008 Audi Q4 Sportback e-tron, zusammen 9.048 Fahrzeuge der Modelljahre 2024 und 2025. Der Bauzeitraum reicht bis in den Juni 2025. Die Behörde schätzt den Anteil tatsächlich fehlerhafter Fahrzeuge auf 0,1 Prozent der betroffenen Population.
Die Ursache: Zellen aus Ungarn, Ladezustand über 80 Prozent
Im Zentrum steht das Hochvoltbatteriemodul (Teilenummer beginnend mit 0Z1.915.599), geliefert vom südkoreanischen Hersteller SK Battery Manufacturing mit Werk im ungarischen Komárom. Nach Angaben im NHTSA-Dokument erfüllen bestimmte Zellen in der betroffenen Population möglicherweise nicht die erforderlichen Qualitätsstandards.
Ein Ladezustand über 80 Prozent kann demnach eine thermische Ausbreitung in der Batterie auslösen – die Fachbezeichnung für eine Kettenreaktion, bei der sich einzelne Zellen gegenseitig erhitzen, bis daraus ein Fahrzeugbrand entsteht. Die genaue technische Ursache ist laut NHTSA noch nicht abschließend geklärt und wird weiter untersucht. Nach Angaben des Herstellers sind bisher keine Unfälle, Brände oder Verletzungen im Zusammenhang mit dem Defekt bekannt.
Im Vergleich: der VW-Rückruf in Deutschland
Der US-Rückruf steht neben einem bereits laufenden Fall in Deutschland: Für 9.881 VW- und Cupra-Elektroautos gelten seit Ende Oktober drei vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) geführte Rückrufe, ebenfalls wegen möglicher Fehler an Hochvolt-Batteriezellen und mit derselben vorläufigen 80-Prozent-Ladegrenze. Ob beide Fälle auf dasselbe Bauteil oder denselben Zulieferer zurückgehen, ist nach Angaben einer auf Rückrufe spezialisierten Verbraucherkanzlei bislang nicht offiziell bestätigt.
| Rückruf | Modelle | Land | Fahrzeuge | Sofortmaßnahme |
|---|---|---|---|---|
| NHTSA 26V698, 21.10.2026 | Audi Q4 e-tron, Q4 Sportback e-tron | USA | 9.048 | Ladegrenze 80 %, Batteriediagnose beim Händler |
| KBA 17137R/17101R, Okt. 2026 | VW ID.3, ID.4, ID.7, ID. Buzz | Deutschland | 7.112 | Ladegrenze 80 %, Laden nur im Freien |
| KBA 17103R, Okt. 2026 | Cupra Born | Deutschland | 1.231 | Ladegrenze 80 %, ggf. Batterietausch |
Quelle: NHTSA-Rückrufmeldung 26V698, 21. Oktober 2026 (USA); ADAC, Meldung vom 21. Oktober 2026 (Deutschland). Stand: 30. Oktober 2026.
Zeitplan: Wann Halterinnen und Halter in den USA Post bekommen
Eine endgültige Reparatur gibt es laut NHTSA noch nicht, sie werde derzeit entwickelt. Audi-Händler in den USA mussten bis spätestens 23. Oktober 2026 informiert werden, eine Interimsbenachrichtigung der Halterinnen und Halter ist bis spätestens 18. Dezember 2026 vorgesehen. Die Benachrichtigung über die endgültige Abhilfe folgt laut NHTSA in einer späteren Phase.
Bis dahin gilt für Fahrzeuge, deren Batteriedaten eine weitere Prüfung nahelegen, die Ladegrenze von 80 Prozent sowie eine Batteriediagnose beim Audi-Händler. Für Fahrzeuge, deren Daten keine Auffälligkeiten zeigen, sind laut NHTSA vorerst keine Zwischenmaßnahmen nötig.
Was Audi-Fahrerinnen und -Fahrer in Deutschland jetzt tun können
Checkliste für Halterinnen und Halter eines Audi Q4 e-tron
- Der US-Rückruf gilt bislang ausschließlich für in den USA zugelassene Fahrzeuge – ein eigener deutscher Rückruf ist derzeit nicht bestätigt.
- Bei Unsicherheit beim eigenen Audi-Händler nachfragen, ob das Fahrzeug von einer Prüfung betroffen sein könnte.
- Post vom Hersteller zu Rückrufen generell ernst nehmen und die darin genannten Fristen beachten.
- Wer sein Fahrzeug regelmäßig voll auflädt, kann die Ladeeinstellung vorsorglich auf etwa 80 Prozent begrenzen – eine offizielle Empfehlung dafür gibt es für Deutschland bislang nicht.
Für den VW- und Cupra-Rückruf in Deutschland gilt weiterhin: Wer keinen Brief vom Hersteller erhält, ist nach den bisherigen Angaben nicht betroffen. Ob Audi diesen Kreis in Deutschland ausweitet, war bis zum Redaktionsschluss nicht bekannt.
Häufige Fragen
Wie viele Audi Q4 e-tron sind vom Rückruf betroffen?
Laut NHTSA-Dokument 9.048 Fahrzeuge in den USA: 7.040 Audi Q4 e-tron und 2.008 Audi Q4 Sportback e-tron der Modelljahre 2024 und 2025.
Sind auch Audi Q4 e-tron in Deutschland betroffen?
Das ist nach dem aktuellen Stand nicht bestätigt. Der NHTSA-Rückruf bezieht sich auf in den USA zugelassene Fahrzeuge. Ein eigener deutscher Rückruf lag bis zum Redaktionsschluss nicht vor.
Was ist die Sofortmaßnahme für betroffene US-Fahrzeuge?
Fahrzeuge, deren Batteriedaten eine weitere Prüfung erfordern, sollen laut NHTSA nur bis 80 Prozent geladen werden, zusätzlich ist eine Batteriediagnose beim Audi-Händler vorgesehen.
Hängt der Audi-Rückruf mit dem VW-Rückruf in Deutschland zusammen?
Beide betreffen Hochvoltbatterien und dieselbe vorläufige 80-Prozent-Ladegrenze. Ob sie auf dasselbe Bauteil oder denselben Zulieferer zurückgehen, ist nach Angaben einer Verbraucherkanzlei bislang nicht offiziell bestätigt.
Fahren Sie einen Audi Q4 e-tron oder ein vom VW-Rückruf betroffenes Modell – haben Sie bereits Post vom Hersteller erhalten? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen gerne in die Kommentare.
Quellen
- National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA): Rückrufmeldung 26V698, eingegangen 21. Oktober 2026 (abgerufen am 30. Oktober 2026)
- Allgemeiner Deutscher Automobil-Club (ADAC): Brandgefahr! Rückruf für VW ID.3, ID.4, ID.7, ID. Buzz und Cupra Born, Meldung vom 21. Oktober 2026
- NETZ-TRENDS: VW-Rückruf in Deutschland: 9.881 ID.-Modelle und Cupra Born, Ladelimit 80 Prozent, 26. Oktober 2026
- Audi AG: Pressefoto Audi Q4 e-tron, Audi MediaCenter (Nutzung für redaktionelle Zwecke freigegeben)
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