Eine Absichtserklärung soll die Beschaffung kritischer Rohstoffe absichern. Konkrete Lieferverträge oder Finanzierungsbeträge nennt das Ministerium noch nicht.
Das Wichtigste in Kürze
- Deutschland und Japan wollen bei kritischen Rohstoffen enger zusammenarbeiten.
- Die Erklärung nennt gemeinsame Abnahmevereinbarungen, mögliche Kofinanzierungen und Projekte in Drittstaaten als Instrumente.
- Welche Rohstoffe, Vorhaben und Summen konkret gemeint sind, wurde bislang nicht veröffentlicht.
Deutschland und Japan wollen ihre Zusammenarbeit bei kritischen Rohstoffen ausbauen. Am 28. Oktober 2026 unterzeichneten das Bundeswirtschaftsministerium (BMWE) und das japanische Wirtschaftsministerium METI dazu eine gemeinsame Absichtserklärung. Ziel sind verlässlichere und breiter aufgestellte Lieferketten. Verbindliche Lieferverträge oder konkrete Projektbeträge enthält die Ankündigung nicht.
Was Deutschland und Japan vereinbart haben
Die Erklärung wurde während der Japanreise von Bundeskanzler Friedrich Merz unterzeichnet. Für das BMWE zeichnete Staatssekretär Stefan Rouenhoff, für Japan das Ministry of Economy, Trade and Industry (METI). Beide Seiten wollen nach Angaben des deutschen Ministeriums bei einer größeren Zahl kritischer Rohstoffe enger kooperieren und widerstandsfähigere, diversifizierte Lieferketten aufbauen.
Die Vereinbarung ist zunächst ein politischer Rahmen. Sie belegt die Absicht zur Zusammenarbeit, aber noch keine zugesicherten Mengen oder Liefertermine. Auch die Ankündigung nennt keine Liste der Rohstoffe, auf die sich konkrete Vorhaben zuerst konzentrieren sollen.
Welche Instrumente denkbar sind
Als mögliche nächste Schritte nennt das BMWE gemeinsame Abnahmevereinbarungen, Kofinanzierungen und Maßnahmen zur Stärkung der Lieferketten. Unternehmen könnten dadurch ihre Beschaffung bündeln und neue Projekte leichter finanzieren. Auch Vorhaben in Drittstaaten werden als Möglichkeit erwähnt.
Diese Instrumente sind Optionen, die aus der Partnerschaft entstehen könnten. Das Ministerium hat mit der Unterzeichnung jedoch noch keine einzelnen Projekte, Finanzierungszusagen oder Abnahmeverträge bekanntgegeben. Für Unternehmen wird entscheidend sein, welche Rohstoffe und Standorte tatsächlich in konkrete Vereinbarungen einfließen.
Warum Rohstoffquellen diversifiziert werden sollen
Kritische Rohstoffe stecken in zahlreichen Schlüsseltechnologien: Lithium, Kobalt und Nickel werden etwa für Batterien benötigt, Gallium für Solarzellen und Bor für Windkraftanlagen. Titan und Wolfram sind unter anderem für Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigungsanwendungen relevant. Abhängigkeiten von wenigen Lieferländern können deshalb Industrie und Energiewende verwundbar machen.
Der EU-Rechtsrahmen für kritische Rohstoffe setzt für 2030 unter anderem einen Diversifizierungsmaßstab: Auf keiner relevanten Verarbeitungsstufe soll mehr als 65 Prozent des jährlichen EU-Bedarfs an einem strategischen Rohstoff aus einem einzelnen Drittstaat kommen. Das ist ein EU-Ziel und keine Vorgabe aus der neuen deutsch-japanischen Erklärung. Die Partnerschaft kann zu einer breiteren Beschaffung beitragen; sie garantiert für sich genommen weder zusätzliche Liefermengen noch niedrigere Verbraucherpreise.
Was noch offen ist
Die öffentliche Mitteilung beziffert weder Investitionen noch geplante Liefermengen oder Zeitpläne. Ebenso fehlen Angaben dazu, welche Unternehmen beteiligt werden und welche Projekte in Japan, Deutschland oder Drittstaaten zuerst geprüft werden. Die nächsten belastbaren Hinweise dürften daher aus konkreten Projektankündigungen, Finanzierungsentscheidungen oder Unternehmensverträgen kommen.
Für die Bewertung des Pakts ist dieser Unterschied wichtig: Eine Absichtserklärung schafft eine Grundlage für Zusammenarbeit, aber die Versorgungssicherheit ändert sich erst, wenn daraus umsetzbare Projekte und tatsächliche Lieferketten entstehen.
Häufige Fragen
Was haben Deutschland und Japan am 28. Oktober 2026 vereinbart?
Das BMWE und Japans METI unterzeichneten eine gemeinsame Absichtserklärung, um die Kooperation bei kritischen Rohstoffen und widerstandsfähigen Lieferketten auszubauen.
Gibt es bereits konkrete Lieferverträge oder Förderbeträge?
Die veröffentlichte Mitteilung nennt keine verbindlichen Lieferverträge, konkreten Mengen, Projektbeträge oder Zeitpläne. Sie beschreibt mögliche Instrumente für die weitere Zusammenarbeit.
Was bedeutet das EU-Ziel von höchstens 65 Prozent?
Bis 2030 soll der Anteil eines einzelnen Drittstaats an der jährlichen EU-Versorgung mit einem strategischen Rohstoff auf jeder relevanten Verarbeitungsstufe höchstens 65 Prozent betragen. Es handelt sich um einen Maßstab des EU-Rechtsrahmens, nicht um eine Lieferzusage Japans.
Ihre Einschätzung
Welche Rohstoffe sollte die deutsch-japanische Zusammenarbeit aus Ihrer Sicht zuerst in den Blick nehmen? Schreiben Sie uns gern Ihre Einschätzung in die Kommentare.
Quellen und Stand
- Bundeswirtschaftsministerium: Deutschland und Japan begründen gemeinsame Rohstoffpartnerschaft, 28. Oktober 2026
- Europäische Kommission: European Critical Raw Materials Act
- Verordnung (EU) 2024/1252 über kritische Rohstoffe, EUR-Lex
Recherche- und Datenstand: 29. Oktober 2026.
Transparenz: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz recherchiert und formuliert und ist zur menschlichen redaktionellen Prüfung vorgesehen.