Verbraucherzentrale NRW gibt zum Heizstart neue Tipps – entscheidend sind auch Dämmung, Raumtemperatur und Feuchtequellen

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein unauffälliger Feuchtewert im Zimmer schließt Schimmel an kalten Wänden nicht aus.
  • Heizen, Luftaustausch und freie Luftzirkulation gehören zusammen.
  • Bei anhaltenden Problemen müssen auch bauliche Ursachen geprüft werden.

40 bis 60 Prozent Luftfeuchtigkeit gelten als Orientierung für ein angenehmes Wohnklima. Als Entwarnung vor Schimmel taugt dieser Bereich jedoch nicht für jede Wohnung. Darauf kommt es bei den neuen Hinweisen der Verbraucherzentrale NRW zur Heizperiode an: An kalten Außenwänden kann die Feuchte bereits kritisch sein, obwohl das Messgerät mitten im Raum unauffällig wirkt.

Die Verbraucherzentrale NRW hat ihre Hinweise am 22. Oktober 2026 veröffentlicht. Sie empfiehlt, die Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer zu kontrollieren. In älteren, ungedämmten Häusern solle man sich eher am unteren Ende des genannten Bereichs orientieren. Für Haushalte in Deutschland geht es damit um zwei Aufgaben zugleich: Wärme sinnvoll nutzen und Feuchtigkeit abführen.

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Ein Messwert in der Raummitte sagt nicht alles

Die ausführlichen Hinweise der Verbraucherzentralen zum Heizen und Lüften erklären die Einschränkung: Selbst bei 50 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit im Raum können kalte Oberflächen zu feucht sein. In schlecht gedämmten Gebäuden können an kalten Tagen schon 40 Prozent in der Raumluft an Wärmebrücken und in Raumecken problematisch werden.

Ein Hygrometer hilft also bei der Beobachtung, ersetzt aber keine Beurteilung des Gebäudes. Wer einen Wert unter 60 Prozent abliest, hat damit keine Garantie gegen Schimmel. Die Prozentangabe beschreibt die relative Feuchtigkeit bei der jeweiligen Temperatur. Kühlt Luft an einer Wand ab, steigt dort die relative Feuchte.

Feuchtigkeit nach dem Duschen und Kochen hinauslassen

Für den Alltag nennt die neue Mitteilung mehrere konkrete Ansatzpunkte:

  • Luft austauschen: Besonders nach dem Duschen, Kochen, Wäschetrocknen und Aufstehen stoß- oder querlüften. Die Mitteilung nennt dafür fünf bis zehn Minuten.
  • Nebenräume mitdenken: Für wenig genutzte Räume empfiehlt sie etwa 16 bis 18 Grad Grundwärme. Türen zu kühleren Räumen zwischen den Lüftungsvorgängen geschlossen halten.
  • Luft zirkulieren lassen: Große Möbel möglichst nicht unmittelbar an kalte Außenwände stellen. Dahinter kann sich Feuchtigkeit stauen. Auch die Hamburger Verbraucherschutzbehörde rät, Heizkörper nicht durch Möbel oder Gardinen zu verdecken.

Die Lüftungsdauer ist dabei kein fester Wert für jede Wohnung. Die ausführliche Verbraucherinformation nennt unter anderem Wind, Außentemperatur, Grundriss und Dämmung als Einflussgrößen. Nach dem Lüften sollen die Fenster wieder geschlossen und die Räume beheizt werden. Dauerlüften kostet Wärme und kühlt die Wände aus.

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Schimmel ist nicht automatisch ein Lüftungsfehler

Eine pauschale Schuldzuweisung an die Menschen in der Wohnung wäre falsch. Das Umweltbundesamt erläutert, dass auch Feuchtigkeit im Gebäude Schimmel verursachen kann. Solche Ursachen lassen sich nicht einfach durch häufigeres Fensteröffnen beseitigen. Fachleute müssen sie feststellen und beheben.

Wer einen Befall entdeckt und zur Miete wohnt, sollte deshalb die Vermietung informieren. Bei größerem Befall rät das Umweltbundesamt dazu, eine Fachfirma einzuschalten. Die praktische Konsequenz: Messwerte, Heizung und Lüftung gemeinsam betrachten – und bei anhaltenden Problemen die Bausubstanz prüfen lassen. Der Kauf eines Messgeräts allein löst das Problem nicht.

Häufige Fragen

Können trockene Wände trotzdem ein Schimmelrisiko haben?

Ja. Nach den verlinkten Verbraucherinformationen können Schimmelpilze bereits bei hoher relativer Feuchte direkt an einer Wand wachsen, bevor sichtbares Kondenswasser entsteht. Eine Wand muss sich dafür nicht feucht anfühlen.

Sind 16 bis 18 Grad für jede Wohnung ausreichend?

Das ist eine Orientierung für wenig genutzte Räume. Die Hamburger Verbraucherschutzbehörde weist darauf hin, dass bei schlechtem Bauzustand eine höhere Mindesttemperatur erforderlich ist. Feuchte, Temperatur und Gebäudezustand müssen gemeinsam betrachtet werden.

Wo tritt in Ihrer Wohnung Feuchtigkeit besonders häufig auf? Schreiben Sie uns Ihre Meinung gerne in die Kommentare.

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Quellen

Recherche- und Quellenstand: 24. Oktober 2026.

Transparenz: KI-Unterstützung

Transparenzhinweis: Bei Recherche, Strukturierung und Erstellung dieses Beitrags kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die verwendeten Quellen sind im Artikel aufgeführt. Die Veröffentlichung erfolgt erst nach manueller redaktioneller Freigabe.

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