Speicher, Backups, SSL und Support: Was Hosting-Pakete leisten müssen und worauf Sie bei Vertrag und Datenschutz achten sollten
Das Wichtigste in Kürze
- 99,9 Prozent Verfügbarkeit erlauben rund 8,76 Stunden Ausfall im Jahr.
- Kostenlose SSL-Zertifikate laufen in der Regel 90 Tage und müssen automatisch verlängert werden.
- Wer personenbezogene Daten auf einem fremden Server speichert, braucht einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO.
Ein Hosting-Paket entscheidet, ob Ihre Website im Ernstfall erreichbar bleibt und wie sicher Ihre Daten sind. Wer Speicher, Backups, Verschlüsselung und Support vor dem Kauf prüft, vermeidet die häufigsten Ärgernisse.
Verfügbarkeit: Was 99,9 Prozent bedeuten
Viele Anbieter werben mit 99,9 Prozent Verfügbarkeit. Das klingt nach fast perfekt, erlaubt aber rechnerisch rund 8,76 Stunden Ausfall pro Jahr, also etwa 43 Minuten pro Monat. Ein Jahr hat 8.760 Stunden, und 0,1 Prozent davon sind 8,76 Stunden.
Bei 99,99 Prozent schrumpft die erlaubte Ausfallzeit auf rund 53 Minuten im Jahr. Zwischen den beiden Werten liegt also etwa ein Zehntel der Ausfallzeit.
Wichtig ist auch das Service-Level-Agreement (SLA, vertragliche Verfügbarkeitszusage). Bei Verfehlung gibt es häufig nur eine Gutschrift auf künftige Gebühren statt einer Erstattung des Schadens. Lesen Sie deshalb nach, was als Ausfall zählt und wie die Gutschrift berechnet wird.
Speicher: Platz ist nicht alles
Der Speicherbedarf hängt vom Projekt ab. Ein Blog mit wenigen Bildern kommt mit wenig Platz aus, ein Shop mit vielen Produktfotos braucht deutlich mehr. Rechnen Sie den eigenen Bedarf realistisch durch und planen Sie Reserven ein.
Ebenso wichtig ist die Technik. Solid-State-Drives (SSD, Speicher ohne bewegliche Teile) laden Seiten in der Regel schneller als klassische Festplatten. Prüfen Sie außerdem Grenzen für Dateigrößen und Datenbanken sowie die Möglichkeit, den Tarif später zu erweitern.
Bei mehreren Projekten oder einem Shop kann die Zahl der Datenbanken schneller zum Engpass werden als der Speicherplatz.
Backups: Die 3-2-1-Faustregel
Ein Backup ist nur so gut wie seine Wiederherstellung. Die 3-2-1-Regel ist eine verbreitete Faustregel der IT-Praxis: drei Kopien der Daten, auf zwei verschiedenen Speichermedien, davon eine außer Haus.
Fragen Sie den Anbieter konkret: Wie oft werden Sicherungen erstellt, wie lange werden sie aufbewahrt, und können Sie einzelne Dateien oder die ganze Website selbst zurückspielen? Ein Test der Wiederherstellung vor dem Ernstfall lohnt sich.
SSL-Zertifikate: Verschlüsselung gehört dazu
SSL (Secure Sockets Layer) ist der ältere Begriff für die Verschlüsselung der Datenübertragung. Heute spricht man meist von TLS (Transport Layer Security). Sie sorgt dafür, dass Daten zwischen Besuchern und Server nicht mitgelesen werden können. Bei Shops, Login-Bereichen und Kontaktformularen ist sie unverzichtbar.
Kostenlose Zertifikate sind verbreitet. Let’s Encrypt ist eine gemeinnützige Zertifizierungsstelle, die kostenlose Zertifikate ausstellt. Diese Zertifikate sind 90 Tage gültig. Entscheidend ist deshalb die automatische Erneuerung.
Datenschutz: Vertrag und Serverstandort
Wer auf einem fremden Server Kundendaten, Bestellungen oder Kontaktdaten speichert, lässt diese Daten im Auftrag verarbeiten. Dafür verlangt die DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) einen Vertrag. Sobald die Voraussetzungen einer Auftragsverarbeitung erfüllt sind, muss nach Art. 28 DSGVO ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AV-Vertrag) geschlossen werden.
Lassen Sie sich den AV-Vertrag vor dem Abschluss zeigen. Prüfen Sie außerdem, in welchem Land die Server stehen. Ein Standort in der EU vereinfacht die datenschutzrechtliche Prüfung. Eine Rechtsberatung im Einzelfall ersetzt das nicht.
Support: Erreichbarkeit im Ernstfall
Der Support zeigt seinen Wert meist im Problemfall. Prüfen Sie, über welche Kanäle Sie den Anbieter erreichen (E-Mail, Telefon, Chat), zu welchen Zeiten und ob es deutschsprachige Hilfe gibt.
Bei Managed-Paketen von Webhosting Dienstleistern übernimmt der Anbieter mehr Pflege, etwa Updates und Sicherheitsaufgaben. Bei Unmanaged-Paketen bleibt diese Arbeit bei Ihnen. Wählen Sie das Modell nach Ihren technischen Kenntnissen.
Häufige Fragen
Reicht ein Paket mit 99,9 Prozent Verfügbarkeit für eine Firmenwebsite?
Für viele kleine und mittlere Websites ist das eine solide Basis. Entscheidend sind zusätzlich die Erstattungsregeln im SLA und die Reaktionszeit des Supports.
Brauche ich eigene Backups, wenn der Anbieter sichert?
Eine zusätzliche Kopie außerhalb des Anbieters macht Sie unabhängig, etwa wenn Daten verloren gehen oder das Konto gesperrt wird.
Ist ein kostenloses SSL-Zertifikat ausreichend?
In der Regel ja, wenn es automatisch erneuert wird und die Website vollständig per HTTPS erreichbar ist.
Quellen
Transparenzhinweis: Dieser Ratgeber wurde mit Unterstützung einer künstlichen Intelligenz (KI) erstellt und von der Redaktion geprüft.
Welche Kriterien sind Ihnen beim Hosting am wichtigsten? Schreiben Sie es in die Kommentare.