Zugleich sinkt die Klasse für 5,1 Millionen; bei den Regionalklassen steigen 4,8 Millionen, 5,2 Millionen sinken

Das Wichtigste in Kürze

  • In der Kfz-Haftpflicht steigen 2027 laut GDV rund 7,4 Millionen Autofahrende in eine höhere Typklasse, rund 5,1 Millionen in eine niedrigere; rund 30 Millionen bleiben unverändert.
  • Bei den Regionalklassen der Haftpflicht rutschen 46 Zulassungsbezirke mit 4,8 Millionen Autofahrenden nach oben, 63 Bezirke mit 5,2 Millionen nach unten.
  • Bei vielen Verträgen muss die Kündigung bis zum 30. November beim Versicherer eingegangen sein: Stand 18. Oktober sind das noch 43 Tage.

Für mehr als 12 Millionen Autofahrende in Deutschland ändert sich 2027 die Typklasse in der Kfz-Haftpflicht, meldet der GDV. Wer wechseln will, muss bei vielen Verträgen bis 30. November kündigen.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat die Klassen in zwei Schritten veröffentlicht: Die Regionalklassen für 413 Zulassungsbezirke kamen am 9. September, die Typklassen für rund 33.000 Automodelle am 30. September 2026. Die Regionalklassen berechnet der Verband einmal im Jahr neu. Beide Statistiken sind für die Versicherer unverbindlich.

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Was das für den einzelnen Beitrag bedeutet, steht in keiner der beiden Meldungen. Der GDV betont, dass ein Klassenwechsel allein den Beitrag nicht festlegt. Dieser Artikel ordnet die Zahlen ein und zeigt, bis wann ein Wechsel möglich ist.

Typklassen 2027: 7,4 Millionen rutschen nach oben

Nach der Typklassenstatistik des GDV werden in der Kfz-Haftpflicht rund 7,4 Millionen Autofahrende in eine höhere und rund 5,1 Millionen in eine niedrigere Typklasse eingestuft. Die übrigen rund 30 Millionen, das sind 71 Prozent, behalten ihre Klasse. In der Voll- und Teilkasko bleibt die Einstufung für 67 Prozent der Versicherten gleich; getrennte Zahlen für Auf- und Abstieg nennt die Meldung nicht.

Die Klassen reichen in der Haftpflicht von 10 bis 25, in der Vollkasko von 10 bis 34 und in der Teilkasko von 10 bis 33. Als Beispiele nennt der GDV den VW T7 Multivan 2.0 TDI X, der in der Haftpflicht zwei Klassen günstiger eingestuft wird, und den Mercedes GLC 200 4MATIC, der in der Vollkasko zwei Klassen besser liegt. Kleinwagen wie Fiat Panda, Renault Twingo und VW Polo liegen in der Kasko tendenziell niedrig, Modelle wie Porsche Panamera, Range Rover und Toyota Land Cruiser höher.

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„Als Faustregel gilt: Je teurer ein Auto und dessen Ersatzteile sind, desto höher fällt meist die Kasko-Typklasse aus.“

Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)

Die Statistik gilt laut GDV ab sofort für Neuverträge und für bestehende Verträge ab dem nächsten Versicherungsjahr. Ob ein Versicherer sie anwendet, entscheidet er selbst. Welche Typklasse ein Modell hat, lässt sich über das Portal typklasse.de des GDV abrufen.

Regionalklassen: 46 Bezirke höher, 63 niedriger

Bei den Regionalklassen 2027 in der Haftpflicht rutschen 46 der 413 Zulassungsbezirke in eine höhere Klasse, das betrifft 4,8 Millionen Autofahrende. In 63 Bezirken sinkt die Klasse für 5,2 Millionen. In 304 Bezirken mit mehr als 32 Millionen Autofahrenden ändert sich nichts. In der Kasko wechseln nach Angaben des GDV rund 2,4 Millionen Versicherte in eine höhere und rund 2,4 Millionen in eine niedrigere Klasse.

Klassenart Höhere Klasse Niedrigere Klasse Unverändert
Typklasse Haftpflicht rund 7,4 Mio. rund 5,1 Mio. rund 30 Mio.
Typklasse Voll- und Teilkasko k. A. k. A. 67 % der Versicherten
Regionalklasse Haftpflicht 4,8 Mio. (46 Bezirke) 5,2 Mio. (63 Bezirke) über 32 Mio. (304 Bezirke)
Regionalklasse Voll- und Teilkasko rund 2,4 Mio. rund 2,4 Mio. rund 33 Mio.
Quelle: GDV, Medieninformationen vom 9. und 30. September 2026. Angaben für Deutschland, Autofahrende in Millionen, gerundet; k. A. = keine Angabe in der Meldung.

Die Spannweite ist groß. In der Haftpflicht liegt Offenbach mit Klasse 12 (Index 139,44, nahezu 40 Prozent über dem Durchschnitt) an der Spitze, gefolgt von Gelsenkirchen und Berlin. Am anderen Ende steht der Landkreis Elbe-Elster in Brandenburg mit Klasse 1 (Index 67,32, rund 33 Prozent unter dem Durchschnitt).

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In der Vollkasko reicht die Spanne von Klasse 1 im Landkreis Wesermarsch (Index 79,87) bis Klasse 9 in Garmisch-Partenkirchen (Index 150,55), in der Teilkasko von Klasse 1 in Bielefeld (Index 61,97) bis Klasse 16 im Ostallgäu (Index 228,35). GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen sagt, wo ein Auto zugelassen sei, mache für die Schadenbilanz einen erheblichen Unterschied. Die Klassen aller Bezirke stellt der GDV nach Bundesländern bereit.

Was die Klassen mit dem Beitrag zu tun haben

Die Klassen sind nur ein Baustein. Nach Angaben des GDV zählen für den persönlichen Beitrag zusätzlich unter anderem die Jahresfahrleistung und die Entwicklung der Reparaturkosten. Weil beide Statistiken unverbindlich sind, entscheidet jeder Versicherer selbst, ob und wie stark er die neuen Klassen weitergibt. Eine pauschale Aussage, wie viele Versicherte 2027 mehr zahlen, lässt sich aus den Meldungen nicht ableiten.

Kostendruck kommt auch aus der Werkstatt. Laut einer Auswertung des GDV von 20 Ersatzteilen und 38 Fahrzeugmodellen haben sich Ersatzteile seit 2016 im Schnitt um mehr als 80 Prozent verteuert, zwischen August 2025 und 2026 um mehr als 4 Prozent. Über zehn Jahre stiegen die Preise um durchschnittlich 5,9 Prozent pro Jahr, die Inflation lag bei durchschnittlich 2,8 Prozent. Die Haftpflichtprämien legten von Januar 2016 bis August 2026 laut GDV um durchschnittlich 2,4 Prozent pro Jahr zu.

Zur Einordnung: Der GDV ist der Interessenverband der Versicherer, die Ersatzteil-Auswertung stammt vom Verband selbst. Eine unabhängige Prüfung der Zahlen liegt uns nicht vor. Wer seinen Beitrag bewerten will, sollte deshalb den eigenen Vertrag mit aktuellen Angeboten vergleichen, statt sich auf Durchschnittswerte zu verlassen.

Stichtag 30. November: So läuft die Frist

Bei vielen Kfz-Verträgen läuft das Versicherungsjahr mit dem Kalenderjahr. Nach Angaben der Verbraucherzentrale muss das Kündigungsschreiben dann bis zum 30. November beim Versicherer sein; die Kündigungsfrist beträgt in der Regel einen Monat. Der ADAC weist darauf hin, dass der Eingang beim Versicherer zählt, nicht das Absenden.

Fristrechnung: Stand 18. Oktober 2026

  • Heute: Sonntag, 18. Oktober 2026
  • Stichtag bei Kalenderjahr-Verträgen: Montag, 30. November 2026, Eingang beim Versicherer
  • Zeit bis zum Stichtag: 43 Tage
  • Rechenweg: 13 Tage bis Monatsende Oktober plus 30 Tage im November

Bei manchen Verträgen beginnt das Versicherungsjahr mit dem Zulassungstag. Startet der Vertrag etwa am 1. Oktober, ist nach der Verbraucherzentrale nur eine Kündigung zum 30. September möglich. Wann das eigene Versicherungsjahr endet, sollten Versicherte deshalb im Vertrag nachsehen.

Der ADAC rät, zuerst den neuen Vertrag abzuschließen und erst zu kündigen, wenn der neue Versicherer ihn angenommen hat, weil Teil- und Vollkasko abgelehnt werden können. Empfohlen wird ein Einschreiben mit Rückschein. Eine Abmeldung des Fahrzeugs ist für den Wechsel in der Regel nicht nötig.

Sonderkündigung nach Beitragserhöhung

Erhöht ein Versicherer den Beitrag aufgrund einer Anpassungsklausel, ohne dass sich die Leistung ändert, können Versicherte nach § 40 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) innerhalb eines Monats nach Zugang der Mitteilung kündigen. Der Versicherer muss in der Mitteilung auf dieses Recht hinweisen und sie spätestens einen Monat vor Wirksamwerden der Erhöhung zustellen.

Kommt die Beitragsrechnung erst nach dem 30. November und ist der Beitrag gestiegen, bleibt nach Angaben der Verbraucherzentrale dieser Weg. Sie rät, eine höhere Rechnung im Januar unter Vorbehalt zu zahlen, damit der Versicherungsschutz nicht gefährdet wird, und sie anschließend zu prüfen. Ein ähnliches Kündigungsrecht gilt nach unserem Beitrag zu Preiserhöhungen bei Strom und Gas auch bei Energieverträgen.

Checkliste vor dem Wechsel

Das sollten Versicherte prüfen

  • Wann endet das Versicherungsjahr laut Vertrag: am 31. Dezember oder früher?
  • Typklasse des Modells und Regionalklasse des Wohnorts nachschlagen und mit dem Vorjahr vergleichen.
  • Angebote auch direkt bei Versicherern einholen, nicht nur über Portale.
  • Schadenfreiheitsklasse und Schadenverlauf vom bisherigen Versicherer schriftlich bestätigen lassen.
  • Neuen Vertrag annehmen lassen, dann per Einschreiben kündigen, Eingang bis 30. November.
  • Klauseln prüfen: Rückstufung nach Schäden, Bedingungen zu Fahrleistung und Rabatten.

Zu den Vergleichsportalen schreibt die Verbraucherzentrale, sie listeten oft nur ausgewählte Versicherer und verdienten an Provisionen. Beim Rabattschutz gilt nach ihrer Darstellung: Er greift nur beim aktuellen Versicherer, und ein neuer Versicherer kann nach einem Unfall zurückstufen. Die Verbraucherzentrale hält bei einer Überprüfung Einsparungen von mehreren hundert Euro für möglich. Ob sich ein Wechsel lohnt, hängt vom Einzelfall ab.

Häufige Fragen

Bis wann muss die Kündigung beim Versicherer sein?

Bei Verträgen mit Versicherungsjahr gleich Kalenderjahr bis zum 30. November, nach Angaben der Verbraucherzentrale. Nach Angaben des ADAC zählt der Eingang beim Versicherer, nicht das Absenden. Beginnt das Versicherungsjahr später, gilt ein anderes Datum.

Wird der Beitrag automatisch teurer, wenn die Typklasse steigt?

Nein, nicht automatisch. Die Typklassenstatistik ist für Versicherer unverbindlich, und der GDV betont, dass ein Klassenwechsel allein den Beitrag nicht festlegt. Bestehende Verträge können sie ab dem nächsten Versicherungsjahr anwenden.

Wo finde ich Typklasse und Regionalklasse?

Die Typklassen von rund 33.000 Modellen bietet der GDV über typklasse.de an. Die Regionalklassen aller 413 Zulassungsbezirke veröffentlicht er nach Bundesländern auf seiner Internetseite.

Kann ich auch außerhalb des Stichtags kündigen?

Ja, nach einer Beitragserhöhung ohne Leistungsänderung innerhalb eines Monats nach Zugang der Mitteilung, so regelt es § 40 VVG. Der ADAC nennt außerdem ein häufiges Sonderkündigungsrecht nach einem regulierten Schadenfall.

Hat sich Ihr Kfz-Versicherer für 2027 schon gemeldet, oder haben Sie bereits gewechselt? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen gerne in die Kommentare.

Quellen

Transparenzhinweis: Bei Recherche, Strukturierung und Erstellung dieses Beitrags kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die verwendeten Quellen sind im Artikel aufgeführt. Die Veröffentlichung erfolgt erst nach manueller redaktioneller Freigabe.

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