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Nach Ansicht von Internetexperten könnte das der Ausweg aus dem Google-Monopol in der EU sein: Google und alle Internetsuchmaschinen wären gezwungen stets auch die Konkurrenzprodukte anzuzeigen.
05.05.2014

Der weltgrößte Internetkonzern Google (circa 60 Milliarden Dollar Jahresumsatz) sieht sich einer Klage wegen Verdachts einer illegalen Monopolbildung und des Verdachts des Missbrauchs von Marktmacht gegenüber. Im Englischen ist die Rede eines "antitrust class-action lawsuit against Google Inc".

Konkret sagte die Verbraucherrechte-Anwaltskanzlei Hagens Berman, welche die Sammelklage eingereicht hat, man bezichtige die Google Inc vor allem der Wettbewerbsverzerrung als auch des Missbrauchs eines Monopols.

Im Rahmen der Antitrust-Klage, also Kartellamtsklage, werden Vorwürfe aufgegriffen, die Unlängst auch Mathias Döpfner, der Vorstandschef von Europas größten Zeitungshaus, der Axel Springer AG, gemacht hatte: Wettbewerbsverzerrung durch Google, Monopolmissbrauch durch Google. Die amerikanische bekannte Rechtsanwaltskanzlei Hagens Berman geht aber noch einen Schritt weiter und sagt, Google habe nicht nur im Internet sein Monopol missbräuchlich aufgebaut und zum Nachteil von Wettbewerbern benutzt, sondern auch im Smartphone-Markt mit seinem Betriebssystem Android und dem Bereich seiner Mobile Application.

Neben der Internetsuchmaschine Google, welche alleine in Deutschland einen geschätzten Marktanteil an der Internet-Suche von über 90% hat und im Bereich der Internet-Werbung von über 30%, ist auch die Google-Tochter YouTube Bestandteil der jetzt eingereichten Sammelklage gegen Google. Unter anderem geht es zudem um Preise für konkurrierende Handy-Hersteller wie Samsung Electronics und HTC Corp. Angeblich habe Google für diese Unternehmen die Preise künstlich hochgehalten.

Google selbst behauptet, wonach im Bereich von Google Android jeder das Handy-Betriebssystem nutzen könne, ohne Google zu nutzen. Doch das stimmt nicht ganz: So können die Aps in der Regel nur dann aktiviert werden, wenn man auch über ein Konto beim Email-Provider von Google, Gmail, verfügt. Web.de, t-online, gmx.de oder hotmail.com gehen nicht.

Ein weiterer Punkt, welcher viele ärgert, ist, dass Google "angeblich die Online-Suchanfragen zu medizinischen Themen" aufzeichne und auswerte, so ein Netz-Kenner gegenüber netz-trends.

Der Vorwurf von Steve Berman, einer jener Anwälte, welche jetzt die Verbraucher-Sammelklage gegen Google eingereicht haben, lautet, Google habe sein Monopol nicht dadurch erreicht, indem es stets die besten Platzierung nach vorne bringe, sondern dadurch, indem es "wettbewerbswidrige Platzierungen" vorgenommen habe und den Markt manipuliert habe.

Schon seit längerem steht Google im Verdacht, Konkurrenz-Angebote zu den eigenen Google-Produkten, wie Google Flights, Google Hotels oder Google Products schlechter zu ranken, um selbst besser Geschäfte machen zu können.

In der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung DIE ZEIT schreibt Medienredakteur Götz Hamann zudem gleich auf Seite Eins, wonach man über Googles Marktmacht nicht jammern dürfe, erst Recht nicht ängstlich davor stehen solle, sondern es müsse agiert werden - beispielsweise in dem man dafür sorge, dass die EU kompetenter werde um Umgang mit Google und dem Internet, aber auch das gesamte politische System.

Ein weiterer derzeit in Internetkreisen diskutierter Vorschlag ist, dass Google dazu gezwungen werden könnte, in seiner Suchanfragen-Maske nicht nur Google anzuzeigen, sondern alle möglichen Konkurrenz-Suchmaschinen ebenfalls (Bild). Das könne, heißt es, ein effektiver Weg sein, um so Googles erdrückende Marktmacht und Marktdominanz zu brechen und wieder zu mehr Vielfalt gegenüber den Verbrauchern und den Publishern und eCommerce-Unternehmen, welche von Google abhängig sind, zu kommen.

Diese erzwungene Vielfalts-Einblendung gilt auch für die Google-Einblendung des Browsers Google Chrome. Denn während man einerseits Microsoft gezwungen hat, überall nicht nur den eigenen Browser Internet Explorer vorinstalliert anzubieten, tut genau Google dies mit seinem eigenen Browser, Google Chrome und hat so dafür gesorgt, dass mittlerweile auf jedem dritten PC weltweit Google Chrome verwendet wird.

Wie zahlreiche Medien weltweit, so hat auch netz-trends in den vergangenen Wochen kritisch über die immer mächtiger werdende Monopolstellung von Google berichtet - sowohl in deutsch ("Mathias Döpfner von Axel Springer: Zerschlagt-Google-These weltweit in Medien") als auch in englisch ("Mathias Döpfner, CEO at Axel Springer: 'Break up Google'-thesis brings international Stir"). Zur Verbraucher-Sammelklage gegen Google geht es hier: "Hagens Berman Announces Nationwide Antitrust Class-action Lawsuit against Google".

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