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Internetzensur Google soll im Iran blockiert werden / Staat baut an eigener Suchmaschine

Tun sich im Iran schwer: Google-Gründer Larry Page (CEO) und Sergey Brin. google press / netztrends
24.09.2012

Es war nur eine Frage der Zeit, bis der Streit auf politischer Ebene zwischen den USA und dem Iran auch die Digitalwirtschaft, besonders die Internetsuchmaschine Google, erwischt. Wie mehrere Medien unter Bezugnahme auf die Nachrichtenagentur Reuters berichten, steht Google im Iran kurz davor abgeschaltet zu werden. Es gibt also noch mehr Internetzensur im Iran. Statt Google wolle die iranische Regierung den Bürgern eine eigene Internet-Suchmaschine präsentieren, also ein "domestic Internet network".

Neben einer prinzipiellen politischen Entscheidung zitieren mehrere Medien die iranische Regierung damit, man schalte Google im islamischen Land Iran auch deshalb ab, da man so für eine größere "cybersecurity", also Internetsicherheit, sorgen wolle. Aber: Unter "Internetsicherheit" dürfte man im Iran anderes verstehen, als in freien demokratischen Ländern. Heißt: Dem Iran dürfte es vor allem darum gehen, eine freie Informationsbeschaffung seiner Bürger zu verhindern. Doch blockiert der Iran Google nicht nur als Suchmaschine sondern verhindert angeblich künftig auch das weit verbreitete email-Programm Google Mail.

Mit der Etablierung einer eigenen iranischen Internet-Suchmaschine scheint der Iran auch sein digitales Netz im Land grundsätzlich ausbauen zu wollen. So sagte die iranische Regierung, sie wolle jeden Haushalt ans Internet anschließen. Allerdings dürfte das rein technisch in einem Land wie dem Iran eher schwierig werden. Denn nicht einmal in Deutschland ist bislang möglich, alles Haushalte zumindest an einen DSL-Anschluss anzuschließen.

Derweil sehen viele Kritiker den Ausschluss von Google im Iran als Angriff auf die Informationsfreiheit und die Verschärfung der Zensur. Zwar gibt es auch einzelne Iraner, die versuchen über sogenannte Proxy Server die Zensur zu umgehen, aber die meisten Bürger werden sich wohl den neuen Vorgaben der Regierung beugen. Neben Google gibt es für die Iraner angeblich auch keinen Zugang mehr zu Twitter und Facebook. Auch wenn die Internetzensur im Iran (nach China) für die beiden Google-Gründer, Larry Page (CEO) und Sergey Brin, ein Rückschlag ist - es wird sie wohl an der weltweiten weiteren Expansion nicht aufhalten.

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