Neu! Vodafone schafft Roaming-Gebühren in EU ab, will LTE Max für alle

Es ist ein guter Marketing-Schachzug des britischen Telekommunikations-Weltkonzerns Vodafone:

Bild: Screenshot vodafone.com
Vodafone prescht vor und schafft für zahlreiche Tarife Roaming-Gebühren ab und schaltet auf LTE um.

So teilte das Unternehmen jetzt mit, wonach in Deutschland bereits ab Mitte April die Roaming-Gebühren in der EU für einige Alt-Tarife, aber auch neue Kunden, abgeschafft werden. Gleichzeitig sollen zahlreiche Vodafone-Tarife an das schnelle LTE-Internet angeschlossen werden. Doch ob LTE wirklich überall in Deutschland zu schnelleren Handys führt, das ist beispielsweise im Falle der Deutschen Telekom AG keinesfalls ausgemacht.

So sagt ein Kunde aus Baden-Württemberg zu netz-trends.de: "Ich habe zwar theoretisch das schnelle LTE-Internet, doch faktisch gurke ich sehr oft, beispielsweise in Karlsruhe, auf deutlich langsameren Leitungen auf meinem Handy herum". Die Deutsche Telekom AG (DTAG) biete also durchaus nicht überall LTE, sondern mache dieses vom vorhandenen Volumen abhängig, meint der Kunde. Ob das im Falle von Vodafone dann ähnlich abläuft, wird sich zeigen.

Eine wirklich gute Nachricht ist aber, dass das Abzocken mit Roaming-Gebühren innerhalb der Europäischen Union zunehmend scheinbar der Vergangenheit angehört. Bereits ab 14. April 2016 sollen Vodafone-Kunden bestimmter Verträge innerhalb der EU-Länder ohne Roaming-Gebühren telefonieren können. Das wäre ein unglaublich großer Fortschritt und würde Millionen Urlaubern oder Geschäftsreisenden wahrscheinlich Hunderte Millionen Euro im Jahr sparen.

Auch würde es endlich die Kommunikation der Europäer untereinander zu einem Alltag werden lassen. Man muss nicht mehr überlegen, ob man seinen Freund, oder seine Freundin in Paris anruft, sondern macht es einfach, wenn man Lust hat – ohne die Roaming-Schere im Kopf.

Denn beim Roaming berechneten einige Telekommunikationsunternehmen von Urlaubern oder sonstigen Telefonierern schnell Kosten, welche die 200 Euro-Grenze in nur einem Urlaub sprengten. Selbst das Mailbox-Abhören kann so schnell zum super teuren Kostenabteuer werden. Beispielsweise berechnete die Deutsche Telekom bereits dafür saftige Kosten, dass man aus New York lediglich einen Verbindungsaufbau zu seiner Mailbox (in Deutschland) in Gang setzte.

Surfen innerhalb der EU-Grenzen ohne Roaming-Gebühren

Angeblich möchte Vodafone aber auch, dass das Internet-Surfen innerhalb der EU-Grenzen ebenfalls künftig ohne Zusatzkosten, also Roaming-Kosten, möglich sein soll.

Schon heute stellen die meisten Smartphone-Besitzer ihr Handy so ein, dass Paketdienste automatisch deaktiviert werden, wenn man die Landesgrenze übertritt, auch dass dann automatische Updates unterbleiben, beziehungsweise das Internet gleich ganz gesperrt wird. Bei vielen Handys wird auf diesem Weg vermieden, dass auch nur eine (teure) SMS vom Ausland nach Deutschland versendet wird. Denn auch dann waren und sind bei vielen Anbietern teure Roaming-Gebühren zu bezahlen. So kann eine SMS schnell bis zu 2,50 Euro kosten.

Immer beliebter bei Urlaubern war es in den vergangenen Jahren deshalb, dass man sich dann gleich - um Roaming-Gebühren zu umgehen, trotzdem aber im Internet surfen zu können - im jeweiligen Urlaubsland in einem Telekommunikations-Shop gleich eine Landes-SIM-Karte mit dazugehöriger Telefonnummer kaufte. Voraussetzung: Man bringt seinen Pass in den Handyladen mit. Denn ohne Pass-Vorlage kann man weder in Dubai noch in Ländern wie Südafrika eine Sim-Karte mit Prepaid-Guthaben erstehen.

"Ich mache das seit Jahren so in Südafrika. Da kann ich zwei Wochen im Internet surfen und obendrein in Südafrika herumtelefonieren für keine acht Euro", sagt beispielsweise Peter, ein regelmäßiger Südafrika- oder USA-Urlauber.

Jedenfalls bezeichnet Vodafone Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter die Neuerungen bezüglich der LTE-Leitungen für wichtige Vodafone-Tarife, sowie das Wegfallen der Roaming-Gebühren zwischen den 28 EU-Mitgliedsländern, als "Paukenschlag".

Laut EU-Richtlinie hätten die Roaming-Gebühren zwischen den EU-Ländern offiziell zum 15. Juni 2017, also in etwas mehr als einem Jahr, gesetzlich wegfallen müssen. Vodafone verschafft sich mit seiner Ankündigung, diesen Termin einfach vorzuziehen, einen möglicherweise entscheidenden First Mover-Vorteil gegenüber Konkurrenten.

Denn die Attraktivität eines Vodafone-Tarifs ist dadurch zunächst einmal hoch. Vorausgesetzt, Vodafone versucht jetzt nicht die magische 30-Euro Grenze für eine Monatsflatrate auf dem Smartphone für unbegrenztes Telefonieren und Internet-Surfen wieder dadurch zu umgehen, indem das Surfvolumen deutlich gekappt wird oder indem andere Gebühren deutlich erhöht werden (wie zum Beispiel das Abhören der Mailbox etc.).

Die neuen Regeln gelten aber nicht für jeden Tarif!

Die neuen Regeln von Vodafone gelten für die meisten Tarife bei Neukunden. Ebenso sollen davon Kunden mit bestimmten Tarifen profitieren, die bereits bei Vodafone sind.

Es gilt dann beispielsweise: Hat jemand einen Allnet Flat-Tarif bei Vodafone, fallen Mehrkosten für den Grenzübertritt innerhalb der EU weg - also für das Telefonieren oder Internetsurfen.

Europa scheint damit auch bei den Kosten immer mehr ein Bundesstaat zu werden. Denn in den USA ist es längst üblich, dass keine hohen Zusatzkosten entstehen, nur da jemand von Kalifornien nach Main oder New York telefoniert.

Altkunden von Vodafone, welche die Tarife Vodafone Red oder Vodafone Smart L haben, müssen sich bei Vodafone proaktiv melden und ihren Vertrag verlängern, wollen sie von den neuen Tarif-Konditionen partizipieren.

Dann gilt auch für diese Tarife, dass Smartphones mit LTE zumindest theoretisch eine Geschwindigkeit der Übertragungsraten von bis zu 225 Mbit/s erreichen können. Mit LTE schneller voran geht es künftig aber ebenso mit dem Vodafone Callya Prepaid Tarif.

Allerdings sind diese Geschwindigkeiten, wie gesagt, Theorie-Werte. Ob diese Übertragungsraten in der Wirklichkeit überall in Deutschland erreicht werden, zeigen künftige Tests. Im Falle der Deutschen Telekom AG hatten wir mit einem Test-Handy oftmals leider nicht das Gefühl, dass wir in allen größeren Städten in Deutschland tatsächlich mit LTE-Geschwindigkeit im Internet unterwegs waren. Nicht selten war der Geschwindigkeits-Balken auf low, also langsam.

Wichtig: Die neuen Konditionen greifen nicht für alle Vodafone-Tarife. Bei den Billigtarifen Vodafone Smart S und Vodafone M solle erstmal alles beim Alten bleiben. Das heißt: Bei diesen Tarifen gibt es wohl in näherer Zukunft keine LTE-Leitungen.

Wir empfehlen: Bitte schaue Dir auf der Homepage von Vodafone an, was sich konkret in Deinem Tarif ändert und was Du dafür gegebenenfalls tun musst. Das gilt auch für Neukunden.

Blau.de bietet einen Tarif für nur 14,99 Euro pro Monat an

Dass der Konkurrenzkampf unter den Telekommunikations-Anbietern schon jetzt am heißlaufen ist, zeigt ein neues Angebot von Blau.de. So wirbt der Anbieter derzeit mit folgendem Tarif: „Blau L. Alles drin. Nix drumherum“. Der Tarif biete: 450 Min./SMS in alle dt. Netze, 450 MB Surfen mit Highspeed, ohne Vertragslaufzeit. Der Preis: Nur 14,99 Euro pro Monat. Zusätzlich fallen einmalige Kosten für die SIM-Karte in Höhe von 14,99 Euro an.