Autos: Fast 59.000 Brücken in USA sind mangelhaft, viele einsturzgefährdet

Wer jemals in den USA mit dem Auto unterwegs war, weiß: Die Straßen und Brücken sind teils in sehr schlechtem Zustand.

Bild: pixaby.com | CC0 Public Domain
In den USA sind 10 Prozent aller Brücken Krücken, einsturzgefährdet, lebensbedrohlich.

Das belegt nun auch eine Studie: Insgesamt 2.500 amerikanische Brücken wurden als altersschwach klassifiziert, was nichts anderes heißt als: Achtung, Einsturzgefahr. Doch damit nicht genug: Hinzu kommen gut 59.000 Brücken in den USA, welche die Note "strukturell mangelhaft" erhielten. Das heißt wiederum: Die Brücken stürzen nicht morgen ein, aber eventuell übermorgen.

Diese niederschmetternde Brücken-Studie legte nun das US Department of Transportation gemeinsam mit der American Road & Transportation Builders Association (ARTBA) vor. Der Name des Kindes: "2015 bridge inventory database".

Dass spektakuläre Brückeneinstürze in Industriestaaten keine Hollywood-Phantasien sind, sondern bittere und gefährliche Realität werden können, zeigte sich vor neun Jahren, also 2007. Damals riss eine Brücke in den USA 13 Menschen in Autos in den Tot, als diese plötzlich zusammenbrach.

Die neue Liste des Verkehrsministeriums listet detailliert 58.600 Brücken in den USA auf, welche vornehm ausgedrückt als "reparaturbedürftig" von den Testern beschrieben werden. Da die Amerikaner traditionell Hunderte Milliarden Euro für Kriege oder Kriegsplanung ausgeben - was die US-Regierung als "Verteidigungsetat" auflistet - sind die öffentlichen Kassen im Land der Unbegrenzten Möglichkeiten eben doch begrenzt. Nämlich chronisch leer. In New York gibt es eine öffentliche Uhr, die sekundengenau die Schulden der USA auflistet. Doch geholfen beim Sparen hat das bislang nicht.

Und diese Schulden sind mittlerweile so hoch, dass viel zu wenig Geld für schnelle Brückensanierungen da ist. Deshalb sollen nun Brücken vorerst wenigstens etwas entlastet werden. Die Rede ist von Gewichtsbeschränkungen. Das bedeutet, dass künftig über bestimmte Brücken in den USA nur noch eine bestimmte Anzahl an Autos, Bussen oder Lastwagen fahren dürfen. Geregelt werden könnte dies über Ampeln. Doch auch diese kosten Geld. Viel Geld.

Das von der ARTBA vorgelegte amerikanische Brücken-Desaster entspricht letztlich 10 Prozent aller 612.000 im Land aufgebauten Brücken. Täglich rollen rund 204 Millionen PKW über diese Brücken. Als besonders gefährlich wurden 250 Krücken aufgelistet, welche als Auffahrten zu Autobahnen dienen.

Und das sind die amerikanischen Bundesstaaten, welche das Krücken-Ranking anführen: Iowa (5025 mangelhafte Brücken), Pennsylvania (4783), Oklahoma (3776), Missouri (3222), Nebraska (2474), Kansas (2303), Illinois (2244), Mississippi (2184), North Carolina (2085) und Kalifornien (2009).

Im besten Zustand sind die Brücken im District of Columbia (nur 10 mangelhafte Brücken), Nevada (35), Delaware (48), Hawaii (60) sowie in Utah (95).

Nun setzt Alison Premo Black, die Chefökonomin der ARTBA, auf ein vor einem Jahr verabschiedetes Gesetz. Dieses schreibt vor, dass Bundesstraße und Transite bei Brückenreparaturen Vorrang haben und dass hierfür auch Bundesmittel zur Verfügung gestellt werden sollen.

Black kritisiert aber, dass der Fünfjahres-Brücken-Plan bei weitem nicht ausreiche, auch nur ansatzweise das Krücken-Desaster auf Amerikas Straßen zu beheben.

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