Marcetplaces: Amazon: "Lieferung eventuell nach Weihnachten" sorgt für Ärger bei Händlern

Kurz vor Weihnachten kennzeichnete Amazon Produkte von Onlineshops, die im Amazon Market Place gelistet sind, mit der Zwangs-Info, die sagte, man könne nicht garantieren, dass die bestellten Produkte bis zu Weihnachten da seien.

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So schrieb Amazon: "Lieferung eventuell nach Weihnachten". Dieser Hinweis sorgt bei unzähligen Amazon-Shops für enormen Ärger. Ein Shopbetreiber für Schmuck berichtete netz-tends.de, dass nach der Amazon-Warnung die Umsätze von einst rund 4000 Euro im Monat nach dieser vorweihnachtlichen Lieferwarnung fast komplett eingebrochen seien in den Tagen vor Weihnachten. Grund: Die Kunden hätten aus Angst, dass die Ware doch nicht kommt, nicht mehr bestellt. Abfedern konnte der im Amazon Marketplace gelistete Schmuckshop die Umsatzrückgänge nur durch den üblichen stationären Verkauf in einem Ort in Ostdeutschland.

Denn dort ist die Stamm-Filiale des Schmuckhändlers seit vielen Jahren. Das heißt: Nach wie vor setzt dieser Schmuckhändler mehr über den normalen Verkauf in seinem Geschäft an der Straßenecke ab, als über Amazon. Dennoch verärgerte den Schmuckhändler die Lieferwarnung von Amazon. Grund: „Ich kann doch als Händler, der auf Amazon gelistet ist, selbst entscheiden, mit welchem Lieferdienst ich meine Ware ausliefere“, begründet er sein Ärger.

Ein anderer Shopbetreiber schreibt im Amazon Händler-Forum sellercentral.amazon.de/forums, er habe 10.000 Euro Umsatz wegen des Amazon-Warnhinweises erlitten. So schreibt ein Heinz am 19. Dezember: „Wir sind ähnlich aufgestellt und haben den Satz seit gestern drinnen. Kostet ca. 10.000 Umsatz. Wir garantieren für alle Bestellungen bis 22.12 12 Uhr eine rechtzeitige Zustellung. Zum k... was Ama da treibt. Hab meinen Leuten frei gegeben, dad bisschen schaff ich Montag locker alleine“.

Wie die Händler kämpfen, hat auch Amazon viel zu tun: So leidet der amerikanische weltgrößte Onlineshop unter einem weiteren Verdi-Streik in seinem ostdeutschen Warenlager in Leipzig.

Für Onlineshops sind die wichtigsten Marketplaces in Deutschland neben Amazon auch Ebay oder Check24. Auch idealo.de vom Axel Springer Konzern (u.a. Bild-Zeitung, Die Welt, N24, Sat.1 Frühstücksfernsehen-Produktion, Gründerszene, Computer Bild, Business Insider) rüstet seinen Preisvergleich um eine Marketplace-Funktion auf. Gerüchteweise werden diesen Weg ebenso andere Preisvergleichsportale gehen.