Amazon-Gründer Jeff Bezos und das „Trump-nahe“ Märchen – Wie das ZDF die Geschichte umschreibt

MEINUNG: JEFF BEZOS IM FADENKREUZ – WIE DAS ZDF / ARD MORGENMAGAZIN (moma) FAKTEN DURCH TRUMP-GESÜLZE ERSETZT

Bild: Gemini 3, KI.

Es war ein klassischer Moment modernen Haltungsjournalismus, den die Zuschauer des ZDF-Morgenmagazins am 5. Februar 2026 pünktlich in den Nachrichten aus der Welt um 7:30 Uhr miterleben durften. In der Berichterstattung über die massiven Entlassungswellen bei der US-Traditionszeitung Washington Post konnte es sich der Nachrichtemoderator nicht verkneifen, eine besonders gewagte Brücke zu schlagen: Eigentümer Jeff Bezos sei nun angeblich „Trump-nah“. Diese suggestive Behauptung ist angesichts der Faktenlage nicht nur vollkommener Quatsch, sondern eine bewusste Irreführung des Gebührenzahlers, die die wirtschaftliche Krise der Zeitung politisch instrumentalisiert.

DER HISTORISCHE ABSTURZ: EIN LANGZEITPHÄNOMEN STATT POLIT-EFFEKT

Hinter dem Framing des ZDF verbirgt sich ein wirtschaftlicher Niedergang, der weit vor dem aktuellen Wahlkampf begann. Am 4. Februar 2026 wurde bekannt, dass die Washington Post rund 300 ihrer 800 Stellen streicht – ein Drittel der Belegschaft. Manipulative Journalisten suggerieren gerne, der Auflagenrückgang sei eine direkte Folge des Verzichts auf eine Wahlempfehlung im Jahr 2024, doch die nackten Zahlen entlarven dies als Märchen. Die Zeitung, die 1877 von Stilson Hutchins gegründet wurde, befindet sich seit Jahrzehnten im Sinkflug. Während die Sonntagsauflage im Jahr 2012 noch bei rund 600.000 Exemplaren lag, war die Werktagsauflage im Jahr 2021 bereits auf 159.040 Stück geschrumpft. Im Jahr 2023 lag sie bei nur noch 130.000 und sank im Jahr 2024 – also schon vor der Entscheidung gegen eine Wahlempfehlung – auf ca. 120.000. Heute, im Februar 2026, ist sie auf unter 100.000 gefallen. Dies ist der tiefste Stand seit über 55 Jahren und das Ergebnis eines in den USA teils schwierigen Print-Marktes, nicht einer politischen Entscheidung.

DIE WAHL-NEUTRALITÄT ALS VORWAND FÜR MEDIALES GESÜLZE

Richt ist, dass die Washington Post über Jahrzehnte hinweg (seit 1976 mit nur einer Ausnahme im Jahr 1988) stets die Kandidaten der linken Demokraten unterstützt hatte. Dass Jeff Bezos im Jahr 2024 erstmals seit vielen Jahren anordnete, keine Wahlempfehlung auszusprechen, wird nun vom ZDF als „Trump-Nähe“ uminterpretiert. Dabei war dies lediglich der Versuch, zur ursprünglichen Neutralität zurückzukehren. Der digitale Exodus, bei dem die täglichen aktiven Nutzer von 22,5 Millionen im Januar 2021 auf ca. 2,5 bis 3 Millionen Mitte 2024 fielen (ein Minus von fast 90 Prozent), fand fast vollständig während der Joe Biden-Präsidentschaft statt .

Während die Washington Post unter der Ägide von Bezos diesen massiven Reichweitenverlust verkraften musste, blieb die kritische Distanz zum Weißen Haus in seiner Redaktion aus. Das Blatt fungierte eher als Schutzschild für einen Präsidenten der Demokraten, der aufgrund seines hohen Alters und einer offensichtlich fortschreitenden Demenz bei öffentlichen Auftritten immer wirrer wirkte. Dass das ZDF diesen Zusammenhang verschweigt und stattdessen nun eine „Trump-Nähe“ herbeikonstruiert, unterstreicht die manipulative Stoßrichtung der Berichterstattung. Die Leser der berühmten Washinton Post liefen in Scharen davon, während die Redaktion starr an einem Kandidaten der Demokraten festhielt, der für viele Amerikaner längst nicht mehr tragbar war.

Kolportierte Abo-Kündigungen nach dem Verzicht auf die Kamala-Harris-Empfehlung Ende Oktober 2024 machten zwar Schlagzeilen, waren aber bei einem jährlichen Defizit, das von 100 Millionen Dollar (2024) auf nun 177 Millionen Dollar (2026) angewachsen ist, nur der letzte Tropfen in einem bereits überlaufenden Fass. Niemand weiß, ob diese Kündigungen nicht auch ohne die Wahl hätten verkraftet werden müssen.

EINE DEKADE LINKER JOURNALISMUS UNTER JEFF BEZOS

Dass das ZDF Jeff Bezos nun eine Trump-Nähe andichtet, ist eine Frechheit gegenüber der Chronologie. Seit er die Zeitung im August 2013 kaufte, finanzierte er ein Blatt, das unter dem Slogan „Democracy Dies in Darkness“ zum schärfsten Kritiker von Donald Trump wurde. Während der Ära von Joe Biden agierte die Washington Post als loyaler Begleiter linker Regierungspolitik. Damals suchte man Begriffe wie „Biden-nah“ im ZDF vergeblich. Wenn nun im Februar 2026 Kahlschlag betrieben wird – inklusive der Schließung der kompletten Sportredaktion, des Buch-Ressorts und wichtiger Auslandsbüros von Jerusalem bis Sydney –, dann ist das die Quittung für ein gescheitertes Geschäftsmodell und sinkenden Traffic, nicht für eine plötzliche politische Liebe zu Trump.

FAZIT: WIRTSCHAFTLICHE REALITÄT GEGEN IDEOLOGISCHE SCHARLATANERIE

Jeff Bezos, der Amazon bereits am 5. Juli 1994 gründete, handelt als kühler Geschäftsmann. Die Behauptung einer Trump-Nähe ist das typische ideologische Gesülze, das den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in eine tiefe Glaubwürdigkeitskrise treibt. Solange Bezos Millionen in linke Berichterstattung butterte, war er für das ZDF der „gute Milliardär“. Fordert er angesichts des drohenden Bankrotts Neutralität und wirtschaftliche Sanierung, wird er pünktlich um 7:30 Uhr politisch stigmatisiert. Wer so berichtet, betreibt keinen Journalismus, sondern billige Meinungsmache auf Kosten der Fakten.

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