Brief Tiziana Heilig, Stephan Klar, Stefan-Kenan Scheib von Lufthansa Flugschule sorgen für massiv Ärger

Kommentar zur Lufthansa Aviation Training GmbH - In einer dreiteiligen Serie beschäftig sich Netz-trends.de mit dem Schicksal von derzeit 500 bis 700 Pilotenschüler, welche die Lufthansa Group seit über einem halben Jahr, seit März 2020, hängen lässt.

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Für viele ist die Schließung der weltweit führenden Lufthansa Flugschule keine Lösung. Ein genereller Abbruch der Pilotenausbildung auch nicht. Doch nicht mal die PIlotenschüler selbst sind sich einig, wie es weitergehen soll. Bis heute hat die Flugschule noch nicht einmal eine Schülerversammlung einberufen, um einen offenen Dialog zu suchen. Viele ärgern sich auch darüber massiv.

Der deutsche Staat hat im Frühjahr 2020 die Lufthansa Group mit einem Kredit in Höhe von rund 9 Milliarden Euro gerettet. Im Gegenzug ließ sich der Staat einen Anteil von 20 Prozent an der Lufthansa geben. [1] Zuvor hatten die entsprechenden EU-Gremien das Rettungsparket abgesegnet. Damit ist die Bundesrepublik Deutschland über ihren Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) größter Aktionär der Lufthansa AG neben dem Münchner Unternehmer und Milliardär Heinz Hermann Thiele. Er hält seit 15. Juni 2020 insgesamt 15,52 % der Stimmrechte an der Kranich-Airline, schreibt Wikipedia. [2]

Doch nun machen Schlagzeilen die Runde, die Lufthansa AG wolle ihre Pilotenschule in Bremen sowie den sonstigen Standorten möglicherweise schließen. Das wäre weltweit im Vergleich zu ähnlich großen Pilotenschulen ein recht einmaliger höchst fragwürdiger Vorgang.

Zudem kursiert unter Medien ein Brief, den die beiden Geschäftsführer der Lufthansa Aviation Training GmbH, Stephan Klar und Tiziana Heilig am 7. September 2020 an Flugschüler versendet haben. Der Brief liegt Netz-trends.de vor. Klar und Heilig sind gemeinsam mit Stefan-Kenan Scheib, dem Senior Director of LAT Pilot Schools, verantwortlich für die Pilotenausbildung der Lufthansa Group. Scheib war früher Chefpilot von Germanwings.

Mit dem jetzt an Pilotenschüler verschickten Brief mache es sich, so die Kritik vieler Pilotenschüler sowie einiger Reisemanager, die Lufthansa Group mit ihrer Pilotenschule erheblich zu einfach.

Zitat aus dem Brief

Zitat aus dem Brief: „Sehr geehrte Flugschülerinnen und Flugschüler der European Flight Academy, vielen Dank für Ihr Schreiben vom 27. August 2020, das Carsten Spohr zuständigkeitshalber an uns weitergeleitet hat.

Die Verantwortlichen der Lufthansa Group und wir von Lufthansa Aviation Training (LAT) haben Verständnis für Ihren Wunsch, die begonnene Pilotenausbildung an der European Flight Academy (EFA) wie geplant zu beenden.“

Gleichzeitig müsse man „feststellen, dass sich die Lufthansa Group - wie die gesamte Branche - durch die Corona-Krise in einem noch nie dagewesenen Ausnahmezustand“ befinde. Eine Besserung der wirtschaftlichen Auswirkungen sei „trotz der Bemühungen der Lufthansa Group Airlines, attraktive Angebote im Markt zu platzieren, bisher leider nicht erkennbar“.

Weiter heißt es im Brief: „Lassen Sie es uns offen aussprechen: Trotz der finanziellen Hilfe durch den Wirtschaftsstabilisierungsfonds der Bundesregierung geht es für die Lufthansa Group um nicht weniger als das wirtschaftliche Überleben. Das Stabilisierungspaket, das der Konzern mit enormen Zinssätzen zurückzahlen muss, hilft derzeit zwar, die äußerst schwierige Markt- und damit Unternehmenslage zu überbrücken, ist aber mit Blick auf die Zukunft nicht die Lösung.“

Die „unvorhersehbare Corona-Krise“ habe „die Lufthansa als eine der weltweit
erfolgreichsten Airline-Gruppen bekanntlich innerhalb von nur wenigen Wochen an den Rand der Insolvenz geführt“. Damit einhergehend hätten „sich die Zukunftsaussichten für Piloten leider binnen kürzester Zeit um 180 Grad gedreht“. Auf sehr lange Zeit hätten „sämtliche Airlines weltweit keinen Bedarf an Piloten, mit oder ohne Flugerfahrung. Viele namhafte Airlines „mussten bereits gut ausgebildete Piloten entlassen oder stehen kurz davor“.

Neben „der zügigen Restrukturierung und Neuausrichtung des Konzerns zum Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze, die zwischenzeitlich leider nicht mehr überall garantiert werden“ könne, liege „unsere soziale Verantwortung“, so die beiden Geschäftsführer der Lufthansa Aviation Training GmbH, Stephan Klar und Tiziana Heilig, „sicherlich auch in der Schaffung von Transparenz über berufliche Perspektiven“.

Es sei „ein Gebot der Fairness Ihnen diese Branchenaussicht in aller Deutlichkeit zu erläutern, damit Sie frühzeitig über Alternativen nachdenken können“. Um dies zu unterstützen, habe man bei der LAT „bekanntlich entschieden, Ihnen trotz der bereits getätigten Investitionen in Ihre Schulung ein Angebot zur vorzeitigen und kostenfreien Beendigung Ihres Schulungsvertrages zu unterbreiten“.

Was die Schule in dem Brief nicht schreibt ist, dass die Schüler selbst hohe Schulden aufnehmen mussten - rund 80.000 für die Ausbildung und weitere gut 30.000 Euro für die persönlichen Lebenshaltungskosten, die beim Ende der Ausbildung auch in den Wind geschossen wären. Von der dann komplett verlorenen Lebenszeit in jungen Jahren und den äußerst negativen Auswirkungen im weiteren Lebenslauf ganz zu schweigen.

Zudem schreiben die Geschäftsführer der Pilotenausbildung der Lufthansa Group: „Sehr viele von Ihnen stehen noch am Anfang Ihres Berufsweges“. Man wolle diese „daher ermutigen, sich beruflich neu zu orientieren“. Die Lufthansa Group könne „Ihnen wie auch vielen Mitarbeitern aufgrund der zugespitzten Lage leider keine besseren Perspektiven bieten“.

Hunderte Pilotenschüler fallen lassen?

Eine Schließung der Lufthansa Pilotenschule wäre zugleich eine Bankrotterklärung für das dortige Management. Hunderten Flugschülern würde so mitten während ihrer bisherigen Ausbildung massiv Schaden zugefügt. Ihrer Zukunftsplanung, ihrem persönlichen Lebensweg. Denn eine Ausbildung nicht abschließen zu können ist immer nachhaltig im Lebenslauf schädlich. Ein Wissen, das zum kleinen Einmaleins des Human Recources gehört.

Doch nicht nur das: Eine Schließung der Pilotenschule wäre auch ein Skandal, da eine stattliche Hilfe nur mit einer hohen sozialen Verantwortung vereinbar ist. Dieser Verantwortung muss die Lufthansa nachkommen. Zudem ist Reisen nicht irgendwas Unnützes. Alle sind gefragt, diese große Errungenschaft zu erhalten. Dazu gehört auch das Fliegen und damit die Pilotenausbildung.

Der weltweite Reiseboom und was das für die Wirtschaft der Länder bedeutet

Bis zur Corona-Katastrophe nahm das Flugvolumen und sonstige Reisevolumen weltweit zu. Auch, da der Wohlstand in vielen Regionen der Welt gewachsen ist, wenngleich nicht überall. [3] Die Lust, die Welt global zu bereisen, Kulturen und Länder kennenzulernen, wird weltweit durch Hunderte Reiseportale im Internet befördert. Sie machen es Verbrauchern so einfach wie nie eine Preistransparenz im Bereich von Flugtickets, Pauschalreisen, Hotels oder Ferienwohnungen zu erhalten. Milliarden Menschen profitieren davon.

Die zunehmende Preistransparenz hat das Reisen weltweit deutlich günstiger gemacht. Fliegen ist kein Luxus mehr für die oberen 10.000. Auch deutsche Städte profitieren Jahr für Jahr massiv von immer mehr Touristen. Sie treiben zwar, wie viele andere Bereiche, die CO2-Kurve nach oben, doch ebenso den Wohlstand hierzulande, ja weltweit. Nach Angaben des „International Council on Clean Transportation“ (ICCT), so DER SPIEGEL, habe die kommerzielle Luftfahrt 2018 lediglich einen Anteil am weltweiten Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) in Höhe von 2,5% gehabt. [4] Einige sprechen von einem Anteil der noch deutlich niedriger ist.

Millionen Touristen entdecken Deutschland, schieben auf ihre ganz eigene Art ebenso die Völkerverständigung voran. Sie geben hier Geld aus in Hotels, Restaurants, Geschäften, Museen. Der Massentourismus, wie wir ihn heute kennen, bedeutet aber nicht nur für Deutschland wirtschaftlich positive Effekte, sondern für Länder rund um den Globus.. Die Kurve der Ausgaben für das Reisen kletterte seit Anfang der 1970er Jahre steil an. [5] Egal, welche Zahlen man sich anschaut: Ob von der Weltbank, der Welttourismusorganisation der Vereinten Nationen oder der Branchen-Vereinigung „World Travel & Tourism Council“ kurz (WTTC), alle sind sich einig:

Der Tourismus und das Reisen sind weltweit ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Er ist für Wohlstand oder Armut global zentral mit hauptverantwortlich. Der Tourismus, sagt der World Travel & Tourism Council, trage weltweit 10,3% zum globalen BIP bei. Rund 10 Prozent aller globalen Arbeitsplätze, also gut 330 Millionen, hingen weltweit am Tourismus. [6]

Corona hin oder her: Der Staat hat die Pflicht die Menschen zu schützen – dazu gehört aber auch, ihnen zu helfen, dass sie wirtschaftlich existieren können. Auch Großkonzerne wie die Lufthansa Group stehen trotz der Krise hier nachhaltig in der Verantwortung gegenüber dem Nachwuchs. Worte, die nicht nur die Gewerkschaft VERDI (ver.di) sagt.

Deutschland rangiert nach Angaben des WTTC unter den größten Volkswirtschaften in Bezug auf den Beitrag des Reise- und Tourismussektors zum BIP weltweit ganz vorne. So umfasst das hiesige Finanzvolumen für TRAVEL & TOURISM 347 Milliarden US-Dollar (294 Milliarden Euro). Das macht Deutschland zum viertwichtigsten Reiseland weltweit – nach den USA, China und Japan. Es folgten Italien mit 260 Milliarden US-Dollar (220 Milliarden Euro), Großbritannien mit 254 Milliarden US-Dollar (215 Milliarden Euro), Frankreich mit 229 Milliarden US-Dollar (194 Milliarden Euro) und Spanien mit 198 Milliarden US-Dollar (168 Milliarden Euro). [7]

4,1 Milliarden Flugzeug-Passagiere und wie die Airlines in der Krise agieren

„Hoben vor sechs Jahren weltweit noch 34,4 Mio. Zivilflugzeuge ab, waren es 2017 bereits weit über 40 Mio. Laut UN-Angaben transportierten Fluggesellschaften 2017 weltweit 4,1 Mrd. Passagiere. Bis 2035 soll sich das jährliche Flugpassagieraufkommen auf 7,7 Mrd. beinahe verdoppeln“, schrieb gevestor.de vor noch gar nicht langer Zeit. [8]

Nur drei Jahre später nach dieser Statistik kollabiert der globale Reisemarkt wegen politischer Maßnahmen gegen den aus China stammende Corona Virus. Zehntausende Flugzeuge werden gegroundet, Tausende Strecken nicht geflogen. Alleine im Westen haben in der Hochphase des Virus über 100 Millionen Menschen ihre Jobs verloren. Staaten verschuldeten sich mit vielen Billionen Euro. Hart traf es nicht nur die Luftfahrt, aber sie besonders.

Doch so manche Airline nutzt nun Covic 19 als bequeme Ausrede endlich lästiges Personal loszuwerden. Dabei sind sich eigentlich alle einig: Die Corona-Krise der Luftfahrt wird auch wieder vorübergehen. Deshalb dürfe sie eben nicht als Ausrede dafür genommen werden, nun gar die ganze Lufthansa Flugschule, welche es seit den 1950er Jahren gibt, zu schließen. „Aus für die Lufthansa-Flugschule Bremen?“, titelte am 20. August 2020 die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) unter Bezug auf einen dpa-Artikel. [9]

Noch 2018 lockte die Lufthansa mit einer Werbekampagne Hunderte Flugschüler an

Offiziell sind derzeit noch 500 bis 700 Flugschüler vertraglich mit der Lufthansa Flugschule, der European Flight Academy verbunden. Noch 2018 lockte die Lufthansa über 200 Flugschüler mit den Worten, sie sponsere jeden mit 20.000 Euro und reduziere damit das zu zahlende Schulgeld in Höhe von 80.000 Euro für jene, die sich von der Lufthansa zum Piloten ausbilden ließen.

„Dafür habe ich alles aufgegeben: Meine Familie weit weg, meinen bisherigen Job, meine bisherige berufliche Laufbahn“, sagt ein Lufthansa-Flugschüler. Zudem habe er privat monatlich weitere 1300 Euro bezahlt. Für das WG-Zimmer Nähe der Lufthansa Flugschule in Bremen. Für Essen und vieles mehr. „Und nun alles für die Katz?“, fragt er. Gerade, da die Flugschule für die meisten einen Umzug und einen kompletten Neustart im Leben bedeutet habe, könne es das wohl nicht sein.

Staatliche Hilfe kann und darf es für Großkonzerne wie die Lufthansa nur geben verbunden mit einer Verantwortungs-Übernahme für Mitarbeiter und erst recht für Auszubildende. So sieht man das auch in der Schweiz. Dort machte der Staat die Rettungshilfe der Swiss Airline in Höhe von über einer Milliarde Franken davon abhängig, dass zunächst kein Personal entlassen wird und alles dafür getan wird, dass die Airline mit den bestehenden Mitarbeitern die Krise überwindet. Dass die Lufthansa Group nun Personal in Grenzen und sozialverträglich in bestimmten Bereichen einsparen muss, darüber gibt es einen Konsens. Ein Mittel kann die vorzeitige Vorruhestandsregelung sein, da in jedem Konzern die natürliche Fluktuation sehr hoch ist.

Dass aber die Lufthansa sich ihrer Verantwortung gegenüber dem Nachwuchs in Teilen scheint entledigen zu wollen, eben mit der angedrohten Schließung der Lufthansa Pilotenschule, ist eine ganz andere Nummer. Darüber gibt es keinen Konsens und darüber muss gesellschaftlich kräftig gestritten werden. Spätestens wenn es einen Impfstoff global gibt, wird sich auch die Luftfahrtbranche rasant erholen. Denn kaum vorstellbar, dass Milliarden Menschen sich von den Politikern dauerhaft einfach so lokal einsperren lassen.

Wie viele Piloten es weltweit überhaupt gibt, ist unklar. Eine Statistik spricht von rund 175.900. [10] Noch im September 2019 titelte DIE WELT, wonach PilotInnen händeringend gesucht würden und führte aus:

„In einem sind sich die Erzrivalen Airbus und Boeing einig: Künftig wird es noch mehr Flugzeuge geben, und sie brauchen alle zusätzliche Besatzungen. In den nächsten 20 Jahren wird sich die Zahl der Maschinen nach Ansicht der Hersteller mehr als verdoppeln, auf etwa 48.000 größere Modelle. Airbus rechnet mit einem weltweiten Bedarf von 540.000 neuen Piloten, bei Boeing ist sogar von 600.000 die Rede. Neue Fluggesellschaften, das Wachstum der Branche und ältere Piloten, die in den Ruhestand treten, sorgten für die vielen offenen Stellen. Der Bedarf ist keineswegs gleich verteilt. Airbus sieht im Großraum Asien-Pazifik mit 41 Prozent Anteil die größte Lücke. In Europa wären gut 94.000 Plätze im Cockpit zu besetzen.“ [11]

Die Flugschule der Lufthansa rangiert in einem globalen Ranking auf Platz 1 der besten

Weltweit gibt es mittlerweile Hunderte Flugschulen. Doch nur einige Dutzend gehören zur Weltspitze. Die Flugschule der Lufthansa rangiert in einem Ranking auf Platz 1.

Nach Angaben der angesehensten spanischen Flugschule, der Barcelona Flight School, die sich auf ein Ranking des internationalen Airline-Portals «AviationVoice» bezieht, [12] gehört die Flugschule der Lufthansa, die „European Flight Academy“ in Bremen, eine Tochter der „Lufthansa Aviation Training GmbH“, weltweit zu den besten. Sie erzielt ein Rating von 9,8 von 10 Punkten und rangiert damit auf Platz 1. Das heißt: Viel besser kann eine Pilotenausbildung nicht sein.

Es folgt die 1947 gegründete CAE (Canadian Aviation Electronics) mit 9,5 Indexpunkte. Sie betreibt weltweit nach eigenen Angaben 160 Büros und Flugschulen. [13] Sie teilte erst am 25. August 2020 mit: «Die CAE gab heute die Erweiterung seines von Online-Lehrern geleiteten Live-Wartungstrainings bekannt, das jetzt für Bombardier-, Dassault-, Gulfstream-Flugzeugtypen und bestimmte Hubschrauberprogramme verfügbar ist. Die Kurse bieten Echtzeitunterricht in einem virtuellen Klassenzimmer, in dem die Auszubildenden mit einem Kursleiter und Kollegen interagieren können.» [14]

Die Lufthansa Flugschule glänzte mit ihrer vielfältigen Flugzeugflotte sowie dem internationalen Lehrpersonal

Als drittbeste Flugschule wird die “BAA Training Aviation Academy - Pilot Training, Flight School” aus Litauen genannt. Sie bildet auch in Spanien, Vietnam und China aus und erreichte im Test von «AviationVoice» 8,8 Punkte.

Auf dem vierten Platz rangiert die “ARTP Flight School, Ethopian Airlines Avation Academy”. Als fünfbeste Flugschule ausgezeichnet wurde die “L3 Airline Academy” aus Großbritannien und Portugal. Während das amerikanische «US Aviation Academy CMNA Aviation Training» auf dem sechsten Platz rangiert.

Die “43 Air School” aus Südafrika konnte immerhin Platz sieben für sich reklamieren. Als weitere Top-Schulen nennt das Ranking: Das “IFA Aviation Training Center • Your flight school in Portugal” (Platz 8), die “Barcelona Flight School” (Platz 9) sowie die «Skies Aviation Academy» aus Griechenland (Platz 10).

In das Ranking der Luftfahrtpublikation«AviationVoice» fließen die Anzahl und Breite der Flugflotte ein, die beispielsweise bei der Barcelona Flight School aus über 40 Flugzeugen besteht, sowie die Einrichtungen am Flughafen und ein möglichst internationales Expertenteam internationaler Fluglehrer.

Würde die Lufthansa Group den wahnwitzigen Plan wirklich umsetzen, und eine der weltweit besten Flugschulen einfach schließen, wäre dies nach über 70 Jahren das Ende der Pilotenausbildung in Deutschland auf höchstem Niveau. Ein weltweit recht einmaliger Vorgang unter den Top-Flugschulen.

Pilotenschüler und Schülerinnen sind sauer

Mehrere Pilotenschüler und Schülerinnen erklärten gegenüber Netz-trends.de: «Der aktuelle Brief der Flugschule der Lufthansa ist, wie schon die bisherigen von der Flugschule der Lufthansa ans uns abgesendeten Briefe eine echte Frechheit.»

Das «komplette wirtschaftliche und persönliche Risiko» werde «hier einseitig versucht auf uns abzuschieben», lautet die Kritik vieler. Seit Monaten jobben zahlreiche der Flugschüler in Fabriken, auf dem Bau, mussten wieder nach Hause zu den Eltern ziehen. Obendrein mussten sie ihre WG-Zimmer am Hauptstandort der Flugschule der Lufthansa, in Bremen, kündigen und auf eigene Kosten auflösen. Seit Monaten werden sie hingehalten.

Bislang habe es nicht mal eine Schulversammlung gegeben, wo versucht worden sei, mit den Schülern einen Konsens zu finden, der wenigstens den Pilotenschülern und Schülerinnen, die kurz vor dem Abschluss stehen eine Perspektive zu bieten. Doch auch die Schüler stellen eher ein Bild des Chaos da: Es gibt keine Beschlüsse. Niemand tritt namentlich bislang öffentlich auf und skizziert öffentlich, wie es weitergehen könnte.

Einzelnachweise

[1] Lufthansa vor der Rettung – Regierung stimmt Milliarden-Paket zu, in: htr.ch vom 26.5.2020. Abgerufen am 27.8.2020.

[2] Heinz Hermann Thiele, in: Wikipedia Deutschland, Österreich, Schweiz. Abgerufen am 27.8.2020.

[3] LEGATUM Wohlstandsindex weltweit, in: knoema.de, abgerufen am: 27.8.2020.

[4] Globaler Temperaturanstieg So stark belasten deutsche Passagierflüge das Klima, von Julia Merlot, in: Spiegel Online vom 19.9.2019. Abgerufen am 27.8.2020.

[5] Umsatzentwicklung der deutschen Reisebüros von 1975 bis 2010, in: Die Auswirkungen des Internets auf die Tourismusbranche, Bachelorthesis im Studiengang E-Services der Hochschule der Medien Stuttgart von Matthias Wieland, 2012, Seite 45.

[6] World Travel & Tourism Council (WTTC) represents the Travel & Tourism sector globally, in: wttc.org, abgerufen am 27.8.2020.

[7] Travel & Tourism: GLOBAL ECONOMIC IMPACT& TRENDS 2020, von World Travel & Tourism Counci, Report zum weltweiten Reisemarkt, veröffentlicht im Juni 2020, S. 9.

[8] Weltweites Flugaufkommen nimmt zu, von Volker Gelfarth, in: gevestor.de. Abgerufen am 27.8.2020.

[9] Aus für die Lufthansa-Flugschule Bremen?, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z.) vom 20.8.2020. Abgerufen am 27.8.2020.

[10] All pilots (1960-2010), in: womenofaviationweek.org, abgerufen am 27.8.2020.

[11] Pilotinnen – händeringend gesucht, von Gerhard Hegmannn, in Die Welt vom 2.09.2019, abgerufen am 27.8.2020.

[12] Barcelona Flight School rated as no.1 Aviation Training Centre in Spain, in: barcelonaflightschool.com vom 22.4.2019. Abgerufen am 27.8.2020.

[13] Global company. One CAE, abgerufen am 27.8.2020.

[15] CAE expands instructor-led online courses for maintenance training to business jet platforms, Pressemitteilung vom 25.8.2020, in: cae.com. Abgerufen am 27.8.2020.

[16] Lufthansa Group. Flugschüler-Rekord für European Flight Academy, in: flugrevue.de vom 13.12.2018. Abgerufen am 27.8.2020.

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