Exklusiv INVIA Group & UNISTER: Vorbesitzer abgestürztes Wagner-Flugzeug betrog um 146 Mio. Euro in Florida und sitzt in Haft

Thomas Wagner (38), Gründer des Leipziger Internetkonzerns UNISTER Holding, starb vor vier Jahren am 14. Juli 2016 auf dem Rückflug von Venedig nach Leipzig in Slowenien. Neben deutschen, Schweizer, österreichischen, italienischen und britischen Medien berichteten sehr ausführlich slowenische Medien über den Vorfall. Sie schrieben über "Thomasa Wagnerja". Warum Wagners sechssitzige Charter-Privatmaschine abstürzte, ist bis heute ungeklärt. In mehreren Hundert Metern Höhe war im slowenischen Luftraum plötzlich das Höhenruder abgebrochen. Das hatte die alte in den USA zugelassene Piper 32 nicht mehr steuerbar gemacht. Schnell machte das Gerücht von «Vereisung» oder «Anschlag» die Runde. In diesem Text nennt Netz-trends weitere Hintergründe und welchen Kriminellen das Flugzeug ursprünglich gehörte.

Unister Pressefoto
Unister-Gründer Thomas Wagner um 2008 auf der Dmexco-Messe. Links und rechts die langjährigen Unister-Führungskräfte Christian Uhlig (Marketing) und Christian Schmidt (Unister Media).

Wagner war in Venedig von einer international operierenden kriminellen Vereinigung um 1,5 Millionen Euro betrogen worden. Die Rede war von einem schweren Rip Deal. Der Kopf der kriminellen Vereinigung nennt sich «Levy Vass», beziehungsweise «Levy Wiaiss» (Netz-trends berichtete ausführlich). Vergleichbar ist das mit der kürzlich in Italien und der Schweiz verhafteten Mafia-Bande der "Ndrangheta". Hier waren 75 international agierende Personen verhaftet worden - unter anderem ein Restaurant-Besitzer in der Schweiz. Die Anklageschrift umfasst alleine hier 3500 Seiten, wobei Hunderte internationale Ermittler involviert waren.

Jener «Levy» soll zahlreiche gefälschte Pässe aus Israel, Italien, Deutschland, Kroatien, Rumänien oder Slowenien nutzen und seine Namen, Pässe und Telefonnummern wechseln, wie andere ihre Unterhosen. Gerüchten zu Folge soll es sich möglicherweise um einen mehrsprachigen Sinti oder Roma handeln aus Kroatien, Serbien, Rumänien oder Italien (Mailand).

Er soll in einem schlossartigen Anwesen leben, wie viele andere Mitglieder der kriminellen Vereinigung ebenso. Ihre internationalen Operationszentralen sind u.a. Mailand, Venedig und Zagreb. Hier sollen ganze Callcenter beschäftigt werden, um der Kriminellen Vereinigung Opfer aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Kroatien, Belgien oder Frankreich zuzuführen. Italiens Polizei schaut seit Jahren zu und macht fast nichts. Einige sagen, es seien größere Schmiergeldsummen im Spiel nach dem Vorbild der Mafia.

Gedenktafel an Thomas Wagner und Oliver Schilling rechts neben der Waldstraße von Predmeja. Wahrscheinlich wollte der Pilot in einem letzten Versuch der Notlandung auf der Straße das Leben aller vier Insassen der Piper 32 retten - vergebens.nt-Presse, darf öffentlich kostenlos genutzt werden

Wie Netz-trends.de exklusiv in diesem Text aufdeckt, gehörte die abgestürzte Piper 32, in der Unister-Millionär Thomas Wagner vor vier Jahren am 14. Juli 2016 umkam, unter anderem einem amerikanischen Betrugs-Unternehmen mit dem Namen „Cay Clubs. Resorts and Marinas“.

Cayman Islands und der Cay Clubs

Das „Cay Clubs“ steht für Cayman Islands, einem umstrittenen Steueroasen-Paradies, welches zu Großbritannien gehört. Man sieht das Logo dieses Cay Clubs noch auf dem Flügel des am Boden von Slowenien zerschellten Wagner-Fliegers.

Zu jenem ehemaligen Flugzeugbesitzer, dem Cay Clubs, schrieben die Florida Keys News (flkeysnews.com) am 04. Mai 2017 folgendes:

„Ein Bundesrichter hat am Donnerstag einer zweiten Führungskraft der gescheiterten Cay Clubs Resorts und Marinas eine 40-jährige Haftstrafe ausgesprochen. Der 60-jährige David W. Schwarz wurde nach seiner Verurteilung im März in vier Punkten, einschließlich Bankbetrug und Verschwörung, zu vier Jahrzehnten Haft verurteilt. Oberster US-Bezirksrichter K. Michael Moore verhängte das Urteil vor dem Bundesgericht in Key West.“

Diese Grafik von Google Maps zeigt, wo der Absturz stattfand.nt-Presse, darf öffentlich kostenlos genutzt werden

Zuvor hatte die Verteidigung den Richter in einem Antrag der „Abwärtsvarianz“ gebeten, die ursprünglich im Raum stehende Strafe von 93 Jahren auf 40 Jahre zu „verkürzen“.

US-Manager Schwarz war der Finanzvorstand jenes ominösen „Cay Clubs“. Zudem war er zu einem Drittel an dem angeblichen Ferienclub beteiligt, ehe das Unternehmen im Jahr 2008 mit einem riesigen Betrugssystem zusammengebrochen war. Die Staatsanwälte von Miami sprechen von einem Anlageschaden in Höhe von fast 170 Millionen US-Dollar, umgerechnet rund 146 Millionen Euro.

Immobilienbetrug

So schreiben die Florida Keys News weiter: „Ab 2004 erwarben die Führungskräfte des in Tavernier ansässigen Cay Clubs in die Jahre gekommene Resorts und Apartmentkomplexe auf den Florida Keys, Clearwater und Las Vegas, Nevada. Führungskräfte begannen, einzelne Einheiten an Käufer zu verkaufen, mit dem Versprechen, die Immobilien in gehobene Resorts zu verwandeln, die durch kurzfristige Anmietungen ein stabiles Einkommen erzielen würden.“

Zudem hätten „Ermittler und Staatsanwälte“ angegeben, wonach „Führungskräfte von Cay Clubs“ Anteile an Immobilien gekauft hätten „und an andere Insider“ weiterverkauft hätte. Damit habe man betrügerisch vorgegeben, „den Wert der Anteile zu erhöhen“. Externe Käufer seien so dazu verleitet worden, „zum höheren Preis zu kaufen“:

Zwei Cay Clubs Spitzenmanager hätten zudem „mehr als 30 Millionen US-Dollar an Erlösen für sich selbst abgezogen, darunter Millionen von Dollar an Geldtransfers, die für den Kauf von Immobilien und anderen Geschäften verwendet wurden, darunter eine Goldmine, eine Rumbrennerei, Flugzeuge und ein Kohlegewinnungsgeschäft."

Eine Art Rip Deal-Unternehmen könnte man fast sagen. Insgesamt hätten zu Cay Clubs 17 Liegenschaften gehört, welche für den umfangreichen Anlagebetrug verwendet worden seien und eben auch das Flugzeug, das Kriminelle für Wagner in Deutschland hatten chartern lassen.

Staatsanwalt: Massiver komplexer ungeheurer Betrugsfall

Die Staatsanwaltschaft von Miami spricht im Zusammenhang mit dem ehemaligen Besitzer des Cay Clubs von „einem massiven, komplexen ungeheuren Betrugsfall, für dessen Konzeption und Umsetzung beträchtliches Fachwissen in den Bereichen Rechnungswesen, Steuern und Finanzen erforderlich war“. Weiter sagten die Staatsanwälte vor Gericht:

"Mehr als 135 Einzelpersonen und Anstaltsopfer des Betrugsprogramms von Cay Clubs" hätten Informationen an die Bundesbeamten des FBI geschickt. "Viele der Menschen haben ihre Ersparnisse verloren, mussten Insolvenz anmelden oder haben ihren Kredit verloren, weil sie der falschen und betrügerischen Verkaufsargumentation glaubten.»

Wie die Piper32 des kriminellen Cay Clubs-Immobiliensystems nach Deutschland und letztlich nach Leipzig kam, ist nicht klar. Ein weiteres Levy Vass Opfer, die Immobilien-Projektleiterin Susanne A., berichtet zudem, wonach Wagner zunächst mit dem Cay Clubs-Flugzeug nicht direkt nach Venedig habe fliegen wollen.

Angeblich habe er ursprünglich gemeinsam mit seinem Jugendfreund und UNISTER-Co-Gesellschafter Oliver Schilling, dem "Analgeberater" Heinz Horst Beck (65) und dem 73-jährigen Piloten Kurt E., ein Fluglehrer aus Sankt Augustin bei Bonn, zunächst nach Dortmund fliegen wollen. Dort habe man angeblich den vom Landgericht Leipzig 2017 zu knapp vier Jahren Haft verurteilten Wilfried Schw., einen Betrüger aus Unna, einladen wollen.

Kriminelle Vereinigung Levy Vass, beziehungsweise Levy Wiaiss

Doch Schw. habe sich geweigert, habe Susanne A. von Schw. erfahren, in das Flugzeug einzusteigen. Sein Sohn sei angeblich krebskrank und deshalb könne er nicht mitfliegen.

Auch ein zweiter Kreditvermittler hatte nicht mitfliegen wollen: Der Leipziger ehemalige DKB-Filialleiter Karsten-Dairek K. Er gab später gegenüber der Polizei an, seine Frau leide angeblich an Flugangst. Deshalb seien er und seine Frau zum Treffen mit Thomas Wagner und Levy Vass mit dem Auto nach Venedig gefahren.

Derweil sind Pre Paid Telefonnummern aufgetaucht, die Levy Vass bei seinen Rip Deals 2016 unter anderem benutzte.

Levy Vass Telefonnummern:

0039-351 032 1500 - bzw. +39-351 032 1500 (Italien; ursprünglicher Telefonanbieter-Gesellschaft: Iliad; kann sich wegen Rufnummermitnahme geändert haben)

00385 92 350 4921 - bzw. +385 92 350 4921 (Kroatien; ursprünglicher Telefonanbieter Tomate)


0039-351 220 8485 - bzw. +39-351 220 8485 (Italien; ursprünglicher Telefonanbieter: Iliad)

0039-329 599 8404 - bzw. +39-329 599 8404 (Italien; ursprünglicher Telefonanbieter: Wind Tre)

0039-389 428 0348 - bzw. +39-389 428 0348 (Italien; ursprünglicher Telefonanbieter: Wind Tre)

00385-923 513193 - bzw. +385-923513193 (Kroatien; ursprünglicher Telefonanbieter Tomate)


00386-518 40972 - bzw. +386-51840972 (Slowenien; ursprünglicher Telefonanbieter Mobitel)

Anmerkung: Auf Seiten wie www.anruf-info.ch (unser Link führt z.B. zu Telefonnumern aus Vatikan Stadt) sind Dutzende Einträge von Opfern, die von der Organisierten Kriminalität - oft aus Italien, aber auch einigen anderen vorgegebenen Ländern wie Israel oder Arabien - zur Anbahnung von Rip Deal-Verbrechen angerufen wurden.

Nach Informationen aus Polizeikreisen kaufte „Levy Vass“, der mit bürgerlichem Namen anders heißt, diese Prepaid Nummern wohl von Flüchtlingen ab, die nicht wussten, dass die Telefone für kriminelle Aktionen geplant waren. Deshalb ist die Spurenverfolgung anhand von Telefonnummern bislang erfolglos verlaufen.

Rechts direkt neben dieser Straße, die von Predmeja kommt, stürzte das Flugzeug in den Wald - wahrscheinlich beim verzweifelten Versuch einer Notlandung auf der Straße. An einem Baum erinnert noch eine Tafel an die beiden Verunglückten Thomas Wagner und Oliver Schilling. Es hatten Freunde dort angebracht.nt-Presse, darf öffentlich kostenlos genutzt werden

Der Flugabsturz-Beamte Toni Stojčevski vom slowenischen «Ministry of Infrastructure, Aircraft Accident and Incident Investigation Service» (bzw. auf slowenisch vom: "Ministrstvo za infrastrukturo Služba za preiskovanje letalskih, pomorskih in železniških nesreč in incidentov") in Ljubljana zögerte seinen Absturzbericht vier Jahre hinaus.

Absturzbericht geht dieser Tage an die beteiligten Länder

Jetzt, wo der Bericht vorliegt und derzeit an die Behörden der vier beteiligten Länder geschickt wird (Deutschland, Italien, USA, Slowenien) dürfte auch interessant sein: Wer erhält die Versicherung für die abgestürzte Piper 32 ausbezahlt und wie hoch ist die Versicherungssumme?

Besitzer des Todesfliegers von Unternehmer Thomas Wagner sowie Unister-Co-Gründer Oliver Schilling, der kurz zuvor Vater wurde, war zuletzt eine «Kurtz Enterprises Ltd.»

Das schreibt das slowenische Ministerium für Infrastruktur. Das Ministerium weist zudem darauf hin, dass das Flugzeug nach wie vor in den USA zugelassen gewesen war. Um was für eine Kurtz Enterprises es sich handelt, konnte Netz-trends.de nicht herausfinden.

Das slowenische Berg- und Urlaubsregions-Dorf Predmeja ist bekannt aus zahlreichen Medienveröffentlichungen nach dem Wagner-Absturz. Wenige Meter neben dieser Straße stürzte die Piper 32, nachdem das Höhenruder abgebrochen war, in den Wald. Daneben eine große Spielfläche für Familienfeste. Die Straße führt zum Nachbardorf Lokve hinauf.nt-Presse, darf öffentlich kostenlos genutzt werden

Eine Kurtz Enterprises Ltd konnten wir im kleinen Städtchen Markham Nähe Toronto in Kanada finden (in 220 Amber St). Google Maps schreibt zur Kurtz Enterprises Ltd es handele sich dabei angeblich um einen «Werkzeugmacher». Das Unternehmen sei 1968 gegründet worden und heiße eigentlich Edward Kurtz Enterprises Ltd. Doch ob es sich dabei auch um jene Kurtz Enterprises handelt von dem Flugzeug ist unklar (http://www.companylisting.ca/Edward_Kurtz/default.aspx).

Zudem konnten wir eine KURTZ ENTERPRISES Ltd im US-Bundesstaat Colorado im Städtchen Englewood ausfindig machen. Ein Unternehmen, das nach Angaben der Webseite bizapedia.com 2009 gegründet worden sei. Auch hier ist nicht klar, ob es einen Zusammenhang zum Flugzeug gibt.

Im Bericht der slownischen Flugbehörde heißt es zum Absturz der Wagner-Maschine:

«1. Datum und Uhrzeit des Unfalls: 14. Juli 2016 um 10.52 Uhr Ortszeit. 2. Ort des Unfalls: Predmeja, Ajdovščina, N 45° 57' 13"/E 13° 51' 42"3. Flugart: IFR (Instrumentenflugregeln) kommerzieller Flug nach Instrumentenflugregeln 4. Flugzeug: sechssitziges Motorflugzeug - Flugzeughersteller: PIPER AIRCRAFT, INC, Vero Beach, Florida 32960, USA-Herstellerkennzeichnung: Piper, PA-32R-301T-Flugzeugregistrierungsdaten: N710CC (FAA -Federal Aviation Administration, USA)-Seriennummer des Flugzeugs: 3257358-Datum des Ablaufs der Gültigkeit der Lufttüchtigkeit: 30. April 20181-MTOM: 16402kg5. Eigentümer/Betreiber: KUERTZ ENTERPRISE LTD».

Das heißt: nur zwei Jahre nach dem Absturz, ab April 2018, hätte das alte Flugzeug so gar nicht mehr fliegen dürfen.

Auf Englisch:

“1. Date and time of the accident: 14 July 2016 at 10.52 am local time2. Location of the accident: Predmeja, Ajdovščina, N 45° 57' 13"/E 13° 51' 42"3. Flight type: IFR (Instrumental Flight Rules) commercial flight4. Aircraft:six-seat powered aeroplane‒Aircraft manufacturer: PIPER AIRCRAFT, INC. Vero Beach, FL 32960, USA‒Manufacturer marking: Piper, PA-32R-301T‒Aircraft registration data: N710CC (FAA –Federal Aviation Administration, USA)‒Aircraft serial number: 3257358‒Airworthiness validity expiry date: 30 April 20181‒MTOM: 16402kg5. Owner/operator:KUERTZ ENTERPRISE LTD».

Während die einen Vereisung als möglichen Grund für den Flugzeugabsturz von Thomas Wagner und seinen Jugendfreund, UNISTER-Co-Gesellschafter Oliver Schilling (39), nannten, schließen andere die Möglichkeit eines Flugzeuganschlags nicht aus.

Warum flogen Wilfried Schw. und Karsten-Dairek K. nicht mit nach Venedig?

Denn dass bei Vereisung das Höhenruder nach wenigen Flugminuten abbricht (und das Wochen später von einer Hunderschaft des slowenischen Zivilschutzes sowie des slowenischen Militärs mit Hilfe einer Drohne gefunden wurde), sehen sie als eher unwahrscheinlich. Wenn jemand sich am Höhenruder der Piper zu schaffen gemacht haben sollte, am Flughafen Venedig, wie es gerüchteweise heißt und wovon es angeblich Filmaufnahmen geben solle, wäre man im Bereich eines möglichen Mordanschlags.

Das Dorf Predmeja in Slowenien ist nicht nur bekannt geworden wegen Thomas Wagner, sondern auch wegen Josef Ressel, beziehungsweise Resslu Jozefu, wie dieses Denkmal schreibt. Wikipedia führt zu ihm aus: Josef Ludwig Franz Ressel (tschechisch Josef Ludvík František Ressel; slowenisch Jože Ressel, * 29. Juni 1793 in Chrudim (Böhmen); † 9. Oktober 1857 in Laibach; heute: Ljubljana, Slowenien) war ein österreichisch-böhmischer Forstbeamter und Erfinder. Ressel war einer der Erfinder des Schiffspropellers (neben John Ericsson und Francis Pettit Smith; Robert Fulton und David Bushnell hatten bereits Propeller an ihren U-Booten), und zwar derjenige, der ihn zur technischen Reife brachte. Damals schon wurde dieser auch als Schiffsschraube bezeichnet, weil er Ähnlichkeit mit der Archimedischen Schraube hatte.nt-Presse, darf öffentlich kostenlos genutzt werden

Immerhin hatte Wagner bei seinem ungewöhnlich steilen Unternehmer-Aufstieg genügend Feinde in Sachsen, in Deutschland: Konkurrenten, sonstige Gegner aus allen möglichen Bereichen. Nach Wagners Tod wurde UNISTER zerschlagen und an mehrere neue Inhaber verkauft. Das Reisegeschäft ging überwiegend in die Hände der chinesisch-tschechischen INVIA GROUP (Invia.com, Invia Travel, Invia Travel Germany GmbH). Invia wurde nach Angaben von Wikipedia erst 2016 gegründet und beschäftige rund 1300 Mitarbeiter. Ein Großteil des Reisegeschäfts basiert auf der UNISTER-Übernahme.

Unter Wagners Feinden waren welche, mit denen man nicht unbedingt Kaffeetrinken gehen möchte. Einige sprechen von windigen Gestalten aus der Unterwelt. Zu ihnen hatte aber Wagner eigentlich nie Kontakt gesucht. Zumal er immer nur am Arbeiten war, berichten zahlreiche Weggefährten.

Mit seinen bekannten Reiseportale wie Ab-in-den-Urlaub.de, Reisen.de, Fluege.de oder die Travel24.com AG schickte Thomas Wagner mit Mitte 30 schon zwei Millionen Deutsche in den Urlaub. Der vermittelte Reiseumsatz lag bei um die zwei Milliarden Euro. Die Mitarbeiterzahl bewegte sich in der Spitze bei um die 2000.

Dass Wagner überhaupt in einer alten klapprigen Piper 32 über die Alpen flog, sorgt noch heute für Verwirrung. Das Flugzeug sei nicht «für einen sicheren Überflug über die Alpen geeignet“. Dies sagte ein Pilot der DAX-Vorstände fliegt gegenüber Netz-trends.de. Vorwürfe macht er gegenüber dem Piloten, der das hätte wissen müssen, sowie der Chartergesellschaft.

Was macht eigentlich Staatsanwalt ARNULF BERNER von der Generalstaatsanwaltschaft Sachsen?

Die Generalstaatsanwaltschaft Sachsen war mit ihrer umstrittenen Integrierten Ermittlungseinheit Sachsen (INES) bislang nicht in der Lage, trotz DNA und Tonbandmitschnitten von "Levy Vass", beziehungsweise "Levy Wiaiss", diesen Kopf einer Kriminellen Vereinigung zu verhaften. Angeblich gebe es einen Europäischen Haftbefehl. In Slowenien sagte man uns aber, davon habe man noch nie etwas gehört (die Deutsch-Slowenische Industrie- und Handelskammer warnt auch ausdrücklich vor Rip-Deal Betrug z.B. im Investitionsbereich aus Slowenien). Stattdessen schiebt INES die Aufklärung von Schreibtisch zu Schreibtisch:

Vom Dresdner Staatsanwalt Dr. DIRK REUTER zu Staatsanwalt Dr. CHRISTIAN SEIFERT und von dort weiter an Oberstaatsanwalt ARNULF BERNER, der sich bislang, wie ein Insider sagt, „nicht gerade vor Aufklärungstätigkeit" überschlage. Vielmehr versuche er die Opfer hinzuhalten – „offensichtlich eher mit der Strategie der Marke Nichtstun“, kommentiert einer, der mit dem Fall gut betraut ist.

Sinti und Roma-Gruppen und Rip Deals: Bericht des Bundeskriminalamts 2002 zum Milliardengeschäft und kriminelle Vereinigungen

Bereits 2002 führte das deutsche Bundeskriminalamt, sich auf einen Bericht des Bayerischen Landeskriminalamt stützend, in seinem Jahresbericht Wirtschaftskriminalität 2002 das folgende zum Rip Deal und seinen Tätergruppen aus (Bericht hier herunterladen, S. 158 ff.wirtschaftskriminalitaetBundeslagebild2002.pdf).

Problem: Mittlerweile ist die Lobby für Sinti und Roma so groß, dass sich kaum mehr eine Polizeidienststelle getraut, Tätergruppen aus diesen Bereichen, die international im Rahmen krimineller Vereinigungen agieren, beim Namen zu nennen. Natürlich sind die meisten Sinti und Roma in solche Rip Deals nicht verwickelt. Doch gehen Polizeidienststellen davon aus, dass einige Tausend Personen sich an der Anbahnung, Umsetzung von Rip Deals beteiligen. Das zeigt auch die vom Bundeskriminalamt hier dargestellte Masse an Rip Deals.

Wir zitieren anlässlich des Rip Deals an Thomas Wagner hier eins zu eins aus dem Bericht des Bundeskriminalamts aus dem Jahr 2002. Die dortigen Erkenntnisse sind auch heute noch aktuell und decken sich mit gleichen Aussagen der Kriminalpolizeien in Österreich oder der Schweiz:

6.5.3 Perseveranz und Modus Operandi im Phänomenbereich Rip-Deal

a) Definition
Das Handlungsfeld befasst sich überwiegend mit vorgetäuschten Devisengeschäften. Als Straftaten werden je nach Vorgehen der Täter Betrugs- oder Raubdelikte begangen. Der Begriff "Rip-Deal" wurde von der Ermittlungskommission "SPARTA" der niederländischen Polizei in Soest/NL 1994 kreiert, und von den deutschen Ermittlungsbehörden übernommen.
Das englische Wort "rip", welches soviel bedeutet wie "reißen/entreißen" und das englische Wort "deal" für "Handel", standen bei diesem Terminus Pate.

b) Straftaten
Die Straftaten werden durch die Täter über Immobiliengeschäfte, Kreditvermittlungen u.a. vorbereitet. Das daran gekoppelte Devisentauschgeschäft mit Schweizer Franken erweckt bei den Interessenten eine hohe Gewinnerwartung, die sämtliche Vorsichtsmaßnahmen vergessen lässt. Den Geschädigten werden anstatt echter Banknoten lediglich sog. Faksimile-Noten mit der Maßgabe ausgehändigt, dass es sich hierbei um "Schwarzgeld" handele. In vielen Fällen sind schon vor dem Hauptgeschäft großzügige Spesengelder gezahlt oder Wechselgeschäfte mit kleineren Summen erfolgreich getätigt worden. Die Durchführung des Hauptgeschäftes erfolgt so schnell, dass der Geschädigte erst hinterher den Betrug bemerkt.

In diesen EU-Ländern finden die meisten Rip Deals statt, wobei es die Tatländer sind. Oft werden Deutsche, Österreicher, Schweizer beispielsweise nach Italien gelockt, deshalb die hohe Prozentzahl. Es fehlen als Tatländer in dieser bereits 2002 erstellten Grafik jedoch zum Beispiel die Schweiz oder Österreich.Deutsches Bundeskriminalamt, Jahresbericht Wirtschaftskriminalität 2002

Kommt in letzter Minute doch ein Misstrauen auf, so schrecken die Täter nicht davor zurück, sich die Beute mittels Gewaltanwendung zu sichern. Dies reicht von einfachem aus der Hand reißen bis zur Bedrohung mit Schusswaffen.

Nach vollendeter Tat kommt es in Einzelfällen zu erneuter Kontaktaufnahme durch die Täter. Dem Geschädigten wird ein weiteres Geschäft angeboten, auch durch die Vermittlung neuer Interessenten.

c) Täter
Die international agierenden Täter, überwiegend Sinti- und Roma-Angehörige mit Herkunft Italien oder Jugoslawien, verfügen regelmäßig über einschlägige Erfahrungen in diesem Deliktsbereich. Durch die interne Struktur ergeben sich klare Unterstellungsverhältnisse und gegenüber anderen Gruppen erkennbare Gebietszuordnungen.

d) Situationsdarstellung
Das Bayerische Landeskriminalamt hatte die Thematik "Informationssammlung und -auswertung von Rip-Deal Delikten" in die 8. Tagung der Kommission Kriminalitätsbekämpfung (KKB) eingebracht. Die KKB beauftragte daraufhin eine Bund-Länder-Projektgruppe (BLPG), eine Sonderauswertung zum Kriminalitätsphänomen Rip-Deal durchzuführen. Die BLPG "Rip-Deal" führte daraufhin eine bundesweite Erhebung über alle in diesem Zusammenhang in der Bundesrepublik Deutschland bekannt gewordenen Straftaten durch.

e) Geschädigte/Schaden
Beim Bayerischen Landeskriminalamt wird seit zwei Jahren eine Fallsammlung mit ca. 800 angebahnten und vollendeten Fällen durchgeführt.

Der erfasste Gesamtschaden bei 250 vollendeten Taten beläuft sich auf ca. 44 Mio. Euro. Hiervon wurden 196 im Ausland begangen. Auffallend ist dabei der Schwerpunkt Italien mit ca. 51%. Die Anzahl der Fälle, die in Deutschland begangen worden sein sollen, beträgt rd. 23%. Eine punktuelle Überprüfung der Fälle mit angegebenem Tatort Deutschland ergab, dass in 50% der Fälle die aufnehmenden Dienststellen ersatzweise den Tatort Deutschland (Wohnort des Geschädigten) mitgeteilt hatte. Der eigentliche Tatort lag im Ausland.

Das sind die meisten Fälle, wo Kriminelle Vereinigungen Menschen mit Rip Deals um ihr Hab und Gut bringen. Der Schaden geht in die Milliarden. Diese Statistik ist aus dem Jahr 2002. Neu hinzu kommen seit einigen zum Beispiel die Bereiche: Goldbarren, Virtuelle Währungen, Coins (Bitcoins, Ripple etc.)Deutsches Bundeskriminalamt, Jahresbericht Wirtschaftskriminalität 2002

Für die Bundesländer Brandenburg, Bremen, Saarland und Sachsen-Anhalt sind im Erhebungszeitraum keine vollendeten Delikte erfasst. In Bremen, dem Saarland und Brandenburg sind nur wenige Anbahnungen bekannt. Die Anzahl der bekannt gewordenen Anbahnungen ist von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich und deshalb nicht sehr aussagekräftig.

Des Weiteren ist eine hohe Abhängigkeit dieser Zahlen vom Meldeverhalten der Dienststellen festzustellen. Die Anzahl der nicht angezeigten Taten dürfte um ein Vielfaches höher liegen, es muss von einem großen Dunkelfeld ausgegangen werden. Die Geschädigten wollen häufig "Schwarzgeld" lukrativ vermehren, betrachten das Geld als ohnehin verloren, da es im Ausland ab-

Italien: 50,7%
Deutschland: 22,9%
Luxemburg: 0,5%
Frankreich: 10,7%
Belgien: 3,9%
Spanien: 2,4%
Niederlande: 8,8%

Es fehlen die Schweiz und Österreich in dieser Darstellung.

handen kam und schämen sich außerdem wegen ihres Leichtsinns und ihrer Gutgläubigkeit. Dadurch wird das Anzeigeverhalten negativ beeinflusst. Große Verfahren mit TKÜ-Maßnahmen decken eine Vielzahl von Anbahnungen auf, die auf andere Weise vermutlich nicht in die Statistik einfließen würden.

Der Kontakt zwischen Täter und Opfer kam überwiegend durch beabsichtigte Immobilienverkäufe des Opfers zustande. Kreditvermittlung, Devisentauschgeschäfte und der "Newcomer" Kfz-Verkauf liegen bei je 10%. Auch im Segment "Wasserfahrzeuge" wurde ein starker Anstieg von Anbahnungen verzeichnet. Generell gilt: Die Täter kontaktieren mittlerweile Verkäufer von hochwertigen Gütern aller Art:

Rip-Deal Straftaten werden zu 75% als Betrugshandlungen verübt. Die Gewaltbereitschaft stieg in den letzten Jahren jedoch stetig an. In 17% der Fälle erfüllt die Tathandlung den Straftatbestand des Raubes.

Einzelnachweise

[1] Cay Clubs finance exec Schwarz sentenced to 40 years, von: Kevin Wadlow, in: https://www.flkeysnews.com/ vom 4.5.2017. Abgerufen am 25.7.2020.

[2] Former Cay Clubs Chief Financial Officer Sentenced to 40 Years in Prison for Conspiracy, Bank Fraud and Tax Offenses, in: https://www.justice.gov/ vom 4.5.2017. Abgerufen am 25.7.2020.

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