Der US-Chipkonzern nennt teurere Fertigung und Speicherchips als Grund – zugleich gewinnt BMW als neuen Kunden für Digitalcockpits.

Das Wichtigste in Kürze

  • Qualcomm meldete für das vierte Geschäftsquartal (bis 27. September 2026) einen Umsatz von 10,32 Milliarden US-Dollar mit Smartphone-Chips, der um 26 Prozent auf 5,14 Milliarden US-Dollar einbrach.
  • Als Grund nennt der kalifornische Konzern steigende Kosten in der gesamten Chipbranche, unter anderem bei Speicherbausteinen – diese Mehrkosten gibt Qualcomm bereits an Kundinnen und Kunden weiter.
  • Das Geschäft mit Auto-Chips wuchs im selben Quartal um 89 Prozent auf ein Rekordvolumen von zwei Milliarden US-Dollar, befeuert auch durch einen neuen Großauftrag des deutschen Autoherstellers BMW.

Qualcomm verdiente im vierten Quartal 26 Prozent weniger mit Smartphone-Chips als vor einem Jahr. Das Auto-Geschäft wuchs dagegen auf ein Rekordquartal von zwei Milliarden US-Dollar – auch dank eines neuen Großauftrags von BMW.

Der US-amerikanische Halbleiterkonzern mit Sitz in San Diego veröffentlichte die Zahlen für sein viertes Geschäftsquartal und das am 27. September 2026 beendete Geschäftsjahr 2026 am Mittwochabend (Ortszeit) in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission). Qualcomm stellt Snapdragon-Prozessoren her, die in vielen Android-Smartphones verbaut sind, etwa in Modellen von Samsung, Xiaomi, OnePlus und Motorola, die auch in Deutschland verkauft werden.

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Der Gesamtumsatz des Konzerns sank im vierten Quartal um 8 Prozent auf 10,32 Milliarden US-Dollar nach US-Bilanzregel GAAP. Den stärksten Einbruch gab es im Geschäft mit Smartphone-Chips: Es fiel von 6,96 Milliarden auf 5,14 Milliarden US-Dollar – ein Minus von 1,82 Milliarden US-Dollar oder 26 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Die Zahlen im Überblick

Nach eigenen Angaben erzielte Qualcomm im vierten Quartal einen Gewinn je Aktie von 1,17 US-Dollar nach US-Bilanzregel GAAP, bereinigt um Sondereffekte waren es 2,17 US-Dollar – ein Rückgang von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 sank der Konzernumsatz um 3 Prozent auf 43,12 Milliarden US-Dollar, das Geschäft mit Smartphone-Chips ging um 13 Prozent auf 24,07 Milliarden US-Dollar zurück.

Chip-Sparte Q4 Fiskaljahr 2025 Q4 Fiskaljahr 2026 Veränderung
Smartphones (Handsets) 6.961 Mio. $ 5.137 Mio. $ −26 %
Automobil 1.053 Mio. $ 1.990 Mio. $ +89 %
Vernetzte Geräte (IoT) 1.807 Mio. $ 1.888 Mio. $ +4 %
Chip-Geschäft gesamt (QCT) 9.821 Mio. $ 9.015 Mio. $ −8 %

Quelle: Qualcomm Incorporated, Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC vom 4. November 2026, jeweils viertes Geschäftsquartal (GAAP-Zahlen, in Millionen US-Dollar).

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Einordnung: Smartphones sind nicht mehr die Mehrheit des Chipgeschäfts

Vor einem Jahr stammten 71 Prozent des Qualcomm-Chipumsatzes (QCT) noch aus Smartphone-Chips (6.961 von 9.821 Millionen US-Dollar). Im aktuellen Quartal sind es nur noch 57 Prozent (5.137 von 9.015 Millionen US-Dollar). Berechnung: NETZ-TRENDS auf Grundlage der Qualcomm-Mitteilung; keine Prognose, sondern eine Momentaufnahme des laufenden Umbaus zu mehr Auto- und Rechenzentrumsgeschäft.

Warum die Chips teurer werden

Qualcomm begründet den Rückgang im Smartphone-Geschäft nicht mit schwächerer Nachfrage, sondern mit der Kostenseite. In der Mitteilung an die SEC heißt es wörtlich, die Halbleiterbranche erlebe einen breit angelegten Anstieg der Kosten über Waferfertigung, Montage, Tests, fortgeschrittene Verpackungstechnik, Speicherchips und weitere Materialien hinweg – Qualcomm gebe diese höheren Kosten bereits an die eigene Preisgestaltung weiter.

„Wir freuen uns, dass wir die Non-GAAP-Umsätze im vierten Quartal am oberen Ende unserer Prognose erzielt haben, zusammen mit einem Wachstum von 36 Prozent im Jahresvergleich bei den kombinierten Umsätzen aus Automobil und IoT. Das Geschäftsjahr 2027 markiert den Beginn unserer Wende hin zu mehr Umsatz außerhalb des Smartphone-Geschäfts, einschließlich des Hochlaufs unseres Rechenzentrumsgeschäfts.“

Cristiano Amon, President und CEO von Qualcomm Incorporated, in der Mitteilung vom 4. November 2026; Übersetzung der Redaktion

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Qualcomm rechnet damit, dass sich die höheren Materialkosten erst in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2027 vollständig in besseren Gewinnspannen niederschlagen – die Mehrkosten dürften Kundinnen und Kunden also noch länger spüren. Für das laufende erste Quartal des neuen Geschäftsjahres stellte der Konzern einen Umsatz von 10,4 bis 11,2 Milliarden US-Dollar in Aussicht, bei einem bereinigten Gewinn je Aktie von 2,15 bis 2,35 US-Dollar.

Der Marktwert von Qualcomm gab nach Bekanntgabe der Zahlen deutlich nach: An der Technologiebörse Nasdaq in New York fiel die Qualcomm-Aktie am Tag danach zeitweise um rund 9 Prozent. Der vorsichtige Blick auf die Gewinnspanne wiegt an der Börse damit schwerer als das Rekordquartal im Autogeschäft.

BMW setzt künftig auf Snapdragon-Chips

Das Wachstum im Autogeschäft ist auch deutschen Lesern direkt zuzuordnen: Der Münchner Autohersteller BMW Group kündigte bereits am 30. Juli 2026 an, Qualcomm zum federführenden Lieferanten von Steuerungs-Chips für künftige Digitalcockpits und automatisiertes Fahren zu machen – eine Zusammenarbeit, die laut Mitteilung über das kommende Jahrzehnt reichen soll. Eingesetzt werden sollen unter anderem Chips der Reihe Snapdragon Digital Chassis und Snapdragon Elite sowie das Fahrassistenzsystem Snapdragon Ride Pilot, das bereits seit November 2025 im Elektro-SUV BMW iX3 verbaut ist.

„Wir sind stolz, mit der BMW Group zusammenzuarbeiten und zu ihrer Vision des Fahrzeugs der nächsten Generation beizutragen“, erklärte Nakul Duggal, bei Qualcomm zuständig für das Geschäft mit Automobil-, Industrie- und IoT-Chips, laut der Ankündigung vom Juli. Verträge dieser Art erklären einen Teil des Rekordquartals im Autogeschäft, auch wenn Qualcomm die Umsätze einzelner Kunden nicht gesondert ausweist.

Was das für Käufe in Deutschland bedeutet

Für wen ist das relevant? Vor allem für alle, die in den kommenden Monaten ein neues Android-Smartphone kaufen wollen. Viele Mittelklasse- und Oberklassemodelle, die in Deutschland verkauft werden, setzen auf Snapdragon-Prozessoren. Steigen die Kosten für diese Chips, geben Herstellerinnen und Hersteller das erfahrungsgemäß nicht sofort, aber mit einiger Verzögerung an den Handel weiter – entweder über höhere Preise oder über sparsamer ausgestattete Modelle zum gleichen Preis. Eine konkrete Preisangabe für ein bestimmtes Modell lässt sich daraus nicht ableiten; Qualcomm äußert sich dazu nicht.

Checkliste vor dem nächsten Smartphone-Kauf

  • Bei einem neuen Android-Flaggschiff im Datenblatt nachsehen, welcher Chip verbaut ist – ein älterer Snapdragon ist in der Regel günstiger als das aktuellste Modell.
  • Vor Rabattphasen wie dem Black-Friday-Zeitraum im November die bisherige Preisentwicklung über ein Preisvergleichsportal beobachten, statt sich allein auf den beworbenen Rabatt zu verlassen.
  • Wer kein aktuellstes Modell braucht, kann mit dem Kauf eines Vorjahresmodells Chip-Mehrkosten teilweise umgehen.
  • Bei Anlagen in Einzelaktien wie Qualcomm: Kurzfristige Kursschwankungen nach Quartalszahlen sind kein verlässliches Signal für eine einzelne Kauf- oder Verkaufsentscheidung.

Wer in einen breit gestreuten Indexfonds investiert, etwa einen Nasdaq-100- oder Technologie-ETF, hält Qualcomm-Aktien häufig ohnehin nur mit einem kleinen Anteil im Depot – ein einzelnes Quartalsergebnis eines Zulieferers verändert ein solches Depot kaum spürbar.

Häufige Fragen

Werden Android-Smartphones jetzt automatisch teurer?

Automatisch nicht. Qualcomm erhöht die eigenen Chippreise, doch ob und wann Herstellerinnen und Hersteller wie Samsung oder Xiaomi das an Kundinnen und Kunden weitergeben, entscheidet jedes Unternehmen für sich und hängt auch vom Wettbewerb untereinander ab.

Was hat der Autohersteller BMW mit Smartphone-Chips zu tun?

Nichts direkt – BMW kauft bei Qualcomm eine andere Chip-Familie für Digitalcockpits und Fahrassistenzsysteme. Beide Geschäftsbereiche gehören aber zum selben Konzern und stehen deshalb in derselben Quartalsbilanz.

Ist die Kostensteigerung ein Qualcomm-spezifisches Problem?

Nein. Qualcomm beschreibt sie in der eigenen Mitteilung als branchenweiten Trend bei Waferfertigung, Verpackungstechnik und Speicherchips, der auch andere Halbleiterhersteller betrifft.

Wann rechnet Qualcomm mit einer Entspannung?

Der Konzern erwartet, dass sich die eigenen Preiserhöhungen erst in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2027 vollständig in den Gewinnspannen zeigen – eine schnelle Entspannung bei den Kosten nennt Qualcomm nicht.

Beeinflusst die Chip-Preisentwicklung Ihre eigene Kaufentscheidung beim nächsten Smartphone? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrung gerne in die Kommentare.

Quellen und Stand

Recherche- und Datenstand: 5. November 2026, 21:30 Uhr.

Transparenz: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz recherchiert und formuliert und ist zur menschlichen redaktionellen Prüfung vorgesehen.

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