Deutschland erhöht den Pflegeversicherungsbeitrag für Kinderlose auf 4,5 Prozent – Österreich finanziert Pflege ganz anders: über das Pflegegeld aus Steuermitteln.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der deutsche Bundestag debattierte am 5. November 2026 über das Pflegeneuordnungsgesetz: Der Zuschlag für Kinderlose in der deutschen Pflegeversicherung soll ab 2027 von 4,2 auf 4,5 Prozent steigen.
  • Österreich hat keine eigene Pflegeversicherung und keinen Kinderlosenzuschlag. Pflegebedürftige erhalten stattdessen das Pflegegeld, eine Geldleistung aus allgemeinen Steuermitteln, gestaffelt in sieben Stufen.
  • Die Pflegegeldstufen reichen seit 1. Jänner 2026 von 206,20 Euro (Stufe 1) bis 2.214,80 Euro monatlich (Stufe 7).

Deutschland erhöht ab 2027 den Pflegeversicherungsbeitrag für Kinderlose. In Österreich gibt es weder eine solche Pflegeversicherung noch einen Kinderlosenzuschlag – hier zahlt der Staat das Pflegegeld direkt aus dem Steueraufkommen.

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Was in Deutschland beschlossen werden soll

Der deutsche Bundestag hat am 5. November 2026 in erster Lesung über das Pflegeneuordnungsgesetz der deutschen Bundesregierung beraten. Kern ist ein höherer Beitragszuschlag für kinderlose Mitglieder der deutschen sozialen Pflegeversicherung: von 0,6 auf 0,9 Prozentpunkte, sodass der Gesamtbeitrag für Kinderlose von 4,2 auf 4,5 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens steigt. Grund ist ein drohendes Defizit der deutschen Pflegeversicherung von 7,6 Milliarden Euro im Jahr 2027, das laut Gesetzentwurf bis 2030 auf 17,4 Milliarden Euro wachsen würde. Deutscher Bundestag: Drucksache 21/8869, Gesetzentwurf zur Neuordnung der Pflegeversicherung.

Diese Reform betrifft ausschliesslich die deutsche soziale Pflegeversicherung. Für Menschen mit Wohnsitz in Österreich gilt sie nicht – schon deshalb, weil es in Österreich kein vergleichbares Beitragssystem gibt.

Wie die Pflegefinanzierung in Österreich funktioniert

Österreich kennt keine eigenständige Pflegeversicherung mit Lohnabzug. Pflegebedürftige Menschen erhalten unabhängig von Einkommen und Vermögen eine pauschale Geldleistung, das Pflegegeld, geregelt im Bundespflegegeldgesetz (BPGG). Die Höhe richtet sich allein nach dem festgestellten Pflegebedarf in Stunden pro Monat, nicht nach der familiären Situation. Zuständig für den Inhalt der Regelung ist das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz; die Einstufung erfolgt durch ärztliche oder pflegefachliche Begutachtung. oesterreich.gv.at: Höhe des Pflegegeldes.

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Vom Pflegegeld werden weder Lohnsteuer noch Krankenversicherungsbeiträge abgezogen; es wird zwölfmal jährlich ausbezahlt und seit 2020 jedes Jahr zum 1. Jänner an den Anpassungsfaktor nach Paragraf 108f des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes (ASVG) angepasst. Finanziert wird es – anders als die deutsche Pflegeversicherung – nicht über einen eigenen Beitragssatz der Versicherten, sondern aus dem allgemeinen Bundeshaushalt.

Die sieben Pflegegeldstufen 2026

Seit 1. Jänner 2026 gelten in Österreich folgende monatliche Nettobeträge: Stufe 1 (mehr als 65 Stunden Pflegebedarf) 206,20 Euro, Stufe 2 (mehr als 95 Stunden) 380,30 Euro, Stufe 3 (mehr als 120 Stunden) 592,60 Euro, Stufe 4 (mehr als 160 Stunden) 888,50 Euro, Stufe 5 (mehr als 180 Stunden, bei aussergewöhnlichem Pflegeaufwand) 1.206,90 Euro, Stufe 6 (mehr als 180 Stunden, bei unkoordinierbaren Betreuungsmassnahmen oder dauernder Anwesenheit einer Pflegeperson) 1.685,40 Euro und Stufe 7 (ohne zielgerichtete Bewegungen der vier Extremitäten) 2.214,80 Euro. oesterreich.gv.at: Höhe des Pflegegeldes.

Der Unterschied zum deutschen System

Während Deutschland die Pflege über eine einkommensabhängige Pflichtversicherung mit eigenem Beitragssatz und einem Zuschlag für Kinderlose finanziert, zahlt Österreich eine von Einkommen, Vermögen und Kinderzahl unabhängige Pauschale aus Steuermitteln. Das Pflegegeld deckt dabei nicht automatisch alle tatsächlichen Pflegekosten; wer zusätzliche Betreuung, mobile Dienste oder einen Heimplatz benötigt, muss die Differenz aus eigenen Mitteln, über die Sozialhilfe der Bundesländer oder ergänzende Leistungen decken. Eine dem deutschen Kinderlosenzuschlag entsprechende Regelung existiert im österreichischen Pflegegeldsystem nicht.

Häufige Fragen

Gibt es in Österreich auch einen Zuschlag für Kinderlose bei der Pflege?

Nein. Das österreichische Pflegegeld richtet sich ausschliesslich nach dem festgestellten Pflegebedarf in Stunden, unabhängig von Einkommen, Vermögen und Kinderzahl.

Wie hoch ist das Pflegegeld in Österreich 2026?

Es reicht von 206,20 Euro monatlich in Stufe 1 bis 2.214,80 Euro monatlich in Stufe 7, gestaffelt nach dem Pflegebedarf in Stunden.

Betrifft die deutsche Pflegereform auch Menschen mit Wohnsitz in Österreich?

Nein. Die Reform ändert ausschliesslich die deutsche soziale Pflegeversicherung, der nur in Deutschland Versicherte angehören.

Wer zahlt das österreichische Pflegegeld?

Es wird aus dem allgemeinen Bundeshaushalt finanziert, nicht über einen eigenen Versicherungsbeitrag der Bürgerinnen und Bürger.

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Quellen und Stand

Recherche- und Datenstand: 5. November 2026.

Transparenzhinweis: Bei Recherche, Strukturierung und Erstellung dieses Beitrags kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die verwendeten Quellen sind im Artikel aufgeführt. Die Veröffentlichung erfolgt erst nach manueller redaktioneller Freigabe. Länderfassung auf Basis eines Artikels von NETZ-TRENDS.de, für Österreich recherchiert.

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