Im EU-Projekt NEO-CYCLE testen Fraunhofer IKTS und TU Bergakademie Freiberg zwei Wege, Neodym, Eisen und Bor aus alten Festplattenmagneten zurückzugewinnen. Eine Pilotanlage ist erst geplant.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Projekt untersucht Magnete aus ausgedienten Festplatten als Quelle für Neodym, Eisen und Bor.
  • Verglichen werden eine Feststoff-Chlorierung mit Ammoniumchlorid und ein elektrochemisches Verfahren.
  • Die Forschung läuft noch. Fraunhofer nennt die Planung einer Pilotanlage, aber keinen bereits laufenden industriellen Recyclingbetrieb.

Alte Festplatten könnten künftig helfen, wichtige Magnetrohstoffe in Europa zurückzugewinnen. Im EU-Projekt NEO-CYCLE erproben das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS und die TU Bergakademie Freiberg Verfahren, um Neodym, Eisen und Bor aus ausgedienten Festplattenmagneten zu lösen. Die Methoden werden noch untersucht; die Pilotanlage ist laut Fraunhofer erst in Planung.

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Schematische Darstellung: Festplattenmagnet führt zu den Rohstoffen Neodym, Eisen und Bor.
Schematische Illustration: Ein Festplattenmagnet und die im Projekt untersuchten Rohstoffe Neodym, Eisen und Bor. Grafik: NETZ-TRENDS.DE, mit Python/Pillow erstellt; Original-Logo aus dem NETZ-TRENDS-Drive-Asset. Primärquelle: Fraunhofer IKTS, NEO-CYCLE; EU-Kontext: Europäische Kommission.

Warum Festplattenmagnete relevant sind

Neodym-Eisen-Bor-Magnete gehören zu den starken Dauermagneten. Sie stecken unter anderem in Elektromotoren, Windkraftanlagen und Elektronik. Das Fraunhofer IKTS nennt für Neodym einen hohen Importanteil aus China: Rund 90 Prozent würden von dort bezogen. Die Zahl beschreibt die von Fraunhofer angeführte Neodym-Abhängigkeit, nicht die Recyclingquote des neuen Verfahrens.

Auch die Europäische Kommission verweist auf eine starke Importabhängigkeit: Nach ihren Angaben werden 98 Prozent des EU-Bedarfs an Seltene-Erden-Magneten durch Importe aus China gedeckt. Das bezieht sich auf die EU-Nachfrage nach Magneten insgesamt und ist damit eine andere Bezugsgröße als Fraunhofers Angabe zu Neodym. Die Kommission nennt Recycling als Teil der europäischen Rohstoffstrategie.

Zwei Verfahren im Vergleich

Im ersten Ansatz wird das Magnetpulver im festen Zustand mit Ammoniumchlorid behandelt und erhitzt. Anders als bei einer klassischen Chlorierung mit Salzsäure sollen die Bestandteile so direkt in Metallchloride überführt werden. Fraunhofer berichtet, dass sich die Metallchloride in Versuchen effizienter vom Magnetmaterial trennen ließen und nahezu alle Metalle mit vergleichsweise wenig Chemikalien extrahiert werden konnten. Das Institut betont zugleich, dass Forschende erst prüfen, ob das Verfahren für Magnete geeignet ist; ein verwandtes patentiertes Verfahren wird bereits bei Leuchtstofflampen verwendet.

Der zweite Ansatz arbeitet elektrochemisch. Dazu kommt pulverisierter Magnetabfall in eine Zelle mit einem Elektrolyten, etwa verdünnter Schwefelsäure. Zunächst wird eine borhaltige Lösung gewonnen. Fraunhofer IKTS trennt anschließend Neodym und Eisen mit hydrometallurgischen Verfahren ab. Die gewonnenen Metallsalze sollen nach weiterer Aufbereitung in unterschiedlichen Industrien nutzbar sein.

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Was schon funktioniert – und was noch offen ist

NEO-CYCLE ist ein von der EU über Horizon Europe gefördertes, auf vier Jahre angelegtes Projekt. Fraunhofer beschreibt Laborversuche und die Planung einer Pilotanlage. Das ist ein Zwischenschritt: Die Veröffentlichung nennt weder eine kommerzielle Anlage noch belastbare Angaben zu Kosten, Jahresmengen oder einer industriellen Rückgewinnungsquote. Auch für den ökologischen Vorteil nennt sie keine eigene Lebenszyklusbilanz.

Der politische Rahmen ist bereits gesetzt. Der Critical Raw Materials Act der EU nennt für strategische Rohstoffe einen Richtwert von mindestens 25 Prozent Recyclinganteil am jährlichen EU-Verbrauch bis 2030. Das ist ein übergreifender Zielwert und kein Nachweis, dass NEO-CYCLE ihn bereits erfüllt oder dass er allein für Neodym gilt.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher ergibt sich aus der Projektmeldung keine neue Rückgabeaktion für Festplatten. Sie berichtet über ein Forschungsprojekt, nicht über ein neues Sammel- oder Rücknahmesystem.

Häufige Fragen

Welche Rohstoffe wollen die Forschenden aus alten Festplatten gewinnen?

Im Fokus stehen Neodym, Eisen und Bor aus den Magneten ausgedienter Festplatten. Die Rohstoffe sollen nach Aufbereitung in neuen Produkten eingesetzt werden können.

Welche Recyclingmethoden werden getestet?

NEO-CYCLE vergleicht eine Feststoff-Chlorierung mit Ammoniumchlorid und einen elektrochemischen Prozess. Beide Wege werden noch untersucht.

Ist das Verfahren schon industriell im Einsatz?

Nein. Fraunhofer beschreibt Forschung und Versuche sowie die Planung einer Pilotanlage. Eine kommerzielle Anlage oder industrielle Rückgewinnungsquote nennt die Mitteilung nicht.

Warum ist das Recycling für Europa interessant?

Seltene-Erden-Magnete werden für Elektromotoren, Windkraftanlagen und Elektronik benötigt. Die Europäische Kommission beschreibt eine hohe Importabhängigkeit und führt Recycling als einen Baustein zur Stärkung der europäischen Rohstoffversorgung an.

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Welche Geräte oder Bauteile sollten Ihrer Meinung nach vorrangig für die Rückgewinnung strategischer Rohstoffe gesammelt werden? Teilen Sie Ihre Einschätzung gern in den Kommentaren.

Quellen und Stand

Recherche- und Datenstand: 2. November 2026.

Transparenz: Der Text wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz recherchiert und formuliert und ist zur menschlichen redaktionellen Prüfung vorgesehen. Das Beitragsbild ist eine schematische, mit Python/Pillow erstellte Illustration und kein KI-generiertes Motiv.

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