Continental siegt bei Kleinwagenreifen, Pirelli bei Mittelklasse; ohne passende Bereifung bei Glätte drohen bis 120 Euro Bußgeld.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der ADAC hat 32 Winterreifen in zwei Größen geprüft: 15 davon – fast jeder zweite – fallen im Gesamturteil durch oder werden nicht empfohlen.
  • Testsieger sind der Continental WinterContact TS 870 (Kleinwagen, Note 2,2) und der Pirelli Cinturato Winter 3 (Mittelklasse, Note 2,2).
  • In Deutschland gilt bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte eine situative Winterreifenpflicht; Verstöße kosten 60 bis 120 Euro und einen Punkt in Flensburg.
  • Ersetzen sollten Autofahrende Winterreifen ab einer Profiltiefe von unter 4 Millimetern oder wenn sie älter als acht Jahre sind.

Der ADAC hat 32 Winterreifen für Klein- und Mittelklassewagen geprüft: Fast jeder zweite fällt im Gesamturteil durch. Sieger sind der Continental WinterContact TS 870 und der Pirelli Cinturato Winter 3.

Der Test erschien bereits am 22. September 2026, doch seine Ergebnisse werden jetzt praktisch relevant: Mit den ersten Frostnächten greift in Deutschland die situative Winterreifenpflicht, und wer noch auf Sommerreifen unterwegs ist, muss handeln. Welche Modelle überzeugen, was sie kosten und welche Bußgelder bei fehlender Winterbereifung drohen, zeigt dieser Überblick.

Anzeige

Geprüft wurden zwei besonders verbreitete Dimensionen: 185/65 R15 für Kleinwagen und 225/50 R17 für die Mittelklasse, jeweils 16 Modelle. Bewertet wurden Fahr- und Bremstests auf trockener, nasser, schnee- und eisbedeckter Fahrbahn sowie Umweltfaktoren wie prognostizierte Laufleistung, Abrieb und Effizienz.

Kleinwagenreifen: Continental siegt, drei fallen glatt durch

In der Größe 185/65 R15, die vor allem Kleinwagen wie den VW Polo oder den Opel Corsa betrifft, erreicht der Continental WinterContact TS 870 die beste Gesamtnote des gesamten Tests: 2,2 („gut“). Besonders die Fahrsicherheit (2,0) und die Nässeeigenschaften (1,8) hebt der ADAC hervor, mit guten Werten bei Bremsen, Handling und Aquaplaning. Auf Schnee überzeugt der Reifen bei Traktion, Bremsen und Handling; einzig die Eisbremsleistung verfehlte eine noch bessere Bewertung knapp.

Auf Platz zwei landet der Michelin Alpin 7 mit der Note 2,5 – ebenfalls „gut“. Damit erreichen nur zwei der 16 getesteten Kleinwagenreifen dieses Prädikat.

Anzeige

Neun der 16 Modelle werden insgesamt nicht empfohlen. Drei davon – der Sunny Winter-max NW611, der Atlas Polarbear HP und der Rockblade Rock 868S – erhalten die Gesamtnote „mangelhaft“, weil ihre Fahrsicherheit laut ADAC so schwach ausfällt, dass ein besseres Gesamturteil ausgeschlossen ist. Bei der prognostizierten Laufleistung liegt der Schnitt dieser Reifengröße bei rund 31.000 Kilometern; am unteren Ende landet ein Bridgestone-Modell mit rund 22.000 Kilometern.

Mittelklasse: Pirelli vor Continental, sechs mangelhaft

Bei der Mittelklassegröße 225/50 R17 – etwa für VW Golf, BMW 3er oder Audi A4 relevant – gewinnt der Pirelli Cinturato Winter 3 mit der Gesamtnote 2,2, dank starker Leistung auf nasser Fahrbahn. Der Continental WinterContact TS 870 folgt knapp dahinter mit 2,3. Auch Goodyear und Michelin erreichen laut ADAC ein „gutes“ Gesamturteil, ohne dass der Test für diese Modelle eine Einzelnote nennt.

Sechs der 16 Mittelklassereifen fallen mit „mangelhaft“ durch – ihre Hauptschwäche ist eine unausgewogene Leistung über mehrere Fahrbahnarten hinweg, mit sicherheitsrelevanten Defiziten in mindestens einer Fahrkategorie. Die prognostizierte Laufleistung liegt in dieser Größe im Schnitt bei über 45.000 Kilometern – deutlich höher als bei den kleineren Reifen.

Reifengröße Testsieger Note Durchgefallen
185/65 R15 (Kleinwagen) Continental WinterContact TS 870 2,2 9 von 16
225/50 R17 (Mittelklasse) Pirelli Cinturato Winter 3 2,2 6 von 16

„Durchgefallen“ umfasst alle nicht empfohlenen bzw. mit „mangelhaft“ bewerteten Reifen der jeweiligen Größe. Quelle: ADAC-Pressemitteilung „ADAC Winterreifentest 2026″, 22. September 2026.

Was Testsieger kosten und was der Wechsel zusätzlich kostet

Der ADAC nennt in seiner Mitteilung keine Reifenpreise. Eine Stichprobe bei einem großen Online-Reifenhändler zeigt die Größenordnung: Der Continental WinterContact TS 870 kostete am 30. Oktober 2026 in der Nachbargröße 195/65 R15 91T rund 78 Euro pro Reifen zuzüglich Versand. Der Pirelli Cinturato Winter 3 lag in der Nachbargröße 225/55 R17 101V bei rund 158 Euro pro Reifen inklusive Mehrwertsteuer. Die exakt getesteten Dimensionen 185/65 R15 und 225/50 R17 können abweichen; wer kauft, sollte den Preis für die eigene Reifengröße gezielt vergleichen.

Anzeige

Rechenbeispiel: Vier Reifen fürs Kompaktfahrzeug

  • Reifen: 4 × Continental WinterContact TS 870 in Nachbargröße 195/65 R15, Stichprobenpreis rund 78 € je Reifen
  • Material: rund 312 € für den Satz
  • Montage und Auswuchten: laut einem Werkstatt-Preisvergleich vom 2. September 2026 üblicherweise 15 bis 40 € pro Rad, also 60 bis 160 € für vier Räder

Rechenweg: 312 € Material + 60 bis 160 € Montage = rund 372 bis 472 € Gesamtkosten für einen neuen Satz Testsieger-Reifen. Modellrechnung der Redaktion mit Stichprobenpreisen, keine Prognose für ein bestimmtes Fahrzeug oder eine bestimmte Werkstatt.

Winterreifenpflicht in Deutschland: Diese Bußgelder drohen

Eine pauschale Winterreifenpflicht für einen festen Zeitraum kennt das deutsche Recht nicht. Stattdessen schreibt § 2 Absatz 3a der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) vor, dass Kraftfahrzeuge bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eisglätte oder Reifglätte nur fahren dürfen, wenn alle Räder mit Reifen ausgerüstet sind, die den Anforderungen des § 36 Absatz 4 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) genügen – in der Praxis Reifen mit dem Alpine-Symbol (Schneeflocke auf drei Bergspitzen). Reifen mit bloßer M+S-Kennzeichnung ohne Alpine-Symbol gelten seit dem 1. Oktober 2024 in Deutschland nicht mehr als zulässige Winterbereifung. Diese situative Pflicht gilt damit praktisch von den ersten Herbstfrösten bis zum Frühjahr, immer dann, wenn winterliche Straßenverhältnisse tatsächlich vorliegen.

Wer dagegen verstößt, haftet nach dem bundeseinheitlichen Bußgeldkatalog in der Regel selbst – nicht die Person, auf die das Fahrzeug zugelassen ist.

Verstoß Bußgeld Punkte in Flensburg
Fahrt ohne passende Winterbereifung 60 € 1
… mit Behinderung anderer 80 € 1
… mit Gefährdung anderer 100 € 1
… mit Unfall 120 € 1

Gilt für Deutschland. Quelle: Bußgeldkatalog-Verordnung, zusammengefasst nach Bußgeldkatalog.org, Stand des Abrufs: 30. Oktober 2026.

Der ADAC empfiehlt unabhängig vom Testergebnis, Winterreifen spätestens bei einer Profiltiefe von unter vier Millimetern zu ersetzen – deutlich vor der gesetzlichen Mindesttiefe von 1,6 Millimetern, die für alle Reifenarten gilt. Zusätzlich rät der Automobilclub, Winterreifen nicht länger als acht Jahre zu fahren, selbst wenn das Profil noch ausreicht, weil die Gummimischung mit der Zeit an Haftung verliert.

Checkliste: Ist dein Auto winterfest?

  • Profiltiefe mit einer Münze oder einem Profiltiefenmesser prüfen – unter 4 Millimetern spricht der ADAC eine Wechselempfehlung aus.
  • Herstellungsdatum auf der Reifenflanke ablesen (vierstellige DOT-Nummer, z. B. „2219″ für die 22. Woche 2019) – älter als acht Jahre gilt als Wechselgrund.
  • Vor dem Kauf die eigene Reifengröße am Fahrzeugschein oder auf der Reifenflanke prüfen, da Preise je nach Dimension stark schwanken.
  • Reifendruck nach Herstellerangabe einstellen – er sinkt bei Kälte zusätzlich ab.
  • Termin für die Montage frühzeitig buchen, da Werkstätten mit den ersten Frostnächten regelmäßig ausgebucht sind.

Häufige Fragen

Welche Winterreifen hat der ADAC 2026 empfohlen?

Für Kleinwagen (185/65 R15) schneidet der Continental WinterContact TS 870 mit der Gesamtnote 2,2 am besten ab, gefolgt vom Michelin Alpin 7 (2,5). Für die Mittelklasse (225/50 R17) gewinnt der Pirelli Cinturato Winter 3 (2,2) knapp vor dem Continental WinterContact TS 870 (2,3).

Wie viele der getesteten Reifen sind durchgefallen?

Von 32 getesteten Reifen werden 15 nicht empfohlen oder mit „mangelhaft“ bewertet – neun von 16 bei den Kleinwagenreifen, sechs von 16 bei den Mittelklassereifen.

Ab wann gilt in Deutschland die Winterreifenpflicht?

Es gibt keinen festen Kalenderzeitraum. § 2 Absatz 3a StVO schreibt passende Winterbereifung vor, sobald tatsächlich Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte herrschen – unabhängig vom Datum.

Was kostet es, mit falscher Bereifung erwischt zu werden?

Der einfache Verstoß kostet 60 Euro und einen Punkt in Flensburg. Mit Behinderung anderer steigt das Bußgeld auf 80 Euro, mit Gefährdung auf 100 Euro und nach einem Unfall auf 120 Euro – jeweils zusätzlich zu möglichen Schadensersatzforderungen.

Quellen und Stand

Recherche- und Datenstand: 30. Oktober 2026. Reifenpreise sind Stichproben eines Online-Reifenhändlers vom selben Tag und können abweichen.

Transparenz: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz recherchiert und formuliert und ist zur menschlichen redaktionellen Prüfung vorgesehen.

Kommentar schreiben