Ursprünglich sollte die Verlängerung 2026 enden – fast jeder fünfte Windows-PC in Deutschland läuft noch mit Version 10
Das Wichtigste in Kürze
- Microsoft verlängert das kostenlose Programm für Sicherheitsupdates (ESU) von Windows 10 für Privatnutzerinnen und -nutzer nach eigenen, am 30. Oktober 2026 abgerufenen Angaben bis zum 12. Oktober 2027 – ein Jahr länger als zuvor kommuniziert.
- Die Teilnahme ist kostenlos, wenn der PC mit einem Microsoft-Konto angemeldet bleibt. Wer das nicht möchte, zahlt einmalig 30 US-Dollar oder löst 1.000 Microsoft-Rewards-Punkte ein; eine Lizenz deckt bis zu zehn Geräte desselben Kontos ab.
- Laut Statcounter liefen im September 2026 noch 19,59 Prozent aller Windows-Installationen in Deutschland mit Windows 10, 79,83 Prozent bereits mit Windows 11.
- Für Windows 11 ist unter anderem ein TPM-2.0-Sicherheitschip Pflicht – viele ältere Windows-10-Rechner erfüllen diese Vorgabe nicht.
Microsoft hat die kostenlosen Sicherheitsupdates für Windows 10 nach eigenen, aktuell abgerufenen Angaben bis zum 12. Oktober 2027 verlängert. Millionen Rechner in Deutschland, die eigentlich bald ohne Schutz dastehen sollten, bekommen damit ein weiteres Jahr Zeit.
Der reguläre Support für Windows 10 (Version 22H2) war bereits am 14. Oktober 2025 ausgelaufen. Seitdem bietet Microsoft Privatpersonen ein sogenanntes ESU-Programm (Extended Security Updates) an, über das sicherheitsrelevante Updates weiterhin eingespielt werden können. Dieses Programm sollte ursprünglich Mitte Oktober 2026 enden – nach Angaben, die die Redaktion am 30. Oktober 2026 direkt auf der offiziellen deutschen Microsoft-Supportseite eingesehen hat, läuft es nun aber bis zum 12. Oktober 2027.
Was das ESU-Programm ist – und was sich ändert
ESU steht für Extended Security Updates, auf Deutsch etwa „erweiterte Sicherheitsupdates“. Das Programm schließt weiterhin kritische Sicherheitslücken in Windows 10, liefert aber keine neuen Funktionen und keinen technischen Support mehr. Ursprünglich war es für Privatpersonen auf ein Jahr angelegt, mit Fälligkeit im Oktober 2026. Auf ihrer aktuellen Supportseite nennt Microsoft nun den 12. Oktober 2027 als Enddatum für Privatkundinnen und -kunden. Wer bereits registriert ist, bleibt laut Microsoft automatisch bis zu diesem Datum abgedeckt; eine Neuanmeldung ist ebenfalls weiterhin möglich.
Der PC selbst funktioniert auch ohne ESU-Teilnahme weiter. Ohne gültige Abdeckung erhält er nach Ablauf des jeweiligen Zeitraums aber keine Sicherheitsupdates von Microsoft mehr – neu entdeckte Schwachstellen bleiben dann dauerhaft offen.
Anmeldung und Kosten im Überblick
Für die Teilnahme nennt Microsoft auf seiner Supportseite drei Wege. Sie unterscheiden sich vor allem darin, ob ein Microsoft-Konto dauerhaft mit dem PC verknüpft bleiben muss.
| Weg zur Teilnahme | Kosten | Bedingung |
|---|---|---|
| Anmeldung mit Microsoft-Konto | 0 € | Konto muss dauerhaft mit dem PC verbunden bleiben |
| Einlösung von Microsoft-Rewards-Punkten | 1.000 Punkte | Punktekonto bei Microsoft Rewards nötig |
| Einmalzahlung | 30 US-Dollar | bzw. Gegenwert in Landeswährung zzgl. Steuern |
Quelle: Microsoft, Supportseite „Extended Security Updates“, abgerufen am 30. Oktober 2026. Eine Lizenz deckt bis zu zehn Geräte desselben Microsoft-Kontos ab.
Im Europäischen Wirtschaftsraum, zu dem auch Deutschland zählt, war die erste ESU-Verlängerung bereits seit Herbst 2025 ohne Zusatzbedingungen kostenlos nutzbar – es genügte die Anmeldung mit einem Microsoft-Konto, ohne dass dafür etwa die PC-Einstellungen in der Cloud gesichert werden mussten. In anderen Märkten, etwa den USA, galten zunächst strengere Hürden für den kostenlosen Weg. Auf der aktuellen deutschen Supportseite nennt Microsoft für die nun laufende Verlängerung bis 2027 keine gesonderten Bedingungen mehr für den Europäischen Wirtschaftsraum – die kostenlose Kontoanmeldung steht demnach allen Nutzerinnen und Nutzern offen.
Warum Nutzer in der EU von Anfang an einen Sonderweg hatten
Als Microsoft das ESU-Programm für Privatpersonen im Jahr 2025 ankündigte, war die kostenlose Teilnahme zunächst an die Cloud-Sicherung der PC-Einstellungen über ein Microsoft-Konto geknüpft. Im Europäischen Wirtschaftsraum setzte sich im Herbst 2025 eine Variante ganz ohne diese Zusatzbedingung durch: Es reichte eine Anmeldung mit Microsoft-Konto, die alle 60 Tage bestehen bleiben musste. Diese Regelung bildete die Grundlage für die jetzige, noch einmal verlängerte Fassung des Programms.
Wie viele PCs in Deutschland noch mit Windows 10 laufen
Mehr als ein Jahr nach dem offiziellen Support-Ende ist Windows 10 in Deutschland noch immer weit verbreitet. Das Marktforschungsportal Statcounter, das monatlich Web-Zugriffe auswertet, weist für September 2026 folgende Verteilung der Windows-Versionen in Deutschland aus:
| Windows-Version | Marktanteil in Deutschland |
|---|---|
| Windows 11 | 79,83 % |
| Windows 10 | 19,59 % |
| Windows 7 | 0,27 % |
| Windows 8.1 | 0,19 % |
| Windows XP | 0,08 % |
| Windows Vista | 0,02 % |
Quelle: Statcounter, Windows-Versionsmarktanteil Desktop Deutschland, September 2026 (abgerufen am 30. Oktober 2026). Die Daten werten Website-Zugriffe aus und gelten laut Statcounter als Näherungswert, nicht als repräsentative Vollerhebung.
Fast jeder fünfte Windows-Rechner in Deutschland lief demnach auch ein knappes Jahr nach dem offiziellen Support-Ende noch mit Windows 10. Ohne die jetzt verlängerte ESU-Abdeckung wären diese Geräte seit Mitte Oktober 2026 ohne Sicherheitsupdates unterwegs gewesen.
Windows 11: Wer umsteigen kann – und wer nicht
Ein Grund dafür, dass so viele Rechner bei Windows 10 bleiben, liegt in den Mindestanforderungen von Windows 11. Microsoft nennt dafür unter anderem einen Sicherheitschip nach dem Standard TPM 2.0 sowie aktiviertes UEFI Secure Boot – Vorgaben, die vor allem ältere PCs häufig nicht erfüllen, selbst wenn Prozessor und Arbeitsspeicher an sich ausreichen würden.
Mindestanforderungen für Windows 11 laut Microsoft
- 64-Bit-Prozessor mit mindestens 1 GHz Takt und zwei Kernen
- 4 GB Arbeitsspeicher
- Laufwerk mit mindestens 64 GB freiem Speicher
- Sicherheitschip TPM, Version 2.0
- UEFI-Firmware mit aktiviertem Secure Boot
- Grafikkarte mit DirectX-12-Unterstützung und WDDM-2.0-Treiber
Wessen Rechner diese Anforderungen nicht erfüllt, hat im Kern drei Möglichkeiten: beim jetzt bis Oktober 2027 verlängerten, kostenlosen ESU-Weg bleiben, ein inoffizielles und von Microsoft nicht unterstütztes Umgehen der Hardware-Prüfung versuchen, oder mittelfristig in neue Hardware investieren, die Windows 11 offiziell unterstützt.
Praktische Checkliste für Windows-10-Nutzerinnen und -Nutzer
- Über die Windows-Sicherheitseinstellungen prüfen, ob für den eigenen PC bereits eine ESU-Anmeldung angeboten wird.
- Für die kostenlose Teilnahme ein Microsoft-Konto mit dem PC verbinden – eine lokale Anmeldung allein reicht nicht aus.
- Vor einem Neukauf prüfen, ob der vorhandene PC die Windows-11-Voraussetzungen erfüllt, insbesondere TPM 2.0 und Secure Boot.
- Die ESU-Verlängerung bis Oktober 2027 als zusätzliche Zeit verstehen, nicht als dauerhafte Lösung – Microsoft hat für danach bislang keine weitere Verlängerung angekündigt.
Häufige Fragen
Bis wann gibt es jetzt kostenlose Sicherheitsupdates für Windows 10?
Nach den aktuellen, am 30. Oktober 2026 abgerufenen Angaben von Microsoft läuft das ESU-Programm für Privatkundinnen und -kunden bis zum 12. Oktober 2027, sofern der PC mit einem Microsoft-Konto angemeldet bleibt.
Muss ich für die Verlängerung bezahlen?
Nicht zwingend. Kostenlos ist die Teilnahme bei Anmeldung mit einem Microsoft-Konto. Alternativ lassen sich 1.000 Microsoft-Rewards-Punkte einlösen oder einmalig 30 US-Dollar beziehungsweise der Gegenwert in Euro zahlen.
Warum läuft mein PC noch mit Windows 10, obwohl der Support schon 2025 endete?
Der reguläre, kostenlose Support ohne Zusatzprogramm endete am 14. Oktober 2025. Seitdem liefert ausschließlich das ESU-Programm weitere Sicherheitsupdates – ohne Anmeldung dazu erhält ein Windows-10-PC keine neuen Sicherheitsupdates mehr von Microsoft.
Muss ich jetzt einen neuen PC kaufen?
Nicht sofort. Die bis Oktober 2027 verlängerte ESU-Abdeckung verschafft zusätzliche Zeit. Wer ohnehin aufrüsten möchte, sollte vorher prüfen, ob der vorhandene Rechner die Windows-11-Mindestanforderungen wie TPM 2.0 erfüllt, um unnötige Neuanschaffungen zu vermeiden.
Nutzen Sie noch einen PC mit Windows 10 – und wie gehen Sie mit dem Support-Ende um? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen gerne in die Kommentare.
Quellen und Stand
- Microsoft: Extended Security Updates für Windows 10, abgerufen am 30. Oktober 2026.
- Microsoft: Windows-11-Spezifikationen und Mindestanforderungen, abgerufen am 30. Oktober 2026.
- Statcounter: Windows-Versionsmarktanteil Desktop, Deutschland, September 2026, abgerufen am 30. Oktober 2026.
Recherche- und Datenstand: 30. Oktober 2026.
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