Undichte Schläuche an der Vorderachse können die Bremsleistung mindern; vorgesehen ist ein Austausch in der Werkstatt
Das Wichtigste in Kürze
- Das KBA nennt 11.828 potenziell betroffene S-Klassen in Deutschland; die genaue Zuordnung muss für das einzelne Fahrzeug geklärt werden.
- Undichte Bremsschläuche an der Vorderachse können Bremsflüssigkeit verlieren und die Bremsleistung mindern.
- Die Aktion 4391103 sieht einen Austausch vor. Reparaturtermin und Hinweise zur weiteren Nutzung sind beim Vertragspartner zu erfragen.
Für bestimmte Mercedes-Benz S-Klassen führt das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) seit dem 23. Oktober 2026 einen Rückruf wegen möglicher Bremsprobleme. Die Bremsschläuche an der Vorderachse können undicht werden. Tritt Bremsflüssigkeit aus, könnte die Bremsleistung sinken. In Deutschland nennt das Amt 11.828 potenziell betroffene Fahrzeuge.
Die amtliche Rückrufdatenbank führt den Vorgang unter der Referenz 17121R. Der Rückrufcode von Mercedes-Benz lautet 4391103. Mit diesen beiden Kennungen lässt sich die Aktion beim Vertragspartner gezielt ansprechen. Wer eine S-Klasse aus dem genannten Produktionszeitraum besitzt, sollte dort die eigene Betroffenheit klären lassen.
Der Eintrag grenzt auf Baureihe 223 mit Luftfederung ein
Als Produktionszeitraum nennt das KBA den 5. Juni 2019 bis 28. November 2024. In der näheren Eingrenzung steht die S-Klasse der Baureihe 223 mit Luftfederung. Die Modellliste umfasst verschiedene Motorisierungen, darunter auch Mercedes-Maybach-Varianten und den Mercedes-AMG S 63 E Performance. Daraus folgt keine pauschale Betroffenheit aller S-Klassen oder sämtlicher Autos dieser Baujahre.
Weltweit beziffert der am 24. Oktober abgerufene KBA-Datenexport den potenziellen Umfang auf 215.231 Fahrzeuge. Die 11.828 Fahrzeuge in Deutschland sind darin die gesondert ausgewiesene nationale Angabe. Beide Zahlen beschreiben den möglichen Umfang der Rückrufaktion, keine Zahl bereits ausgefallener Bremsanlagen.
Auch nachfolgender Verkehr kann gefährdet werden
Der vom KBA beschriebene Mangel betrifft die Dichtheit der vorderen Bremsschläuche. Neben der möglicherweise verminderten Bremsleistung des betroffenen Autos nennt die Behörde eine weitere Folge: Bremsflüssigkeit auf der Straße gefährdet den nachfolgenden Verkehr. Der Rückruf ist damit mehr als eine Komfortkorrektur.
Als Abhilfe steht im KBA-Eintrag der Austausch der Bremsschläuche an der Vorderachse. Bekannte Vorfälle mit Sach- oder Personenschäden sind dort als „nicht bekannt“ vermerkt. Das ist der dokumentierte Kenntnisstand dieser Meldung, keine Zusicherung, dass ein Schaden ausgeschlossen wäre. Beim Feld zur Überwachung führt der Export die Aktion als „in Untersuchung“.
Mit Rückrufcode und Fahrzeugdaten beim Vertragspartner nachfragen
Das KBA verweist für diese Aktion auf den Fahrzeughersteller oder eine Vertragswerkstatt. Als Herstelleradresse nennt es die Mercedes-Benz-Seite für Rückruf- und Serviceaktionen. Für eine konkrete Anfrage sollten Fahrzeug-Identifizierungsnummer und vorhandene Rückrufunterlagen bereitliegen. Der Modellname allein beantwortet nicht, ob am einzelnen Fahrzeug noch eine Maßnahme offen ist.
- Zuordnung klären: Nach der Aktion 4391103 beziehungsweise KBA 17121R fragen und das konkrete Fahrzeug prüfen lassen.
- Ablauf abstimmen: Termin, Ersatzteilverfügbarkeit und voraussichtliche Dauer mit der Werkstatt besprechen.
- Nutzung ausdrücklich ansprechen: Nach den für das eigene Fahrzeug geltenden Sicherheitshinweisen bis zur Reparatur fragen.
Der ausgewertete KBA-Eintrag nennt keine Reparaturdauer und enthält keine pauschale Freigabe für die Weiterfahrt. Aus dem Fehlen einer solchen Angabe lässt sich keine Entwarnung ableiten. Individuelle Hinweise aus einem Herstellerschreiben bleiben deshalb entscheidend.
Der ADAC empfiehlt bei einer Rückrufaufforderung, baldmöglichst einen Werkstatttermin zu vereinbaren. Besteht bei einem gebraucht gekauften Auto der Verdacht auf eine unerledigte Aktion, kann der Vertragspartner laut Club den Stand über eine zentrale Datenbank prüfen. Eine frühere Reparatur oder ein Besitzerwechsel sollte daher bei der Anfrage genannt werden.
Wie unterschiedlich vorläufige Maßnahmen bei Sicherheitsaktionen ausfallen können, zeigt auch der NETZ-TRENDS-Beitrag zum Batterie-Rückruf von Volkswagen und Cupra. Die dortige Ladebegrenzung betrifft einen anderen Defekt und ist keine Anweisung für die Mercedes-Aktion.
Häufige Fragen
Ist jede S-Klasse aus dem genannten Zeitraum betroffen?
Das lässt sich aus der Modellbezeichnung nicht ableiten. Der KBA-Eintrag grenzt auf die Baureihe 223 mit Luftfederung ein. Ob eine Maßnahme am eigenen Auto offen ist, muss der Vertragspartner klären.
Belegt die Zahl 11.828 bereits eingetretene Bremsdefekte?
Nein. Sie bezeichnet den potenziellen Umfang der Aktion in Deutschland. Bekannte Sach- oder Personenschäden sind in der ausgewerteten Meldung nicht verzeichnet.
Konnten Sie offene Rückrufaktionen für Ihr Fahrzeug beim Vertragspartner unkompliziert klären? Schreiben Sie uns Ihre Meinung gerne in die Kommentare.
Quellen und Stand
- Kraftfahrt-Bundesamt: Rückrufdatenbank, Eintrag 17121R, Herstelleraktion 4391103, veröffentlicht am 23. Oktober 2026; Datenexport im Lauf abgerufen.
- Mercedes-Benz Deutschland: Rückruf- und Serviceaktionen, vom KBA angegebener Kontaktweg.
- ADAC: Ihre Rechte bei Rückruf und Produkthaftung, 30. Oktober 2025, allgemeine Hinweise zum Ablauf.
Recherche- und Datenstand: 24. Oktober 2026. Maßgeblich für das einzelne Fahrzeug ist die Auskunft des Herstellers beziehungsweise des Vertragspartners.
Transparenz: KI-Unterstützung
Transparenzhinweis: Bei Recherche, Strukturierung und Erstellung dieses Beitrags kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die verwendeten Quellen sind im Artikel aufgeführt. Die Veröffentlichung erfolgt erst nach manueller redaktioneller Freigabe.