Britax Römer kündigt Rückruf an, Axkid stellt den Verkauf ein – nach Angaben des ADAC. Drei Sitze von Online-Plattformen fielen durch.
Das Wichtigste in Kürze
- Der ADAC hat 16 Kindersitze getestet: sieben erhielten die Note „gut“, fünf „befriedigend“, zwei „ausreichend“ und zwei „mangelhaft“.
- Durchgefallen sind nach Angaben des ADAC der Britax Römer Baby-Safe Pro mit Vario Base 5Z und der Axkid Minikid Core, jeweils im Frontalcrash.
- Britax Römer hat laut ADAC einen freiwilligen Rückruf angekündigt, Axkid den Verkauf eingestellt und einen kostenlosen Austausch angeboten.
- Die Preise der getesteten Sitze reichen laut ADAC von 65 bis 570 Euro.
Von 16 Kindersitzen im ADAC-Test haben nur sieben die Note „gut“ erreicht, zwei sind im Frontalcrash durchgefallen. Wer einen der beiden Sitze besitzt, sollte nach den Hinweisen des ADAC jetzt handeln.
Der ADAC hat die Ergebnisse seines Kindersitztests Herbst 2026 am 20. Oktober veröffentlicht. Getestet wurden Babyschalen, Kleinkindsitze und Sitzerhöhungen.
Dieser Beitrag fasst zusammen, was der ADAC ermittelt hat, was Eltern bei den beiden durchgefallenen Modellen beachten sollten und worauf es beim Kauf ankommt. Die Bewertungen stammen vom ADAC, nicht von NETZ-TRENDS.
Die Ergebnisse im Überblick
Laut ADAC-Testbericht wurden 16 Sitze mit Preisen von 65 bis 570 Euro geprüft. Sieben bekamen „gut“, fünf „befriedigend“, zwei „ausreichend“ und zwei „mangelhaft“.
Die beste Note im Text des ADAC erhielt mit 2,1 die Babyschale Maxi-Cosi Coral Slide Pro mit der Isofix-Basis FamilyFix Slide Pro. Sie ist mit 570 Euro auch das teuerste Modell. Die Cybex Cloud G3 und die Joie i-Gemm 3 folgten mit je 2,2.
Bei den Sitzerhöhungen fielen die Noten schwächer aus. Die Lionelo Neal i-Size kam laut ADAC auf 3,5, die Joie i-Provo auf 3,6; bei ihr nennt der ADAC eine Schwäche im Seitenaufprall.
| Modell | Typ | Preis laut ADAC | ADAC-Note |
|---|---|---|---|
| Maxi-Cosi Coral Slide Pro + FamilyFix Slide Pro | Babyschale | 570 € | 2,1 (gut) |
| Cybex Cloud G3 + Base G3 | Babyschale | 460 € | 2,2 (gut) |
| Joie i-Gemm 3 + i-Base Encore | Babyschale | 330 € | 2,2 (gut) |
| Recaro Toron 1 | Sitz ab Geburt | 550 € | 2,3 (gut) |
| Cybex Sirona G3 + Base G3 | Kleinkindsitz | 500 € | 2,5 (gut) |
| Maxi-Cosi MobiFix Pro | Reboarder | 550 € | 2,5 (gut) |
| Lionelo Neal i-Size | Sitzerhöhung | 100 € | 3,5 (befriedigend) |
| Joie i-Provo | Sitzerhöhung | 65 € | 3,6 (ausreichend) |
| Axkid Minikid Core | Kindersitz | 400 € | 5,5 (mangelhaft) |
| Britax Römer Baby-Safe Pro + Vario Base 5Z | Babyschale | 535 € | mangelhaft |
Ein hoher Preis garantiert nach diesen Zahlen keine gute Note: Die Joie i-Gemm 3 erreichte mit 330 Euro dieselbe Note wie die Cybex Cloud G3 für 460 Euro. Umgekehrt kostet der durchgefallene Britax Römer 535 Euro.
Zwei Sitze fallen im Frontalcrash durch
Beim Britax Römer Baby-Safe Pro mit Vario Base 5Z öffnete sich nach Angaben des ADAC im Frontalcrash in Liegeposition das Gurtschloss, der Prüfdummy wurde herausgeschleudert. Der ADAC bewertet ihn mit „mangelhaft“.
Der Hersteller hat laut ADAC einen freiwilligen Rückruf angekündigt. Er betrifft Sitze mit Herstellungsdatum vom 26. Dezember 2025 bis 30. September 2026. Bis dahin sollen Eltern den Sitz nur aufrecht verwenden oder die Schale ohne Basis mit dem Dreipunktgurt sichern.
Beim Axkid Minikid Core bewegte sich der Sitz im Frontalcrash nach vorn, der Stützfuß wurde eingedrückt, die Schale brach am Gurtschloss. Das Gurtschloss riss laut ADAC aus der Schale. Die Note: 5,5, „mangelhaft“.
Im Bezugsstoff fand der ADAC außerdem Flammschutzmittel, die im Verdacht stehen, Krebs zu begünstigen. Axkid hat den Verkauf nach Angaben des ADAC eingestellt und bietet einen kostenlosen Austausch gegen den Axkid Minikid 4 Pro an.
Beide Modelle erfüllen nach Darstellung des ADAC die gesetzlichen Anforderungen. Der Test geht darüber hinaus und simuliert höhere Kräfte als die Zulassungsprüfung nach der Norm UN R129. Den Hinweis zu den beiden Sitzen hatte der ADAC bereits am 13. Oktober vorab veröffentlicht.
So hat der ADAC getestet
Die Gesamtnote setzt sich laut ADAC aus vier Bereichen zusammen: Sicherheit mit 50 Prozent, Bedienung mit 40 Prozent und Ergonomie mit 10 Prozent. Hinzu kommt die Schadstoffprüfung, etwa auf Flammschutzmittel, Weichmacher und seit 2025 auf PFAS.
Fällt die Schadstoffnote schlechter als „gut“ aus, führt das zur Abwertung im Gesamturteil; „mangelhaft“ schlägt voll durch. Der ADAC weist außerdem darauf hin, dass Ergebnisse von 2020 bis 2024 wegen strengerer Methodik nicht direkt mit denen ab 2025 vergleichbar sind.
Sitze von Online-Plattformen
In einem Zusatztest crashte der ADAC drei Sitze von Plattformen außerhalb Europas. Keiner erfüllte die Anforderungen. Zwei hatten laut ADAC keine Zulassung nach UN R129 und dürfen nicht zur Kindersicherung im Auto genutzt werden.
Welche Modelle das waren, nennt der ADAC im Text nicht. Ein sehr niedriger Preis bei einem unbekannten Anbieter ist deshalb ein Anlass, die Zulassung zu prüfen, bevor der Sitz im Auto landet.
Worauf es beim Kauf ankommt
Der ADAC gibt in seinem Bericht mehrere Hinweise. Sie gelten unabhängig davon, welches Modell am Ende im Auto landet.
Checkliste vor dem Kindersitzkauf
- Sitz und Isofix-Basis möglichst zusammen kaufen, denn nicht jede Basis passt zu jedem Sitz.
- Fahrzeugfreigabe prüfen: i-Size und die Typliste des Herstellers zeigen, ob der Sitz im eigenen Auto zugelassen ist.
- Sitz vor dem Kauf möglichst im eigenen Auto und mit dem Kind ausprobieren.
- Kinder unter 15 Monaten nur entgegen der Fahrtrichtung sichern.
- Dicke Winterjacken im Auto ausziehen und die Gurte straff anlegen.
- Bei einem vorhandenen Sitz Hersteller und Modell mit den Rückrufhinweisen abgleichen.
Der letzte Punkt ist die direkte Folge aus dem Test: Wer einen Britax Römer Baby-Safe Pro mit Vario Base 5Z oder einen Axkid Minikid Core nutzt, findet die Hinweise zu Rückruf und Austausch bei den Herstellern. Die Modellbezeichnung steht auf dem Sitz.
Häufige Fragen
Welche Sitze sind im ADAC-Test durchgefallen?
Nach Angaben des ADAC der Britax Römer Baby-Safe Pro mit Vario Base 5Z und der Axkid Minikid Core, beide mit „mangelhaft“ im Frontalcrash.
Was sollen Eltern mit dem Britax Römer tun?
Laut ADAC hat der Hersteller einen Rückruf für Sitze mit Herstellungsdatum vom 26. Dezember 2025 bis 30. September 2026 angekündigt. Bis dahin soll der Sitz nur aufrecht genutzt oder die Schale ohne Basis mit dem Dreipunktgurt gesichert werden.
Gibt es Ersatz für den Axkid Minikid Core?
Axkid hat den Verkauf nach Angaben des ADAC eingestellt und bietet einen kostenlosen Austausch gegen den Axkid Minikid 4 Pro an.
Sind teure Sitze automatisch besser?
Nach den Zahlen im Test nicht. Die Joie i-Gemm 3 für 330 Euro erreichte die Note 2,2, wie die Cybex Cloud G3 für 460 Euro. Der durchgefallene Britax Römer kostet laut ADAC 535 Euro.
Welchen Kindersitz nutzen Sie, und worauf haben Sie beim Kauf geachtet? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen gerne in die Kommentare.
Quellen
- ADAC: ADAC Kindersitztest 2026: Nicht jeder Sitz schützt Kinder zuverlässig, veröffentlicht am 20. Oktober 2026, abgerufen am 23. Oktober 2026
- ADAC: Kindersitztest Herbst 2026: Der ADAC warnt vor diesen Sitzen, Meldung vom 13. Oktober 2026
Transparenzhinweis: Bei Recherche, Strukturierung und Erstellung dieses Beitrags kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die verwendeten Quellen sind im Artikel aufgeführt. Die Veröffentlichung erfolgt erst nach manueller redaktioneller Freigabe.