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Oh nee!!! ‚Titanic‘ mokiert sich über Twitter wegen Löschung Fake-Tweets zu Beatrix von Storch

Auch der DJV mokiert sich wegen Account-Sperrung von Titanic. Bild: Screenshot DJV auf Twitter.

Satire darf alles? Von wegen sagte Twitter und löschte Fake-Tweets des Magazins Titanic. Grund: Die Tweets gaben vor, als seien sie von der bekannten AfD-Politikerin Beatrix von Storch selbst verfasst worden.

Da in Deutschland seit kurzem auf Grund einer mehrheitlich von SPD, CDU und CSU beschlossenen Zensur-Regel nichts mehr in Social Media Foren gepostet werden darf, was keinen Weichspülcharakter hat, löschen Twitter und Facebook derzeit wahrscheinlich auch automatisiert schätzungsweise Tausende Postings oder sperren gleiche ganze Accounts.

Nachdem es am Montag den Twitter-Account von AfD-Politikerin Beatrix von Storch traf, muss heute das Magazin ‚Titanic‘ dran glauben.

Derweil schreibt der öffentlich-rechtlich über Zwangsgebühren finanzierte Deutschlandfunk, wonach Titanic-Chefredakteur Tim Wolff in der Löschung der Fake-Tweets seines Magazins zu von Storch "eine Verletzung der Meinungs- und Kunstfreiheit" sehe. [1]

Grund: Man habe die Tweets, welche nur vorgeblich von der AfD-Politikerin Beatrix von Storch stammen sollten, ja nur "satirisch" gemeint.

Weiter schreibt Deutschlandfunk in dem Onlineartikel:

"Wolff sagte im Deutschlandfunk, Plattformen wie Twitter und Facebook hätten eine zu große Macht, wenn sie einen einfach ‚komplett abschalten‘ könnten. Das habe es bei Print und Funk früher nicht gegeben und lasse sich mit Meinungs- und Kunstfreiheit nur schwer verbinden. Dass eine Parodie mit etwas Ernstgemeintem verwechselt werde, überrasche ihn." [1f]

Auch der DJV heult auf

Flankenschutz erhält Titanic von der Journalisten-Gewerkschaft "Deutscher Journalistenverband". So schrieb ein Mitarbeiter des DJV auf Twitter: "Die Zensur gegen @titanic muss sofort beendet werden. Schon mal was von #Pressefreiheit gehört?" [2]

Zudem postete die Gewerkschaft eine Pressemitteilung:

"Der Deutsche Journalisten-Verband fordert von den Verantwortlichen des Kurznachrichtendienstes Twitter, jegliche Form von Zensur gegenüber dem Satiremagazin Titanic sofort zu beenden.

Twitter hatte zuvor einen satirischen Titanic-Tweet gegen die AfD-Politikerin Beatrix von Storch gelöscht und den Account des Magazins zunächst geblockt. Titanic habe gegen die Regeln von Twitter verstoßen. DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall kritisiert die Zensur als ‚vorauseilenden Gehorsam, um mögliche Geldstrafen nach dem NetzDG zu verhindern‘. Die Social Media-Verantwortlichen hätten mit ihrem Vorgehen massiv in die Pressefreiheit eingegriffen.

‚Mit der Zensur gegen Titanic ist genau das eingetreten, wovor wir schon im Gesetzgebungsverfahren gewarnt haben‘, so Überall: ‚Ein privatwirtschaftliches Unternehmen mit Sitz in den USA bestimmt darüber, wie weit Presse- und Meinungsfreiheit in Deutschland reicht. Das ist der Ausverkauf von Grundrechten!‘ Der DJV-Vorsitzende sieht vor dem aktuellen Titanic-Hintergrund alle Voraussetzungen erfüllt, damit der Bundestag das NetzDG sofort lösche. Überall: ‚Das wäre dann mal eine sinnvolle Löschung'." [3]

Was der DJV in dieser Pressemitteilung nicht sagt: Klar löscht Twitter lieber, statt Strafen in Höhe von vielen Millionen Euro zu riskieren. Zudem waren es ja die Massenmedien die über Monate hinweg behaupteten, auf Twitter und Facebook würden primär und dominierend Hass-Postings veröffentlicht. Erst daraufhin wurde der Bundestag mit seinem Zensur-Gesetz aktiv.

Einzelnachweise

(1) Streit um Meinungs- und Kunstfreiheit: "Titanic" gegen Twitter, von cvo/jcs, auf: Deutschlandradio.de vom 3. Januar 2018.

(2) Die Zensur gegen @titanic muss sofort beendet werden. Schon mal was von #Pressefreiheit gehört?, Tweet auf

(3) Der Deutsche Journalisten-Verband fordert von den Verantwortlichen des Kurznachrichtendienstes Twitter, jegliche Form von Zensur gegenüber dem Satiremagazin Titanic sofort zu beenden, Pressemitteilung des DJV Deutschen Journalistenverbandes vom 3. Januar 2018.

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