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Boeing 777-200F (D-AALA) der AeroLogic am 2. Juni 2009 auf dem Flughafen Leipzig/Halle, die erste Maschine dieses Typs mit einer Betriebsgenehmigung vom Luftfahrt-Bundesamt. Foto: wikipedia.org

Vor wenigen Tagen veröffentlichte der Flughafenverband ADV (Arbeitsgemeinschaft deutscher Verkehrsflughäfen) die endgültige Verkehrszahlen-Statistik für die Verkehrsflughäfen in Deutschland für das Jahr 2016.

Zum wiederholten Male gab es am Flughafen Leipzig/Halle einen signifikanten Rückgang der Passagierzahlen mit -5,5% auf nur noch 2.189.804 Passagiere. Damit ‚schaffte‘ es der Flughafen Leipzig/Halle in der Verkehrsentwicklung lt. ADV lediglich auf den 19. Platz unter 22 deutschen Verkehrsflughäfen. Aber immerhin sind das noch ca. 50.000 Passagiere mehr als im Jahre 2005. Allerdings wurden da alle Flüge ausschließlich über die Nordbahn abgewickelt, da sich die SLB Süd im Neubau befand.

Verkehrsentwicklung am Flughafen eher ein Flop

Eine noch schlechtere Verkehrsentwicklung als am Airport Leipzig/Halle gab es in 2016 nur noch am Bodensee-Airport Friedrichshafen, gefolgt vom Flughafen Cuxhaven-Nordholz und dem Flughafen Paderborn-Lippstadt, der es gerade einmal auf 703.300 Passagieren schaffte. Der Flughafen in Paderborn-Lippstadt ist aber auch bedeutend kleiner wie der einstige hoffnungsvoll als "Interkontinental-Flughafen" verkaufte Provinz-Flughafen LEJ. Hier wurden in den letzten Jahren über zwei Milliarden Euro an Steuergeldern versenkt. Flughafen-Experten gehen übrigens davon aus, dass ein Minimum von 4 bis 5 Millionen Passagiere notwendig sind, um einen Flughafen überhaupt wirtschaftlich betreiben zu können.

Eine eklatante Wettbewerbsverzerrung zugunsten von DHL

Doch bei der umgeschlagenen Luftfracht sieht das Bild schon anders aus. Da wird ein „Rekord“ nach dem anderen gebrochen. In 2016 wurde erstmals die Marke von 1 Mio. Tonnen Luftfracht überschritten. Das aber hat auch seinen Grund: An keinem stadtnahen Flughafen in Europa gibt es eine absolut uneingeschränkte Nachtflugerlaubnis für Fracht- und Militärflugzeuge. Egal welches Baujahr, egal wie laut! Alles darf in Leipzig/Halle nachts landen und starten! Nicht einmal Nachtzuschläge bei den Start- und Landeentgelten werden erhoben. Alles zum Schutze von DHL! Damit findet eine eklatante Wettbewerbsverzerrung zugunsten von DHL in Leipzig/Halle gegenüber seinen Wettbewerbern statt. Dieser Wettbewerbsvorteil geht aber zu Lasten der Gesundheit von 1,7 Millionen Menschen im Großraum Leipzig-Halle-Merseburg.

Gesundheitsschutz muss Vorrang vor Wirtschaftsinteressen haben

Seit über 10 Jahren kämpft die Bürgerinitiative IG Nachtflugverbot Leipzig/Halle e.V. für Lärm- und Gesundheitsschutz für über 1,7 Mio. vom Nachtfluglärm betroffene Menschen zwischen Leipzig, Halle und Merseburg.

Dei Initiative fordert das sächsische Staatsministerium für Wirtschaft und Verkehr als Genehmigungsbehörde des Verkehrsflughafens Leipzig/Halle auf, sich endlich für aktiven Schallschutz einzusetzen:

  1. Lärm- und Gesundheitsschutz müssen Vorrang vor fragwürdigen wirtschaftlichen Interessen haben; die Nachtflugerlaubnis muss signifikant beschränkt werden, wie es an anderen Flughäfen längst üblich ist, s. Forderungen aus §29b LuftVG,
  2. Ausschluss von besonders lauten Fluggerät im Nachtflugbetrieb,
  3. Schluss mit dem Umweltdumping!; spürbare Erhöhung der Landeentgelte, Einführung von Nachtzuschlägen, Emissionsabhängige Landeentgelte, Einteilung der Flugzeugtypen in Lärmklassen,
  4. Einsetzung eines unabhängigen Lärmschutzbeauftragten,
  5. Mehr passiver Lärmschutz als nur Schallschutzfenster - wenn überhaupt - damit der infernalische Nachtfluglärm nicht ins Schlafzimmer kommt und Einbau von Lüftungsgeräten, die der DIN 1946-6 entsprechen, statt der reinen Zulüfter, die bisher verbaut wurden, siehe auch am Flughafen BER.

Die Prognosen von 2008 nwurden nie erreicht

Abschließend unten noch ein typisches Beispiel einer mehr als danebengelegenen "Prognose" bzw. gravierenden Fehleinschätzung durch Behörden, Planer, Gutachter und Flughafen Leipzig/Halle. Die Zeche zahlen die Steuerzahler.

ENTSCHEIDUNG DER KOMMISSION vom 23.VII.2008 über Maßnahmen Deutschlands zugunsten von DHL und Flughafen Leipzig/Halle:

„Die von Deutschland vorgelegten Zahlen belegen eindeutig, dass der Flughafen in seiner heutigen Form den erwarteten Anstieg des Passagier- und Frachtverkehrs nicht bewältigen kann. Wie oben ausgeführt, wird für den Flughafen während der Nutzungsdauer der neuen Südbahn ein allmählicher aber bedeutender Anstieg der Passagierzahlen und des Frachtvolumens prognostiziert. Im Jahr 2006 lag das Passagieraufkommen bei 2,3 Millionen Fluggästen und Schätzungen zufolge wird diese Zahl 2010 auf 6 - 7 Millionen angestiegen sein. Auch für den Frachtverkehr wird ein Anstieg vorausgesagt, vor allem angesichts weiterer Nachtflugbeschränkungen an anderen deutschen Flughäfen (Frankfurt/Main, Köln/Bonn u. a.)“ (Quelle: EU- Dokument C 48/2006 (ex N 227/2006))


Dies ist eine Presseveröffentlichung des IG Nachtflugverbot Leipzig/Halle e.V.:

V.i.S.d.P.: Thomas Pohl
IG Nachtflugverbot Leipzig/Halle e.V.
www.Nachtflugverbot-Leipzig.de
Kontakt: info@nachtflugverbot-leipzig.de

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