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Global Forest Watch (GFW): Neuer Online-Waldsterben-Alarm

23.02.2014

Der online basierte Dienst Global Forest Watch bietet nun die Möglichkeit online die Veränderungen der Wälder, auch des Waldsterbens ("forest loss"), zu beobachten.

Global Forest Watch wurde von mehr als 40 Organisationen - darunter dem World Resources Institute, Google sowie dem UN Environment Programme initiiert. Global Forest Watch ist eine "mapping application" welche in Echtzeit verlässliche Daten und Bilder rund um den Zustand der Wälder dieser Erde zeigt. Zum Einsatz kommen dabei die Möglichkeiten der Satelliten-Überwachung.

Dr. Andrew Steer, Präsident und CEO des World Resources Institute (WRI) sagt: "Von heute an können wir klar sagen, wo die Waldzerstörung weiter zu nimmt und wo es sich zum positiven entwickelt".

Alleine in den Jahren 2000 bis 2012 hat die Welt minütlich rund 50 Fußballfelder umfassende Gebiete an Wald unwiederbringlich verloren. Dieses entspricht einem Umfang von 2.3 Millionen Quadratkilometer - mehr als Deutschland an Fläche aufweist. Das teilten nun die University of Maryland und Google mit. Am dramatischten ist das Waldsterben - sowohl auf Grund von Umweltverschmutzung, als auch auf Grund von industrieller Rodung - in Ländern wie Russland, Brasilien, Kanada, den USA oder in Indonesien.

Rebecca Moore, Managerin bei Google Earth Outreach und Earth Engine, sagte, wonach Global Forest Watch ein ambitioniertes Projekt sei, das sich auch zum Ziel genommen habe, sowohl der Wissenschaft wie Politik verlässliche Daten zu liefern. Hierfür komme auch eine "high-performance Google cloud technology" zum Einsatz.

Grundsätzlich versteht sich Global Forest Watch als ein offenes Projekt, indem beispielsweise Kommunen auch Fotos oder Texte hochladen können, sollten erhebliche Umweltzerstörungen oder Veränderungen an den Wäldern bedingt durch Umwelteinflüsse oder menschliche Einflüsse bemerkbar sein. In solchen Fällen können dann sogenannten "forest loss alerts" abonniert werden.

Doch ist es Anliegen von Global Forest Watch nicht nur aus Umweltschutzgründen die Waldbestände dieses Globusses besser zu beobachten. Vielmehr gibt es zusätzlich auch industrielle Zielgruppen, die mit dem Roden von Wald Milliarden Umsätze generieren möchten. Hierzu gehört zum Beispiel die Palmöl-Industrie, aber auch die klassische Bauholz-Industrie (timber). Möglich ist es aber auch, dass Konzerne anhand der unabhängigen Satellitenaufnahmen belegen, dass sie abgerodeten Wald wieder aufgeforstet haben - also letztlich das Geschäft mit dem Wald als Nullsummenspiel betreiben - man spricht in diesem Fall von einem "deforestation free" Verhalten.

Waldbestände managen ist große Herausforderung

Hierzu äußerte sich Achim Steiner, UN Under Secretary-General und Executive Director der United Nations Environment Programme (UNEP) mit den folgenden Worten: "Die Waldbestände der Welt zu managen ist heute sowohl eine lokale wie globale Herausforderung. Die technologischen Innovationen haben es nun möglich gemacht, dass über Programme wie den Global Forest Watch nicht nur Bilder und Belege mit Menschen weltweit zu verbinden, sondern ein Band zu knüpfen, das Wald-Manager, Business-Leute sowohl aus dem öffentlichen wie privaten Sektor und Konsumenten weltweit miteinander verbindet".

Das Projekt Global Forest Watch sei ein sehr guter Beleg, wie bahnbrechende Technik und Umweltschutz in Pionierarbeit zusammengebracht werden könnten. Positiv zum neuen satellitengestützten Waldbeobachtungsprogramm Global Forest Watch haben sich bereits die Regierungen von Indonesien oder dem Kongo (Democratic Republic of Congo) geäußert. Das onlinegestützte Projekt helfe der Welt, die selbst gesteckten Ziele des weltweiten Umweltschutzes besser zu verfolgen und einzuhalten. Hierzu gehörten sowohl die Senkung von schädlichen Emissionen wie generell die Begrenzung der Waldrodung ("reducing emissions caused by deforestation and forest degradation"). Im Blick soll aber auch Waldverlust sein, der beispielsweise durch Waldbrände entsteht.

So hatte bereits Indonesien angekündigt, wonach man daran arbeite, seine "greenhouse gas emissions" um 26 % zu reduzieren. Dabei bestünde sogar die Bereitschaft die Treibhausgase um 41 % in Indonesien zu reduzieren, sofern es internationale Hilfe dabei gebe.

Jährlich und monatlich gibt es nun Waldsterbe-Berichte

Künftig kann Dank des Global Forest Watch ein jährlicher Bericht über den weltweiten Waldverlust für jedermann heruntergeladen werden - bis zu einer Einheit von 30 Metern Waldverlust. Die Berichte sollen durch monatliche Auswertungen ergänzt werden - und zwar bis zu einem Waldverlustgröße von 500 Metern.

Dass auch einige in der Industrie das jetzige satelliten- und internetgestützte globale Waldbeobachtungssystem gutheißen, zeigt Nahrungsmittelkonzern Unilever. So sagte der Unilever-CEO, wonach "Unilever einen nachhaltigen Plan zur Erhaltung der natürlichen Ressourcen der Welt" habe. Hierfür würde man zu 100 % darauf achten, dass alle eingekauften landwirtschaftlichen Produkte ausschließlich aus nachhaltig angebauten und abgebauten Ressourcen stammten ("agricultural raw materials sustainably").

Das Global Forest Watch wurde unter Federführung des "World Resources Institute" initiiert gemeinsam mit 40 Partnern - darunter sind Google, Esri, University of Maryland, United Nations Environment Programme, Imazon, Center for Global Development, Observatoire Satellital des Forêts d’Afrique Centrale, Global Forest Watch Canada, ScanEx, Transparent World, the Jane Goodall Institute oder Vizzuality. Gleichzeitig wird das Programm auch von Lebensmittel-Konzernen wie Unilever oder Nestle gefördert.

Als Co-Unterstützer stehen dem Programm Global Forest Watch zudem zur Seite: Die Norwegian Climate and Forests Initiative, die U.S. Agency for International Development, die Global Environment Facility, das U.K. Department for International Development oder der Tilia Fund.

Als Land tut sich zudem Kanada in dem Global Forest Watch-Programm positiv hervor und hat sogar ein eigenes Subprojekt aufgelegt und zwar unter dem Namen "Global Forest Watch Canada". Der Verantwortlich hierfür, Peter Lee, sagte: "Canada has nearly 400 million hectares of forest cover – in all, 10% of the world’s forest cover and 30% of the world’s boreal forest. In fact, Canada’s boreal forest is one of the largest and most ecologically significant ecosystems on the planet. Forestry is an important component of our country’s economy and generates 236,000 direct jobs, and for about 200 communities across Canada the forest sector makes up at least 50% of the economic base. Canada’s forests are also home to Indigenous peoples".

All dieses seien Gründe, weshalb nun weltweit noch mehr als bislang zum Erhalt der Wälder dieses Planeten unternommen werden müssten. Weitere Infos: www.globalforestwatch.org



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