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Der MLP-Vertriebspartner Clerical Medical steht zunehmend in der Kritik. screenshot clerical medical homepage / netztrends
18.09.2012

Der Versicherungspartner von MLP, Clerical Medical (u.a. Wealthmaster Basisrente / Britische Lebensversicherung), hat schon wieder vor Gericht verloren. So erreichte eine Anwaltskanzlei, dass Clerical Medical einem Kapitalanleger Schadenersatz bezahlen muss sowie den entgangenen Gewinn. Immer wieder gerät auch MLP wegen solcher Gerichtsurteile negativ ins Gespräch bei Anlegern, die über MLP beispielsweise eine Clerical Medical Versicherung (Police) vermittelt bekommen haben. Kunden, die über MLP eine Wealthmaster Basisrente abgeschlossen haben, werden bei Nachfragen auch an Mitarbeiter der Heidelberger Leben verwiesen, die wohl in irgendeinem Zusammenhang mit der MLP steht.

Dass nun mit dem neuen Urteil des Landgerichts Ulm gegen die Clerical Medical auch wieder die MLP ins Gespräch kommt, hängt damit zusammen, dass noch vor wenigen Jahren MLP-Berater beispielsweise für die Rürup Rente (Wealthmaster Basisrente) in Zusammenhang mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung Renditen von "leicht bis zu acht Prozent" (O-Ton MLP-Versicherungsberater) versprachen, berichten Kunden netz-trends.de. Doch aus den acht Prozent wurde in den ersten vier Jahren der Anlage ein Minusgeschäft, schildert ein Betroffener:

"Von 5000 Euro Anlagesumme wurden mir nach meinen Berechnungen in den ersten vier Jahren über 4000 Euro an Kosten abgezogen. Für mich sind also die ersten vier bis fünf Jahre Altersvorsorge-Ansparung komplett für den Papierkorb gewesen. Denn gerade die ersten Anlagejahre sind die wertvollsten. Das wurde mir aber nie so erklärt. Der klägliche Rest meiner 5000 Euro überwiesenen Altersvorsorge war so miserabel vom MLP-Partner Clerical Medical angelegt worden, dass sich mein eingesetztes Kapital nicht nur nicht verzinste, sondern unterirdisch miserabel abschnitt. Ich fühle mich betrogen."

Obendrein verärgert den MLP-Kunden, dass der MLP-Versicherungspartner Clerical Medical "in keinem Jahr eine ordentliche Aufstellung machte über das in den Jahren einbezahlte Kapital, die abgezogenen Kosten und die Verzinsung pro Jahr und gesamt". Der MLP-Kunde ärgert sich besonders, dass auch MLP ihm da nicht weitergeholfen habe, obwohl ihm über MLP "mit großen Sprüchen" die Wealthmaster Basisrente von Clerical Medical vermittelt worden war. "Die Kundenberaterin meinte, ich müsse mir das halt selbst Jahr für Jahr als Summe errechnen - eine Gesamt-Performance-Darstellung sei nicht Aufgabe von MLP."

Seltsam: Andere Versicherungs-Anbieter bieten durchaus ein Mal jährlich eine Gesamtdarstellung der einbezahlten Beträge, der abgezogenen Kosten und der Verzinsung pro Jahr, aber auch für die Gesamtheit der bereits einbezahlten Versicherungs-Jahre.

MLP-Kunden klagen im Internet Finanzvermittler an

Im Internet finden sich zahlreiche Einträge über verärgerte MLP-Kunden. Beispielsweise schreibt einer: "Von meinen eingezahlten 50.572,41 EUR wurden überhaupt nur 31.852,03 EUR investiert die jetzt nach 11 Jahren noch 29.342,31 EUR Wert sind. Mit anderen Worten haben sich MLP und Heidelberger Leben mal eben 20.000 EUR bzw. 40% in die eigene Tasche gesteckt und legen die Kundengelder gleichzeitig so an, dass Sie in einem Jahr bis zu 1/3 Ihres Wertes verlieren. Das ist doch mal ein Lebensversicherer Ihres Vertrauens. Meine Rendite von 11 Jahren ohne Inflation: - 41%. Mit Inflation ~ - 60%." (Quelle: http://meinelobby.blogspot.de/2010/12/mlp-und-heidelberger-leben.html).

Der jetzt erneut gegen die britische Versicherungsgesellschaft Clerical Medical Investment Group Ltd. vor Gericht erzielte Sieg eines Verbrauchers ist ein wichtiger Schritt auch für Kunden des Anlageberater-Dienstes MLP, der sich primär als Akademikeranlagedienst darstellt, aber zunehmend bei vielen Anlegern als hoch umstritten gilt.

Noch ist das gegen Clerical Medical gesprochene Urteil des Landgerichts Ulm vom 7.9.2012 allerdings nicht rechtskräftig. Der Anleger hatte gegen den MLP-Partner Clerical Medical geklagt, da man ihm eine sogenannte Wealthmaster NoblePolice verkauf hatte. Hierbei war ein Teil des Versicherungsbeitrags aus eigenen Mitteln und für die Hauptfinanzierung ein Bankkredit in Anspruch genommen worden. Man hatte, wie in der Versicherungsbranche bis vor wenigen Jahren üblich, mit besonders hohen Zinsen geworben, so dass der Anleger davon ausgehen musste, die maßgeblich kreditfinanzierte Versicherung sei risikolos.

Nicht nur mit Altersvorsorge wird getrickst, auch mit Schiffsfonds - aktuelles Beispiel: MS Tosa Sea von Lloyd

Doch: Das war sie nicht. Für den Anleger wurde es zu einem finanziellen Grab, zu einem Desaster - ähnlich dem, das gerade Anleger des Lloyd Fonds AG Schiffsfonds für die MS Tosa Sea erleiden müssen. Hier droht Hunderten Schiffsfonds-Anlegern der Totalverlust von rund 25 Mio. Euro Anlagesumme. Die Lloyd Fonds AG aus Hamburg hatte gemeinsam mit Schiffsfonds-Vermittlern völlig überzogene hohe Fest-Charterraten versprochen, die dann doch nicht eingefahren werden konnten. Einer der Schiffsfonds-Vermittler war die MFG Michael Friedel Günther GmbH aus Frankfurt am Main.

Dass finanzielle Engagements in der Schiffsbranche derzeit gefährlich sind, zeigen auch zunehmend schlechte Nachrichten zum HCI Schiffsfond. Wie bei der Finanzkatastrophe rund um den Lloyd Schiffsfonds für die MS Tosa Sea forderte auch im Falle des Clerical Medical Anlegers, der jetzt vorm Landgericht Ulm einen Sieg über den Britischen Lebensversicherer erzielen konnte, die Bank schließlich die Rückzahlung der Kredite (was im Falle des Schiffs MS Tosa Sea zum Konkurs geführt hatte). Doch reichten die Auszahlungen des britischen Versicherers Clerical Medical bei weitem nicht aus, damit der Anleger seinen Kredit, den er für die Versicherungsfinanzierung der Clerial Medical aufgenommen hatte, abzahlen hätte können.

Nun urteilte das Landgericht Ulm, kurz LG Ulm, die Forderung des Anlegers, dass man ihm das eingebrachte Eigenkapital sowie die Aufwendungen durch Clerical Medical ersetze, legitim sei. Der Kunde müsse die Möglichkeit zur Ablösung des Bankkredites erhalten. Ebenfalls sorgte das Gericht gegenüber dem geplagten Anleger für eine weitere späte Genugtuung: Der Anleger, so das LG Ulm, habe auch Anspruch auf den entgangenen Gewinn auf das eingesetzte Eigenkapitel in Höhe eines jährlichen Zinses von 4 Prozent. UNTEN KLICKEN UND WEITER LESEN....

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