So zockt LinkedIn Jobsuchende mit «Premium»-Account ab

Kommentar - Bis vor kurzem wollte der US Jobkontakte-Konzern «LinkedIn» (LinkedIn Inc.) von seinen Millionen Mitgliedern, die einen Job suchten, für einen «Premium»-Account fast 70 Euro im Monat kassieren. Das entspricht also einem Jahresbeitrag von saftigen rund 840 Euro. So viel, wie man in durchschnittlichen deutschen Golfclubs im Jahr bezahlt. [1]

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Wer hat mehr von der Jobsuche: Job-Kontakteportale wie LinkedIn oder der Nutzer? Für den Autor ist im Falle von LinkedIn klar: Nicht der Job-Suchende, wenn er mit hohen "Premium"-Zahlungen abgezockt wird.

Dieser hohe Betrag scheint nicht gut angekommen zu sein. So köderte LinkedIn nach dem scheinbar gescheiterten Abzock-Versuch nun erneut Mitglieder damit, man müsse als Jobsuchender mit einem "Premium"-Account jetzt «nur noch» rund 35 Euro monatlich beispielsweise in der Schweiz bezahlen.

In der hausinternen Bilanz scheint man die hohen Abzock-Gebühren dringend zu benötigen: Zahlte doch Microsoft an die LinkedIn-Gründer und sonstigen Shareholder vor drei Jahren, also 2016, rund 24 Milliarden Euro. Damit konnte sich der Software-Gigant von Bill Gates das Kontaktportal einverleiben. [2]

Jetzt sollen die angeblich rund 610 Millionen Nutzer weltweit scheinbar die astronomisch hohe Kaufsumme wieder einspielen. [3] Besonders in Europa versucht man dies, gilt die Region doch immer noch als reichste weltweit.

Würden nur eine Millionen Jobsuchende sich darauf einlassen im Jahr rund 400 Euro an den US-Konzern LinkedIn zu überweisen, wäre das für das Jobportal ein Umsatz von 400 Millionen Euro. Doch nicht nur Jobsuchende sollen kräftig zahlen, auch Recruiter und Unternehmen.

Insgesamt offeriert beispielsweise LinkedIn in der Schweiz vier Tarife, die aber in Ihrer Preistransparenz zu wünschen übrig lassen. Denn erst wenn man den jeweiligen Tarif anklickt, erscheint der Preis. Eigentlich sollte es umgekehrt sein: Erst die Preisauskunft, dann wählt man einen Tarif. [4] Es könnte ein Fall für die Bad Homburger Wettbewerbszentrale sein.

Diese vier «Premium»-Tarife werden beispielsweise Schweizern Jobsuchenden, Unternehmen oder Headhuntern & Recruitern auf LinkedIn derzeit angeboten:

Tarif 1. «Career»

(Motto: „Neuer Job, neue Möglichkeiten“). Damit würde man „Personalentscheider auf sich aufmerksam machen“. Zudem könne man „Vergleiche mit anderen Bewerbern“ anstellen. Außerdem könne man angeblich „Neue Fähigkeiten erwerben und beruflich vorankommen“. Der Preis hierfür: 38,56 Franken im Monat (34,45 Euro) oder 462,72 Franken (413,40 Euro) im Jahr. Wobei LinkedIn nicht vergisst darauf hinzuweisen, wonach man diesen Tarif «jederzeit ohne Angabe von Gründen kündigen» könne.

Tarif 2 «Business»

(„Netzwerk erweitern und pflegen“). Recruiter oder Unternehmen könnten so „die richtigen Personen finden und kontaktieren“. Unternehmen könnten „ihr Unternehmen bewerben und ausbauen“. Zudem könne man angeblich mit „neuen Kenntnissen Ihre professionelle Marke stärken“. Der Preis in der Schweiz hierfür im Monat: 60,59 Schweizer Franken (54,13 Euro) oder im Jahr 727,08 Franken (649,59 Euro). Dieser Betrag scheint aber auch nur dann zu gelten, wenn man sich auf „jährliche Abrechnung“ einlässt. Das bedeutet, man will scheinbar das Geld am liebsten gleich fürs ganze Jahr haben.

Tarif 3: «Vertrieb»

(„Neue Vertriebspotenziale erschließen“). So könnten Unternehmen „Leads und Accounts in Ihrem Zielmarkt finden“. Zudem könne man so über LinkedIn in „Echtzeit Einblicke für die Warmakquise gewinnen“. Außerdem könne man „Beziehungen zu Leads und Kunden aufbauen“. Die Kosten für dieses Paket liegen in der Schweiz bei monatlich 88,14 Schweizer Franken (78,75 Euro), was dem jährlichen Betrag von 1.057,68 Franken (944,95 Euro) entspricht. Auch hier scheint der Betrag nur dann zu gelten, wenn man sich auf „jährliche Abrechnung“ einlässt. Das bedeutet, man will scheinbar auch hier das Geld am liebsten gleich fürs ganze Jahr haben.

Tarif 4: «Mitarbeitersuche»

(„Kandidaten finden und einstellen“). So könnten Mitarbeiter der HR, also Human Ressources oder Recruiter angeblich „schnell erstklassige Kandidaten finden“. Zudem könnte man „Top-Kandidaten direkt kontaktieren“. Außerdem könne man so angeblich „Beziehungen zu potentiellen Mitarbeitern aufbauen“. Auch das lässt sich die einstmals kostenlose Job-Kontaktedatenbank LinkedIn teuer bezahlen.

So müssen dafür in der Schweiz monatlich 110,17 Schweizer Franken (98,23 Euro) berappt werden, im Jahr 1.322,04 Franken (1.179 Euro). Auch hier scheinen diese Beträge nur dann zu gelten, wenn man bereit ist, das als Jahresrechnung auf einen Schlag komplett zu übermitteln. Wobei man, wie in allen anderen Tarifen, «jederzeit ohne Angabe von Gründen kündigen“ kündigen könne.

Staunte nicht schlecht als wieder von LinkedIn abgebucht wurde

Dem Autor dieses Artikels liegt ein Beispiel eines Nutzers vor: Dieser war am Sonntag den 16. Juni nicht schlecht überrascht, als er von PayPal die Nachricht bekam, LinkedIn habe aus dem EU-Steuerparadies Irland erneut rund 35 Euro Monatsbeitrag abgebucht. Genauer gesagt, die LinkedIn Ireland.

Ursprünglich war der Nutzer nämlich von LinkedIn angeschrieben worden, es gelte jetzt ein spezieller Promo-Tarif. Zwar hatte darin auch gestanden, das werde dann in einem Monatsabo enden. Aber so richtig bewusst war das dem Nutzer nicht mehr. Dieses mangelnde Bewusstsein, ein Abo-Modell abgeschlossen zu haben, mag an dreierlei Umständen liegen:

- Zum einen, dass sich der Nutzer das «Premium»-Paket im Rahmen einer LinkedIn-Promo hat aufschwatzen lassen.

- Zum anderen, dass LinkedIn Monat für Monat einfach abbucht, ohne dass der Nutzer beispielsweise schon zu Beginn eine formale PDF erhalten hätte, in der die Konditionen nochmals transparent zusammengefasst wurden.

- Der dritte Umstand ist, dass der Nutzer keine monatliche formale PDF-Rechnung erhalten hatte, sondern immer nur einen kurzen lapidaren Abbuchungs-Bescheid von PayPal – nicht mal direkt von LinkedIn.

Natürlich wollte er die Bezahlung umgehend in PayPal wieder stornieren. Doch hierfür musste er sich erstmal durch einige auch eher intransparent erscheinende Absätze quälen.

PayPal und die Stornierungen

Eine Unart ist auch, dass Unternehmen wie LinkedIn scheinbar davon ausgehen, dass wirklich jeder Englisch spricht. So bekam unser Nutzer in PayPal bezüglich einer Stornierung des Monatsbeitrags eine kryptisch anmutende englischsprachige Mitteilung.

Dass es auch für amerikanische Portale mittlerweile automatische Übersetzungstools gibt, die Unternehmen über Geotarketing anwenden können, scheint man entweder bei LinkedIn vergessen zu haben. Oder man will es vergessen, nach dem Motto: Wenn es die Leute nicht verstehen, ist unsere Kündigungsquote schon geringer. Jedenfalls hieß es in der Mitteilung:

«Nachricht von LinkedIn Ireland. Contact Us @ LinkedIn: Thank you for being a LinkedIn customer. We are committed to resolving any questions or concerns you might have with your order. You can read through our Help Center articles to learn more about our products or a specific issue, or you can contact us. Help Center: https://help.linkedin.com/app/home/ Contact us: https://help.linkedin.com/app/ask If you are using a free trial of our Premium Subscription and would like to cancel, please either visit our Help Center for instructions or contact us to cancel your account. You can also review your past orders by logging into your LinkedIn account and choosing Account & Settings > Manage Your Account. Cancellation instructions: https://help.linkedin.com/app/answers/detail/a_id/50/kw/cancel+premium+subs Contact us to cancel: https://help.linkedin.com/app/ask/path/cmpa”. Übersetzt heißt dies:

«Vielen Dank, dass Sie ein LinkedIn-Kunde sind. Wir sind bestrebt, alle Fragen und Bedenken, die Sie im Zusammenhang mit Ihrer Bestellung haben, zu lösen. Sie können unsere Artikel im Hilfecenter durchlesen, um mehr über unsere Produkte oder ein bestimmtes Problem zu erfahren, oder Sie können uns kontaktieren. Hilfecenter: https://help.linkedin.com/app/home/ Kontaktieren Sie uns: https://help.linkedin.com/app/ask Wenn Sie eine kostenlose Testversion unseres Premium-Abonnements nutzen und kündigen möchten, besuchen Sie bitte entweder unser Hilfecenter für Anweisungen oder kontaktieren Sie uns, um Ihr Konto zu kündigen. Sie können auch Ihre früheren Bestellungen einsehen, indem Sie sich in Ihr LinkedIn-Konto einloggen und Konto & Einstellungen > Ihr Konto verwalten wählen. Widerrufsbelehrung: https://help.linkedin.com/app/answers/detail/a_id/50/kw/cancel+premium+subs Kontaktieren Sie uns zum Stornieren: https://help.linkedin.com/app/ask/path/cmpa.» (Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator).

Nach einer Beschwerdemail des Nutzers an LinkedIn bekam er wieder kundenfeindlich lediglich eine englischsprachige Antwort: «Thanks for contacting us. You’ve successfully submitted your question. We’ll get back to you as soon as we can. LinkedIn Help home».

Antwort von LinkedIn nach Stornierung des «Premium»-Accounts

Übersetzt heißt dies: Vielen Dank für Ihre Kontaktaufnahme. Du hast deine Frage erfolgreich eingereicht. Wir werden uns so schnell wie möglich bei Ihnen melden. LinkedIn Help home". Auch die Stornierungs Begründungen, die PayPal mit LinkedIn im Zuge des Stornierungprozess eingefordert hatte, stimmen nicht ganz mit dem Grund überein, den der Nutzer hatte. Doch für einen musste er sich entscheiden: So sollte er in der Rubrik «“Welche Art von Problem wollen Sie melden?» einen dieser Punkte anklicken:

- Ich habe einen gekauften Artikel nicht erhalten: Der Artikel oder die Dienstleistung wurde nicht geliefert.
- Der erhaltene Artikel entspricht nicht der Beschreibung: Der Artikel oder die Dienstleistung entspricht eindeutig nicht der Beschreibung.
- Ich möchte verdächtige Kontoaktivitäten oder Transaktionen melden: Melden Sie verdächtige Aktivitäten, Transaktionen und Kontoänderungen, die Sie nicht autorisiert haben.
- Ich habe ein Problem mit einer Abrechnung: Melden Sie Probleme mit dem Transaktionsbetrag, eine doppelte Abrechnung, Rückzahlungen und stornierte Abonnementzahlungen.

Kündigungsgrund fehlte

Der Grund, dass hier scheinbar ein Abo-Modell abgeschlossen worden war, das dem Nutzer so aber gar nicht ganz klar war, fehlte als ein Kündigungsgrund. Immerhin: Schon Tags nach der Beschwerde erhielt der Nutzer von LinkedIn die umgehende Stornierungsbestätigung und Rückzahlungs-Bestätigung sowie einige werbliche Aussagen, wie toll doch eigentlich ein «Premium»-Account bei LinkedIn sei:

«Sehr geehrte Herr xy,

vielen Dank, dass Sie uns bei LinkedIn kontaktiert haben! Ich hoffe, diese E-Mail findet Sie gut. Mein Name ist Trupti und ich würde Ihnen heute gerne helfen. Es tut mir leid fuer die Unannehmlichkeiten für die unerwartete Gebühren. Ich verstehe Ihre Probleme. Haben Sie keine Sorgen. Ich habe Ihre Premium-Mitgliedschaft storniert und eine Rückerstattung in Höhe von CHF 38.56 wurde Ihrer Kreditkarte gutgeschrieben. Bitte beachten Sie, dass es bis zu fünf Geschäftstage dauern kann, bis der Betrag auf Ihrer Kreditkarte erscheint.

Um einen Beleg für diese Rückerstattung zu erhalten, befolgen Sie bitte die Anweisungen unter diesem Link: https://www.linkedin.com/help/linkedin/answer/1387

Sie können Ihren Zahlungsverlauf auch direkt unter diesem Link aufrufen https://www.linkedin.com/payments/purchasehistory

Ihr Konto wird wieder in ein kostenloses Basic konto umgewandelt, das Ihnen weiterhin Folgendes ermöglicht:

• Erstellen und pflegen Sie den Kontakt zu Ihrem zuverlässigen beruflichen Netzwerk

• Finden und verbinden Sie sich mit Kollegen und Klassenkameraden

• Empfehlungen anfordern und verfassen

• Ihre professionelle Präsenz im Internet erstellen und pflegen

• Fordern Sie bis zu 5 Vorstellungen gleichzeitig an

• Suchen und Anzeigen von Profilen anderer LinkedIn-Mitglieder

• Unternehmensseiten ansehen und Unternehmen folgen, die für Sie von Interesse sind

• Gruppen von Fachkräften beitreten und am Austausch von Informationen teilnehmen

Wenn Sie Ihre Meinung ändern, können Sie jederzeit ein Upgrade durchführen, um Ihre Premium-Funktionen zurückzuerhalten (https://premium.linkedin.com/).

Bitte beachten Sie, dass Sie die zum Zeitpunkt Ihres Upgrades aufgeführten Preise erhalten und wir keine vorherigen Preise einhalten können.

Übrigens: Haben Sie schon daran gedacht eine Zusammenfassung zu Ihrem Profil hinzuzufügen? Eine Zusammenfassung hinzuzufügen ist eine tolle Möglichkeit um Ihre Markenaussage, Ihre Mission, Motivation und Fähigkeiten zu kommunizieren. Dadurch wird es auch wahrscheinlicher, dass Sie in den Suchergebnissen erscheinen und Ihr Profil von anderen angesehen wird. Sie können eine Zusammenfassung zu Ihrer Person hier hinzufügen: https://www.linkedin.com/in/edit/edit/topcard/

Ich danke Ihnen, dass Sie LinkedIn auch weiterhin nutzen! Mit freundlichen Grüßen Trupti Kunden-Supportspezialist.»

Vorsicht vor betrügerischen angeblichen Recruitern oder Headhuntern

Dass aber nicht jeder Recruiter oder Headhunter, der einen auf LinkedIn anschreibt, auch seriös ist und es gut mit einem Jobsuchenden oder möglichen Wechselwilligen meint, darauf weist karriereakademie.de in einem Beitrag hin. So gebe es zahlreiche sogenannte «Abzock-Headhunter», die nichts Gutes im Schilde führten:

«Eine neue Betrugsmasche lässt sich seit einiger Zeit im Business-Netzwerk LinkedIn immer häufiger feststellen. Es ist erfahrungsgemäß nur noch eine Frage der Zeit, bis der neue Betrugstrend aus den USA auch in Deutschland bzw. im deutschsprachigen Raum Fuß fassen und sich auch im Business-Netzwerk Xing ausbreiten wird.»

- Einerseits wird so anscheinend versucht, private Lebensläufe und anderweitige persönlichste Daten zu stehlen.

- Auf der anderen sollen Jobsuchende oder sonstige LinkedIn-Mitglieder so wohl überredet werden, Gebühren zu überweisen – an Betrüger. [5]

Fazit Premium Account LinkedIn

Ich halte eine Jahresgebühr von über 400 Euro, wie es das Berufs-Kontakteportal LinkedIn für einen kaum nützlichen «Premium»-Account einfordert, für Abzocke pur.

Das was mir LinkedIn dafür angeboten hat, tendierte gegen Null. Ich sah ein bisschen Statistiken, wie viele Abrufe mein Profil in etwa habe. Auch konnte ich einsehen, wer mein Profil besucht hatte. Unter rund 70 Besuchern waren dies aber nur rund zwei Headhunter, von denen mich aber niemand kontaktierte. Außerdem:

- Es gehört zum Standard eines Jobkontakte-Portals, dass man sich dort querverbindet mit Kollegen, Freunden, anderen Unternehmen, Recruitern, Headhuntern.

- Auch gehört es zum Standard, dass man diese anschreiben kann, Nachrichten teilen kann.

Wenn das alles nur noch etwas kosten soll, dann fragt man sich: Wo soll der Sinn in so einem Portal noch liegen?

Wurde so gut wie nie von Headhuntern auf LinkedIn kontaktiert, auf Xing schon

Ganz abgesehen davon: Ich bin trotz mittlerweile gekündigtem Premium-Account fast noch nie über LinkedIn von einem Headhunter kontaktiert worden. Solche Nachrichten habe ich fast ausnahmslos nur auf dem Konkurrenzportal Xing erhalten. Dort kostet ein Jahresbeitrag aber lediglich das, was ich fast Monat für Monat an LinkedIn für einen «Premium»-Account zahlen soll. Insofern: Für mich ist das Geschäftsgebaren von LinkedIn Abzocke pur.

Von der Hamburger XING SE wurden mir im Jahr 2018 insgesamt 95,40 Euro für einen «Premium»-Account abgebucht und im Jahr 2019 insgesamt 71,40 Euro. Ein Bruchteil dessen, was LinkedIn mir aus der Tasche ziehen will – bei gleichzeitig deutlich weniger effektivem Job-Nutzen für mich.

Die Jahresbeiträge von Xing finde ich persönlich okay, wenngleich ich von Kollegen weiß, die sich selbst da schon abgezockt fühlen. Dies zeigt, wie feinfühlig Portale beim Erheben von Gebühren gegenüber ihren Nutzern sein müssen.

Gründe, weshalb faire Kosten okay sein können

Die Gründe, weshalb ich persönlich die Jahresbeiträge von Xing in Ordnung finde:

- So kann ich Stellenanzeigen besser finden - zum Beispiel mit Job-Alerts.

- Allerdings kommen Job-Alerts per E-Mail in meinem Fall leider nur recht selten.

- Durchaus etwas wert ist mir natürlich auch die bessere Nachrichten-Austauschfunktion.

- Wir sollten nämlich nicht vergessen, dass auch die Mitarbeiter von Xing natürlich bezahlt werden müssen. Aber zwischen Bezahlung und Abzocke gibt es durchaus eben feine Abstufungen.

Das scheint man bei den Steuerdrückern von LinkedIn, die in Ländern wie Deutschland oder der Schweiz dick Umsatz und Gewinn machen möchten, aber ihre Umsätze im Niedrigst-Steuerland Irland angeben, nicht verstanden zu haben.

Rigoroses Ausnutzen von Marktmacht

Oder man versucht in den USA mal wieder einfach nur plump seine große Marktmacht auszunutzen – wie das andere US-Digitalkonzerne auch gerne machen, ebenso die US-Regierung im Falle von Huawei.

Und dass mir LinkedIn gleich mitteilt, wer von meinen Kontakten den «Premium»-Tarif habe, könnte obendrein ein Verstoß gegen den Datenschutz in der EU sein.

- So blendet mir LinkedIn per Dauer-Popup unten auf der Webseite einen mir aus meiner Kontaktliste bekannten «Robert» mit seinem Foto ein und dem Zusatz: «Robert und zahlreiche weitere Mitglieder nutzen Premium».

Ich habe kein Problem damit, wenn ich möglicherweise in meiner Kontaktliste sehe, wer nun ein Premium-Abo abgeschlossen hat.

- Aber sehr wohl stört mich gewaltig, wenn Leute aus meiner eigenen Kontaktliste dazu benutzt werden, mich werblich auf irgendwelche Abo-Modelle hinzuweisen.

Und ob der «Robert» aus meiner Kontaktliste überhaupt zugestimmt hat, dass er hier als werbliches Testimonial für mich von LinkedIn benutzt wird, zweifle ich auch an.

Selbst wenn LinkedIn in seinen AGBs einen Passus haben solle, der den Nutzern so eine Drittvermarktung letztlich abnötigen könnte (was ich nicht weiß), halte ich persönlich das mit dem persönlichen Datenschutz für nicht in Einklang zu bringen. So oder so finde ich es unseriös.

Einzelnachweise

[1] Kosten Golfclub in Deutschland, von: golf-vergleich.de. Abgerufen am 17.6.2019.

[2] Microsoft kauft LinkedIn für fast 24 Mrd. Euro, von Hans-Christian Dirscherl, in: computerwelt.at vom 14.6.2016. Abgerufen am 17.6.2019.

[3] LinkedIn: Mehr als 610 Millionen registrierte Nutzer, von Patrick Schumann, in: jobambition.de vom 6.2.2019. Abgerufen am 19.6.2019.

[4] Millionen LinkedIn Mitglieder setzen auf Premium, um beruflich voranzukommen. Profitieren auch Sie von den Vorteilen!, LinkedIn Premium Tarif. Abgerufen am 17.6.2019.

[5] Fake-Headhunter auf LinkedIn und Xing: Vorsicht Betrüger, von Christian Püttjer & Uwe Schnierda, in: karriereakademie.de. Genaues Artikel-Datum konnten wir nicht feststellen. Unser Abruf datiert auf den 17.6.2019.

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