Facebook und Instagram greifen doch heimlich auf Telefonkontakte zu

Auch wenn Facebook immer wieder behauptet, man halte sich ja an Datenschutz: Tom (Name geändert) schaute nicht schlecht. Der 28-jährige aus der Schweiz hatte sich, wie von Facebook gefordert, mit seiner Handynummer bei Facebook angemeldet.

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Vorwürfe der Datenschutzverletzungen gegen Facebook und Instagram.

Offiziell sagt man bei Facebook, die Angabe der persönlichen Telefonnummer beim Anmeldeprozess solle betrügerische Accounts und Spam bei Facebook verhindern helfen.

Doch das scheint eben nur – wenn überhaupt – die halbe Wahrheit. Denn obwohl, sagt Tom, er extra deaktiviert habe, dass Facebook auf seine Telefonkontakte zugreife, habe er anschließend beim dritten Besuch auf seinem neuen Facebook Account gleich drei Kontakt-Vorschläge aus seinen privaten Telefonbuchkontakten erhalten.

Da er sich mit einem Decknamen bei Facebook angemeldet hatte, dürfte das eigentlich nicht sein. Auch hatte er bis dahin niemanden aus seinem Bekannten, Freundeskreis oder Kollegenkreis mit diesem Decknamen als Kontakt bestätigt.

"Diese Schweine tun es also doch, einen ausspionieren und Daten zusammenfügen", ärgert sich Tom, der selber IT-Spezialist ist. "Das ist genau der Grund, weshalb ich dieses ganze Social Media hasse". Seinen Insta-Account mit 10.000 Followern habe er deshalb schon vor Monaten auch komplett gelöscht. Zudem sagt er:

"Jede Reiseplattform braucht seit 2012 für den zusätzlichen Verkauf von Reiserücktrittsversicherungen oder Reiseumbuchungs-Services eine opt-in und nicht eine opt-out Genehmigung durch den Kunden". Warum gelte diese sinnvolle Regel der EU eigentlich nicht auch in Bezug auf Zugriffe auf Telefonkontakte für Facebook und Instagram?


"Hasse das ganze Social Media"

Wie Tom, war es auch einem anderen IT-Spezialisten aus Deutschland im April 2019 ergangen. Der Mit-40er hatte einen Instagram-Account eröffnet. Da hatte man ihn ebenfalls gefragt, ob Instagram auf seine Telefonbuchkontakte zugreifen dürfe, was auch er verneint hatte.

Trotzdem hatte er - noch ehe er aktiv eigene Freunde, Bekannte oder Kollegen als Follower in Instagram zugefügt hatte - gleich seltsamerweise absolut passende Kontakte durch Instagram zugespielt, also "vorgeschlagen" bekommen.

Entweder waren es Kontakte, welche er im Telefonbuch hatte, oder in seinem Facebook-Account. Auch das hatte er eigentlich nicht gewollt, dass hier Plattformübergreifend die Amerikaner einfach Daten zusammenspielen.

"Ich will diese Datenschutzverstöße nicht!"

"Mag ja sein, dass der eine oder andere sowas will. Ich wollte es aber nicht und hatte das auch explizit weggeklickt", ärgert auch er sich massiv über Instagram. Die Foto-Shareplattform gehört, ebenso wie WhatsApp, zum Facebook-Konzern. Einem Konzern, der mittlerweile mehr Umsatz macht als die Lufthansa.

Zudem sagt der Verärgerte und sich in seinen Datenschutz-Rechten verletzt sehende:

"Wenn US-Präsident Donald Trump Huawei angeblich so schlimme Spionage vorwirft: Die schlimmsten kriminellen Stasimethoden haben doch die Amis selber drauf", so seine Meinung.

Niemand bespitzele illegal heimlich Milliarden Menschen so massiv auf Schritt und Tritt, auf Sekunde und Minute, wie die USA selber. "Das sind doch die Allerschlimmsten. Warum verbietet man denn nicht deshalb deren Digitaldienste in der EU?".