Kriege: USA Arbeitslosengeld-Empfänger auf 42-Jahres Tief / Millionen Menschen erhalten aber gar keine staatliche Hilfe

Auch auf Grund des in westlichen Ländern de facto existierenden Internet-Monopols der USA bewegen sich die Verneigten Staaten von Amerika auf einem 42-Jahres-Tief der Arbeitslosengeld-Empfänger zu.

Bild: pixabay.com
Zweigeteiltes Land: Die USA werden immer reicher, aber immer weniger Bürger nehmen daran Anteil.

So teilte die zuständige US-Behörde mit, dass die Anzahl der Amerikaner, welche Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung haben, kurz davor stünde, ein 42-Jahres-Tief zu erreichen.

So sei die Anzahl der Erstanträge für Arbeitslosenunterstützung Ende der dritten Dezemberwoche 2015 (bis 19. Dezember) saisonbereinigt um weitere 5000 gesunken auf 267.000. Zuletzt hatten die USA im Dezember 1973 so wenige berechtigte Anträge auf staatliche finanzielle Hilfe verzeichnet, erklärte das amerikanische Bundes-Arbeitsministerium.

Noch nicht sicher ist indes, ob die jetzt bekannt gegebene relativ niedrige Anzahl von Anträgen auf amerikanische Arbeitslosenhilfe möglicherweise auch statistische Effekte sind, da die US-Weihnachtsferien verändert worden sind.

Als Gründe für den nach offiziellen Statistiken betrachtet relativ guten Zustand des US-Arbeitsmarktes nennen Fachleute neben dem weltweiten Internet- und IT-Monopol(Google, Amazon, Facebook, Ebay, Apple, Microsoft, Oracle) auch die Stärke des US-Dollars gegenüber dem Euro und zahlreichen anderen Währungen. Hilfreich für den amerikanischen Arbeitsmarkt und die Wirtschaft sind auch die weltweiten Kriege, in welche der Westen - also vor allem das von den Amerikanern dominierte westliche Kriegsbündnis NATO - involviert ist.

Die USA profitieren wirtschaftlich massiv von Kriegen und Flüchtlingswellen, die über die EU hereinbrechen

Neben höheren Rüstungsausgaben in den USA (also vermehrten Staatsaufträgen an die US-Rüstungsindustrie) schwächen die Kriege und die damit verbundenen Flüchtlingswellen aus Syrien, dem Irak, Libyen, Pakistan, Somalia und zahlreichen anderen Ländern vor allem starke Wettbewerber der USA. Betroffen ist vor allem die Euro-Zone, also Deutschland, Frankreich, Italien oder Spanien.

Ebenfalls für einen positiven Arbeitsmarkt-Effekt wirken sich die niedrigen Ölkosten aus, die sich in US-Konzernen mit deutlich niedrigeren Energiekosten niederschlagen.

Trotz der nach offizieller Staats-Lesbarkeit positiven Arbeitsmarktsignale in den USA gilt für das Land aber auch, dass nur die wenigsten arbeitslosen Menschen überhaupt Anspruch auf staatliche finanzielle Hilfe - also Arbeitslosengeld - haben.

So erhalten in den USA derzeit lediglich 2,2 Millionen Menschen Arbeitslosengeld. Das sind zwar 47.000 weniger, als im Vergleichszeitraum ein Jahr zu vor. Doch: Alleine in Deutschland erhalten rund 6 Millionen Menschen entweder Arbeitslosengeld 1 oder Arbeitslosengeld 2 (Hartz IV). Zum Vergleich: Deutschland hat nur rund 82 Millionen Einwohner, die USA aber 320 Millionen, also drei Mal so viele. Würde man die Sozialgesetzgebung Deutschlands für die USA zu Grunde legen, müssten in den USA mindestens 18 bis 20 Millionen Menschen Anspruch auf Arbeitslosengeld durch den Staat haben.

Der Grund für die deutlich geringere Anzahl an Arbeitslosengeld-Berechtigten in den USA liegt primär daran, dass die USA über keine starke Sozialgesetzgebung verfügen und Dutzende Millionen Amerikaner ohne Festanstellung über Jahre und Jahrzehnte als Tagelöhner sich durchschlagen müssen.

Nach deutscher Sozialgesetzgebung müssten in den USA mindestens 18 bis 20 Millionen Menschen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben, doch in der Realität sind es nur 2,2 Millionen

Das bedeutet: Die Masse der amerikanischen Arbeitnehmer werden an den Sozialabgaben vorbei beschäftigt und haben deshalb keinen Anspruch auf staatliche Hilfe im Notfall. Deshalb gibt es in den USA Millionen Obdachlose, die auf Suppenküchen oder sonstige auch privat organisierte Hilfe angewiesen sind. Hinzu kommt: Gleichzeitig begünstigt dieses Wirtschaftssystem, dass sich die Reichen immer mehr in die Tasche stecken können. So fiel 2015 erstmals der Anteil der Mittelschicht am Privatvermögen der USA auf unter 50%. Gleichzeitig konnten die reichsten Amerikaner immer mehr Milliarden US-Dollar auf ihren Konten verbuchen.

Deshalb ist auch die amerikanische offiziell ausgewiesene Arbeitslosenquote (die derzeit bei sieben Prozent liegt) statistisch mit Vorsicht zu genießen. Denn in dieser Quote fehlen jene Dutzenden Millionen amerikanischen Tagelöhner in Versicherungskonzernen, der IT-Industrie, in Restaurants oder der Automobilindustrie, die sich noch nicht einmal im Notfall arbeitslos melden können und dürfen, da für sie von den Arbeitgebern eben keine Sozialabgaben abgeführt wurden.

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