Kfz Aus Schweizer Dextra wird Simpego Online-Autoversicherer: Tarife halb so teuer wie in Deutschland

Start-Up rollt schweizer Kfz-Versicherungsmarkt auf. Tarife deutlich günstiger als in Deutschland.

Schweizer Kunden, welche bei der Versicherung Dextra eine Kfz Versicherungspolice haben, wundern sich dieser Tage. Denn statt, dass eine Rechnung von Dextra kommt, steht plötzlich das Logo der Simpego auf den Rechnungsköpfen.

Grund: Aus der Dextra Autoversicherung wird plötzlich die Autoversicherung Simpego. Sie legt Wert darauf, man sei eine Online-Versicherung. Mit einem ähnlichen Online-Konzept gingen schon vor Jahren deutsche Versicherungskonzerne online. Nur mit einem Unterschied. Deutsche Autoversicherungen sind häufig erheblich teurer als in der Schweiz.

Der "Simpego Car Fahrzeugversicherer" teilte bereits am 1. Februar 2021 unter der Überschrift mit, dass die "Schweizer Top-10 Autoversicherung Dextra" zur "Simpego" werde. Das 2016 als Spin-Off der Dextra Rechtsschutz AG gegründete Start-Up Dextra Versicherungen AG firmiere also künftig unter dem Namen Simpego. Gleichzeitig wolle man das Produktangebot erweitern.

Man biete angeblich "umfassende Deckungen, faire Preise und schlanke online Prozesse". Mit diesem Rezept habe sich die Dextra Autoversicherung "innert drei Jahren operativer Tätigkeit erfolgreich im Schweizer Autoversicherungsmarkt" etabliert.

Kundenanzahl verdoppelt

Die Anzahl Kundenbeziehungen der Dextra Versicherungen AG habe sich in 2020 erneut verdoppelt. Mit dem daraus generierten Umsatz gehöre das Schweizer Versicherungs-Start-Up bereits heute zu den zehn grössten Autoversicherungen des Landes.

Darüber hinaus werde die Dextra von Fintechnews.ch unter den Top 20 Fintechs 2020 der Schweiz geführt. "Mit unserem Wachstum gehören wir definitiv zu den erfolgreichsten Fintechs in der Schweiz" wird Dextra-CEO Patrick Eugster zitiert. Er begleitet nun die gleiche Position bei der neuen Simpego Versicherungen AG.

Um das Wachstumziel im stark umkämpften Versicherungsmarkt zu finanzieren, haben die beiden Grossaktionäre Pax Versicherungen aus Basel (Pax, Schweizerische Lebensversicherungs-Gesellschaft AG, Pax Holding, Pax Asset Management AG, Creadi AG) sowie die Versicherungsgruppe "die Bayerische" aus München (Bayerische Beamten Lebensversicherung a.G.) bereits rund 50 Mio. CHF in den Autoversicherer investiert.

Neben der Namensänderung erweitere die Dextra Versicherungen AG mit ihren schweizer-deutschen Partnern ihr Produktportfolio um die Versicherungssparten Privathaftpflicht-, Hausrat- und Gebäudeversicherung.

Patrick Eugster von Simpego sieht bedeutenden neuen Player in der Schweiz

«Mit dem Rebranding betonen wir unsere Entwicklung von einem reinen Autoversicherer zu einem umfassenden Sachversicherer», erläutert Patrick Eugster von Simpego weiter. "Es ist unser erklärtes Ziel, in allen Privatkundenbranchen zu einem bedeutenden und unabhängigen Spieler im Schweizer Versicherungsmarkt zu werden."

Ein Schwergewicht im Schweizer Versicherungsmarkt ist auch die deutsche Allianz Gruppe.

Hintergrund Simpego

Die Simpego Versicherungen AG mit Hauptsitz in 8048 Zürich wurde 2016 als Dextra Versicherungen AG gegründet. Man sei ein auf Online-Versicherungen spezialisierter Versicherer. Sie sei, teilt das Unternehmen in der Medienmitteilung mit "die einzige unabhängige online Autoversicherung mit eigener Risikoträger Lizenz in der Schweiz".

Allerdings ist das nur die halbe Wahrheit. Ein Schweizer Kunde sagte zu Netz-trends.de: "Ich bin ganz normal von einem Vertriebler angesprochen worden, ob ich eine Kfz-Versicherung brauche. So bin ich zur Dextra und nun zur Simpego gekommen".

Kunde ist zufrieden

Bislang sei er mit der Versicherung "sehr zufrieden": "Ich hatte mir einmal eine große Schramme beim Einparken an einer Mauer in die Türe gefahren. Die Versicherung schickte einen Gutachter und bezahlte den Schaden ohne Probleme. Ich habe mich da gut aufgehoben gefühlt". Allerdings sei er irritiert gewesen, wie groß die Unterschiede der Reparaturkosten in den Werkstätten waren:

"Während mir eine große Schweizer Kfz-Werkstatt mit angeschlossenem Neuwagen-Vertrieb einredete, die Reparatur koste angeblich gut 6000 Franken, fand ich in Deutschland an der Grenze einen Reparaturdienst, der nur 1700 Euro berechnete und das perfekt erledigte."

Zudem sei der Policen Tarif im Vergleich "zur Abzocke deutscher Kfz-Versicherer erheblich günstiger": Habe er in Deutschland in Städten wie Berlin im Schnitt über 1100 Euro pro Jahr für seine Vollkasko-Versicherung bezahlt, seien es in der Schweiz nur noch 707 Franken, umgerechnet also 638 Euro – fast die Hälfte weniger.

Hintergrund "Die Bayerische"

In der "Bayerische Beamten Lebensversicherung a.G.". (www.diebayerische.de) ist Prof. Dr. Alexander Hemmelrath Aufsichtsratsvorsitzender. Im Vorstand sitzen Dr. Herbert Schneidemann (Vorsitzender), Martin Gräfer, Thomas Heigl. Der Homepage entnehmen wir zudem folgende Informationen: Man sei 1858 gegründet worden.

Zudem führt man aus: "Die gesamten Beitragseinnahmen der Gruppe betragen mehr als 440 Millionen Euro. Die Gruppe steigert ihr Eigenkapital kontinuierlich und liegt dabei weit über dem Branchenschnitt. Es werden Kapitalanlagen von über 4,5 Milliarden Euro verwaltet. Mehr als 6.000 persönliche Berater stehen den Kunden der Bayerischen bundesweit zur Verfügung."

Hintergrund "Pax"

CEO der Schweizer Pax ist laut "Wikipedia Deutschland, Österreich, Schweiz" Peter Kappeler. Daniel O.A. Rüedi fungiert als Verwaltungsrat-Präsident. Insgesamt arbeiteten in der Pax-Gruppe 314 Mitarbeiter (2019). Der Umsatz habe sich 2019 bei 827 Mio. Franken bewegt.

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