Umweltschutz ist Verantwortung jedes einzelnen Wegwerfgesellschaft

Was können Sie mit dem Begriff Great Pacific Garbage Patch anfangen? Es ist Müll. Eine gewaltige Menge Müll. Treibend im Meer, mit einer geschätzten Fläche etwa so groß wie Westeuropa. Dieser Müll schwimmt bzw. dreht sich in einem gigantischen Strudel im Nordpazifik. Müll, durch Menschen gemacht. Wir können Müll nicht komplett vermeiden, aber wir haben durch unser Handeln Verantwortung, wieviel Müll auf dieser Welt entsteht.

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Umweltverschmutzung

Weltweit gibt es viele Müllteppiche, aber der Great Pacific Garbage Patch ist der größte davon. Die Schätzungen belaufen sich dabei zwischen einer Million Tonnen und einhundert Millionen Tonnen Müll für diesen einen Teppich! Der Eiffelturm in Paris wiegt inklusive Stahlgerüst 10.100 Tonnen. Somit haben wir selbst bei der minimalen Annahme von einer Million Tonnen die knapp 100-fache Masse des Eiffelturms, die als schwimmende "Müllinsel" durch's Meer treibt.

Müll im Meer sind jedoch nicht nur schwimmende Müllteppiche, sondern auch gewaltige Halden am Meeresboden bis hin zu feinen Partikeln, kaum oder nicht mehr sichtbar für das menschliche Auge.

Über Nahrungsketten haben wir die Rückkopplung auf unsere Teller.

Aber nicht der Kreislauf in der Nahrungskette sondern vielmehr diese erschreckenden Müllmengen, die dort treibend durch’s Meer wandern, Umwelt und Leben zerstören und voraussichtlich Jahrhunderte brauchen (eine PET-Flasche braucht geschätzt 450 Jahre), um abgebaut zu werden, sind das Bild, was mir vor Augen steht, wenn immer und immer wieder Produkte auf den Markt geworfen werden, die respektlos mit unserer Umwelt agieren.

Haben Sie einmal in Ihrem Haushalt geschaut, wie viele Ladegeräte Sie besitzen? Fotoapparat, Smartphone, Telefon… jedes Teil erfordert meist ein eigenes Ladegerät. Besitzen z.B. Partner in einem Haushalt verschiedene Smartphones, so haben sie aller Voraussicht nach verschiedene Ladegeräte. Nun mag es beim Smartphone richtig sein, dass jeder sein eigenes Ladegerät besitzt. Aber spätestens beim Erwerb eines neuen Telefons wäre es aus meiner Sicht gut und richtig, zu entscheiden, ob ich ein weiteres Ladegerät benötige oder nur ein Telefon, weil das Ladegerät des Vorgängermodells noch funktioniert und passt.

Zählen Sie mal Ihre Ladegeräte. Und sollte es ein ansehnlicher Berg sein, fragen Sie sich mal, ob aus Ihrer Sicht nicht eine andere Lösung möglich wäre.

Sind die Geräte eines Tages nicht mehr State of the Art und werden ersetzt oder haben sich überlebt, dann verbleibt alles als Müll, wiederverwertbar oder nicht.

Mehr Kompatibilität beim Generationenwechsel der Geräte und auch zwischen Herstellern könnte Berge von Elektronikschrott verhindern.

Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft.

Warum ist es nötig, dass Kaffeeautomaten eine Kapsel Müll pro Tasse Kaffee produzieren? Rechnen wir mal einen kleinen Haushalt mit einer Menge von 4 Tassen pro Tag, dann sind das in einer Woche 28 Kapseln. Das ist bereits ein kleiner Haufen. Und das mal 52, gerechnet für ein Jahr. Oder mal 156 für drei Jahre, da das Leben einer Kaffeemaschine voraussichtlich solange reicht. Und länger. Nach einer Veröffentlichung durch „Die Welt“ Anfang letzten Jahres sollten allein in Deutschland im Jahr 2014 4.000 Tonnen Kaffeekapsel-Müll entstehen. 4.000 Tonnen Müll, der im besten Fall recycelt oder vielleicht eben auch durch’s Meer treiben wird.

Waschmaschinen werden wegen einer defekten Elektronikplatine entsorgt, weil der Preis für Einbau und Ersatzteil dicht an den Wert für eine neue Maschine kommt oder diesen bereits übersteigt. Und da wir nicht wissen, wann Motor oder Pumpe ihren Dienst versagen… weg damit. Ist die Waschmaschine ca. 60 cm breit und tief und hat einen Höhe von 80cm, so wird knapp ein drittel Kubikmeter zu entsorgender Abfall erzeugt. Das Gewicht einer handelsüblichen Waschmaschine liegt wahrscheinlich im Bereich von ca. 70 kg. Also 70kg Schrott statt der Austausch einer Platine von vielleicht 200g. Solche Vorgänge geschehen tausendfach, täglich.

Auch wenn führende Industrienationen vorsorglicher mit entstehenden Abfällen umgehen als vielleicht Entwicklungsländer - auf korrektes Recycling ist kein Verlass. Und die Müllberge wachsen.

Politik, Industrie und jeder von uns tragen Verantwortung für uns und unsere Welt von heute und morgen. Jeder von uns, ohne Ausnahme.

Und mit jeder bewussten oder unbewussten Entscheidung leisten wir einen Beitrag, in welcher Welt wir leben.

Wie sieht die Welt aus, in der Sie leben wollen? Und welche Welt wollen Sie Ihren Kindern und Kindeskindern hinterlassen?

Was schmerzt es, die Reste eines Picknicks nicht Wind und Wellen am Badesee zu überlassen, sondern korrekt zu entsorgen? Wie gelangen Autoreifen, Fahrradgestelle, Matratzen, Flaschen in einen Fluss oder in den Wald?

Brauchen Sie die Kapselmaschine wirklich? Sie entscheiden mit über die Welt von morgen.

Denken Sie an die schwimmende Müllinsel und machen Sie die Welt für die Zukunft ein Stück besser!


Quellen:

http://www.eiffelturm.org/Daten_vom_Eiffelturm/daten_vom_eiffelturm.html

http://neuneinhalb.wdr.de/lexikon/P/plastikmuell.php5

http://www.welt.de/wirtschaft/article123656432/Wir-produzieren-4000-Tonnen-Kaffeekapsel-Muell.html

http://education.nationalgeographic.com/encyclopedia/great-pacific-garbage-patch/




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