Bildung Delegationsreise Kalifornien mit Winfried Kretschmann, Ministerpräsident Baden Württemberg: Schnuppern bei Google, SAP, IBM, Tesla, Hewlett Packard, Stanford, Berkeley

Die Schwaben wollen Silicon Valley besser kennenlernen. Hier das Programmheft der Delegationsreise.

Vom 18. Bis 22. Mai lud der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann (GRÜNE) eine Delegation seines Ländles ins Silicon Valley ein.

Anlass: Eine Delegationsreise für die Schwaben. Das Programm, welches netz-trends.de vorliegt, sucht seinesgleichen: Man flog gleich Montag früh um 10.20 Uhr mit Lufthansa (LH 454) von Frankfurt a.M. nach San Francisco im US-Sonnenstaat Kalifornien. Treffen war schon um 8 Uhr in der LH-Lounge. Alternativ flogen einige Delegationsmitglieder mit United Airlines. In der Küstenstadt San Francisco angekommen, ging es per Transfer zum Hotel Hyatt Regency in San Francisco.

Nach einer kurzen Ruhepause in den Hotelzimmern war das erste Meeting am Montag bereits um 17 Uhr. Zur Begrüßung war gekommen: Generalkonsul Stefan Schlüter von der German-American Chamber of Commerce San Francisco und Germany Trade and Invest (GTAI). Um 19 Uhr wurde die Delegation zusätzlich von Ministerin Theresia Bauer begrüßt.

Um 19.30 Uhr schließlich hielt auch der Ministerpräsident von Baden Württemberg, Winfried Kretschmann, kurz eine Ansprache und übergab für die Keynote an Jaron Lanier, den Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2014.

Am nächsten Tag dann ging es gemeinsam mit der baden-württembergischen Tech-Delegation in das Städtchen Sacramento. Dort fand ein bilaterales Gespräch mit dem kalifornischen Gouverneur Jerry Brown von 10 bis 11 Uhr statt und zwar im Stanford Mansion. Um 11.45 schließlich unterzeichnete man gemeinsam eine Absichtserklärung zum Klimaschutz und aß auf Einladung des Gouverneurs zu Mittag.

Diskussionen um Industrial Internet

Wer den Termin in Sacramento nicht wahrnehmen wollte, der konnte von 8 bis 10.30 Uhr am Dienstag an dem Workshop "Industrial Internet" teilnehmen. Hierzu waren einige amerikanische Referenten ins Hotel Hyatt Regency nach San Francisco gekommen. Diese Gruppe fuhr dann um 10.40 Uhr nach Silicon Valley, Palo Alto und zwar zu Hewlett Packard zu einer Besichtigung. Um 13.45 ging es mit Lunchpaketen in einem Bus in die nördlich von San Francisco gelegene Stadt Berkeley.

Die dritte Gruppe aus Baden-Württemberg konnte schon um 8.00 Uhr am Dienstag nach Berkeley fahren und sich dort mit einer Wissenschaftsdelegation und Executives der Uni Berkeley (UC Berkeley) austauschen. Anwesend waren Bob Price, Associate Vice Chancellor for Research sowie Prof. Jeroen Dewulf, Director of the Institute of European Studies. Zwischen 11 und 12 Uhr wurde dann in einer Campusführung die weitläufige Uni erkundet.

Nach einem Mittagessen gab es einen Roundtabel (13.15 bis 14.45) zum Thema Gründungskultur und einen Technologietransfer bei skyDeck an der UC Berkeley mit anschließendem Besuch des Lawrence Berkeley National Laboratory, an welchem auch in einem bilateralen Gespräch der Ministerpräsident Winfried Kretschmann teilnahm, sowie Prof. Alivisatos. Dabei gab es auch Vorträge an den Berkeley Labs zu den Themen High Speed Computing, Big Data, Cyber Security und Energietechnologien. Von 18 bis 19 Uhr hielt MP Kretschmann an der UC Berkeley am Institut for European Studies einen Vortrag zum Thema "Intelligentes Wachstum. Wie Innovation beitragen kann, die Erde zu retten".

Von der Industrie zur Bildung in den den Faculty Club an der Uni Berkeley

Um 20 Uhr gab es dann am Dienstag Abendessen im Hotel mit einem anschließenden weiteren Vortrag durch Vertreter der Electronic Frontier Foundation. Alternativ konnte eine Gruppe an einem Austausch mit Mitgliedern der deutschen Wissenschaftscommunity im Faculty Club in Berkeley teilnehmen. Am Mittwoch gab es um 6.30 Uhr "individuelles Frühstück" und um 7.15 legte der Bus los nach Cupertino um Apple einen Besuch abzustatten.

Eine andere Gruppe legte um 8.30 los um im Rahmen der Wissenschaftsdelegation mit Stanford Executives sich zu treffen. Daran nahmen teil: Prof. Gerhard Casper, Prof. Hans Weiler, Prof. Artie Bienenstock, Dr. Michael Kirst, Prof. Kathryn Starkey, Harry Elam und Dr. Brendan Walsh.

Nach diesem Wissensaustausch kam es von 11.30 bis 13.00 Uhr am Mittwoch zu einem Treffen am Precourt Institute for Energy. Hier waren anwesend: Prof. Fritz Prinz sowie weitere Fakultätsmitglieder des Precourt Institute for Energy. Nach dem Lunch ging es nach San Jose mit einer Teildelegation um sich u.a. mit Vertretern von Cisco zu treffen. Alternativ konnte am Mittwoch eine Gruppe um 11 Uhr Tesla Motors besuchen und dort eine Führung beim Elektroauto-Hersteller mitmachen.

Um 14 Uhr ging es dann zur Stanford University zu einem bilateralen Gespräch mit Winfried Kretschmann und dem Präsidenten John Hennessy sowie einer Campusführung. Um 15 Uhr schließlich erhielten die Teilnehmer Einblicke in das Venture Capital durch Gespräche mit Arista Networks und dem deutschen Investor Andreas von Bechtolsheim (Thema: Venture Capital/Startup-Kultur).

Besuche auch bei Mercedes-Benz, SAP bei Vorstand Dr. Tanja Rückert oder Googles Urs Hölzle

Donnerstags war dann von 9 Uhr bis 11 Uhr ein Besuch bei Mercedes-Benz Research an Development North America angesagt, wobei die Teildelegationsmitglieder durch Arwed Niestroj, dem Vorstandsvorsitzenden begrüßt wurden. Um 12 Uhr ging es weiter zu SAP Labs und dort zu einer Diskussion mit Vorstand Dr. Tanja Rückert.

Ein Höhepunkt stellte sicherlich der Besuch bei der in Deutschland und der EU auf Grund von Vorwürfen massiver Wettbewerbsverzerrungen in die Schlagzeilen und das politische Interesse geratenen Google Inc. in Mountain View da und zwar von 14.45 Uhr bis 17 Uhr. Dort wurden die Schwaben von keinem geringeren als Google-Vorstandsmitglied Urs Hölzle empfangen. Auf dem Programm stand eine Führung mit Diskussion. Von 19 Uhr an gab es schließlich einen Empfang durch den Ministerpräsidenten Kretschmann sowie den deutschen Generalkonsul Stefan Schlüter im Generalkonsulat in San Francisco.

Nach zahlreichen Eindrücken im Hightech-Land Kalifornien kam es dann am letzten Tag, am Freitag den 22. Mai 2015 zu einem Presseabschlussgespräch zwischen dem Kretschmann und den anwesenden Journalisten. Anschließend wurde noch schnell IBM Lab besucht sowie die California State University, wobei dort der Präsident Leroy M. Morishita die Gruppe empfing, ebenso Ministerin Theresia Bauer. Baden-Württemberg führt seit 20 Jahren ein Landesprogramm mit der California State University.

Nach Abschluss dieses letzten Rahmenprogramms ging es schließlich wieder zum Flughafen in San Francisco und zurück in die Heimat.

Zur Reise erklärte vorab die Landesregierung von Baden-Württemberg:

"Die Reise soll unter anderem die Chancen und Herausforderungen rund um die Digitalisierung verorten. Die relevanten Akteure aus Baden-Württemberg werden vor Ort in den USA – wo die Digitalisierung maßgeblich vorangetrieben wird – Einblicke in die künftige Entwicklung erhalten und Kontakte knüpfen. Daneben soll Baden-Württemberg als Anbieter und Markt für Industrie 4.0 präsentiert werden… Die Bedeutung der Digitalisierung aller Lebens- und Produktionsbereiche wächst auch in Baden-Württemberg. Die Landesregierung hat das Thema entsprechend zu einem politischen Schwerpunkt gemacht….

Für Baden-Württemberg ergeben sich insbesondere mit den traditionellen Stärken und der Innovationskraft bei Maschinenbau und Automatisierungstechnik sowie bei den Ausrüstern von industriellen Informations- und Kommunikationstechnologie-Systemen große Chancen im Bereich von Industrie 4.0. Ein weiterer Schwerpunkt der Reise wird die Automobilwirtschaft sein, insbesondere im Hinblick auf nachhaltige und Elektromobilität. Die Vernetzung des Autos wird in den kommenden Jahren weltweit zu bedeutenden Veränderungen in der Autoindustrie führen. Ein wesentlicher Aspekt dieses Wandels ist das autonome Fahren. Die baden-württembergische Landesregierung möchte das Land zu einer Pionierregion für nachhaltige Mobilität machen. Der Straßenverkehr muss hierfür umweltfreundlich, sozialverträglich sowie ressourcen- und klimaschonend werden…

Neue Antriebstechniken und regenerative Energieformen sind dabei der Schlüssel für zukunftsfähige Mobilität. Und schließlich ist die bessere Vernetzung der Verkehrsmittel die Basis für eine nachhaltige Mobilität der Zukunft. Entsprechend den Schwerpunkten der Reise wird Ministerpräsident Kretschmann von einer hochrangigen Delegation begleitet.

Aus seinem Kabinett nehmen der Minister für Bundesrat, Europa und internationale Angelegenheiten Peter Friedrich, Wissenschaftsministerin Theresia Bauer, Umweltminister Franz Untersteller und Staatssekretär Peter Hofelich vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft an der Reise teil. Auch Vertreterinnen und Vertreter des Landtags reisen mit nach Kalifornien: Andrea Lindlohr (Grüne), Dr. Stefan Fulst-Blei (SPD), Friedlinde Grurr-Hirsch (CDU) und Dr. Hans-Ulrich Rülke (FDP) gehören der Delegation an, ebenso wie insgesamt 44 Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschaft sowie von Hochschulen, Wissenschafts- und Forschungsinstitutionen."

Gefällt mir
 
0 5
0