Yahoo mit Großaktionär Starboard Value LP / Yahoo-AOL Fusion?

Bereits vor 15 Jahren sorgte AOL's Fusion mit Time Warner weltweit für Schlagzeilen. Es war die bis dahin größte Fusion von Technik-Unternehmen aller Zeiten. Doch einige Jahre später wurde die unternehmerische Ehe auf Grund mangelnder gemeinsamer Perspektiven wieder getrennt:

Derzeit sorgen zwei Themen in der US-Internetszene für Aufmerksam. Zum einen habe angeblich der Investor Starboard Value LP bei Yahoo Inc. sich mit einem größeren Aktienpaket eingekauft, wird berichtet. Zum anderen gibt es Gerüchte, möglicherweise würden die beiden Internetkonzerne Yahoo und AOL Fusionspläne diskutieren ("Yahoo-AOL Merger").

Um sich bei Yahoo einkaufen zu können, soll Starboard Value LP seine asiatischen Vermögenswerte angeblich verkaufen und monetisieren. Dass der Yahoo-Einstieg von Starboard Value LP an der Börse mit Argusaugen beobachtet wird, war klar. Allerdings fallen die Veränderungen der Aktienkurse sowohl bei AOL (wegen dem Fusionsgerücht), als auch bei Yahoo (Fusionsgerücht und Starboard Value LP Einstieg) eher bescheiden aus.

So ging der Aktienkurs der AOL Inc. gerade einmal um dürftige 0.11% nach oben und zwar auf einen Aktienkurs von 44,60 US-Dollar. Die Marktkapitalisierung von AOL liegt derzeit bei 3,38 Milliarden Dollar. Das ist nichts im Vergleich zu dem Marktwert von über 100 Milliarden Dollar vor rund 15 Jahren.

Deutlicher ist der Ausschlag der Aktien bei Yahoo zu verzeichnen. Hier ging es nach Bekanntwerden des Transfers um +4.39% nach oben und zwar auf einen Aktienwert von 41,05 Dollar. Die Marktkapitalisierung von Yahoo wird derzeit auf 38,74 Milliarden Dollar taxiert.

Derzeit ist aus Sicht von Börsen-Analysten schwer vorstellbar, dass sich Starboard Value LP lediglich mit dem Kauf eines größeren Aktienpaketes an Yahoo zufrieden geben wird. Immerhin liegt bei Yahoo trotz der recht hohen Börsennotierung einiges derzeit noch im Baustellen-Labor:

Das Umsatzwachstum von Yahoo ist langsamer, als jenes der Konkurrenten wie Twitter, Google oder Facebook. Dabei bemüht sich seit Monaten die bekannte Google-Managerin Marissa Mayer als CEO um die Geschicke von Yahoo. Doch richtig vorwärts scheint auch sie nicht zu kommen. Amerikanische Blogs schreiben, wonach Mayer "massiv unter Druck" stünde, "den Wert für die Aktionäre zu schaffen und zu beweisen, dass sie härter als andere arbeiten kann".

Derzeit kursieren Gerüchte, wonach eine mögliche Fusion zwischen Aol und Yahoo angeblich Einsparungen von bis zu 1 Milliarde US-Dollar im Bereich des "Online Display Advertising" bringen könne. Als Grund werden Überlappungen im Geschäft genannt.